11 (Ex-)Salzburger bei der EURO

Unsere Handschrift ist klar zu erkennen

EURO, endlich! Ein Jahr, nachdem sie eigentlich stattfinden hätte sollen, stehen die Nationalteams in den Startlöchern. Dabei kommt es nicht überraschend, dass so mancher, der in Salzburg seine Aus- oder Fortbildung genossen hat, unter den Internationalen weilt. Gleich elf dieser Akteure schafften den Sprung in den Kader einer der 24 qualifizierten Nationen. Wir stellen sie vor!

Tor:

  • Peter Gulacsi: Von 2013 bis 2015 hütete der gebürtige Budapester unseren Kasten. Mittendrin, im Mai 2014, debütierte er für die ungarische Auswahl, für die er, seit dem Rücktritt von Jogginghosen-Pionier Gabor Kiraly, gesetzt ist. Mit 39 Einsätzen und 31 Jahren ist er auf dem Peak angelangt. Das muss er auch, denn in der Gruppenphase sieht er sich deutschen, portugiesischen und französischen Schüssen ausgesetzt. Vielleicht wird er in der „Todesgruppe“ ja zum Spielverderber.

Abwehr:

  • Martin Hinteregger: Was müssen wir euch noch erzählen? Der Hobbyjäger aus Kärnten ist Austria's first name on the teamsheet. Nachdem er seine Oberschenkelprobleme überwunden hatte, bestritt er die beiden jüngsten Testspiele wieder über 90 Minuten. Schon zu Salzburger Zeiten Fixstarter, häufte er mittlerweile eine beträchtliche Anzahl an 55 Länderspielen an. Die Ambition ist klar: Es sollen mehr als die drei in der Gruppenphase dazukommen.

  • Duje Caleta-Car: Beim Vize-Weltmeistertitel vor drei Jahren waren es noch Lovren und Vida, die im kroatischen Strafraum aufräumten. Jetzt ist Duje's time to shine! Mit 24 Jahren und 14 Caps ist er der kommende Abwehrchef der Vatreni. Auch wenn die Leistungsträger um Modric und Perisic auf der falschen Seite der 30 stehen, sollte die Gruppe mit England, Schottland und Tschechien machbar sein.

  • Kamil Piatkowski: Für ihn ging es in seiner ersten vollständigen Profisaison ganz schnell. Transfer nach Salzburg, polnischer Cup-Sieger, erste Länderspieleinberufung, manchmal muss sich der Bursche noch die Augen reiben. Piata, wie man ihn auch liebevoll nennt, bekam schon zwei Teamstarts von Paulo Sousa. Auch bei der EURO darf man sich gegen Schweden, die Slowakei und Spanien Einsätze erwarten.

Mittelfeld:

  • Andi Ulmer: Ob als Full Back oder Wing Back, Andi wurde spät zum Teamspieler, dafür ist er jetzt nicht mehr aus dem ÖFB-Team wegzudenken. 24 Länderspiele hat der Routinier zu Buche stehen. Rund um sich sieht er eine Menge Ex-Teamkollegen. Das kann der Nationalmannschaft nur helfen. Das war bei der letzten EURO noch anders, vielleicht ein gutes Omen, dass es diesmal besser läuft.

  • Stefan Ilsanker: Egal, auf welcher Position, Ilse bringt Stabilität ins Team. Das Salzburger Urgestein zählt mittlerweile 51 Caps. Bei Franco Foda switcht er zwischen Mittelfeld und Verteidigung. Er weiß, auf ihn ist überall Verlass.

  • Konrad Laimer: Gerade noch rechtzeitig zur EURO fit geworden, fühlt sich die Einberufung von Konni wie eine Neuverpflichtung an. Die ganze Saison über quälte er sich mit einem Knochenödem. Die letzten drei Spiele konnte er für die Leipziger wieder bestreiten und sich so für das ÖFB-Team empfehlen. Er bringt Power für die wichtigen Spiele gegen Holland, die Ukraine und Nordmazedonien.

  • Stefan Lainer: Komplettiert wird die Mittelfeldreihe von der Pferdelunge höchstpersönlich. Stevie bestritt schon 45 Spiele in dieser Saison. Das heißt, jetzt kommt er erst so richtig auf Temperatur. Franco Foda weiß, wie ganz Fußballösterreich, er ist unser bester Rechtsverteidiger. So darf sich der 28-Jährige auf Startelfeinsätze freuen.

  • Xaver Schlager: Ähnlich aufgeweckt und auch erfolgreich stößt Xaver zum Team-Camp. Mit sechs Assists und zwei Toren für Wolfsburg hat er eine zusätzliche Offensivnote ins Spiel gebracht. Innerhalb von nur drei Jahren sammelte er, trotz zwischenzeitlicher Verletzung, 20 Länderspieleinsätze. Das Startelfticket scheint gebucht.

Angriff:

  • Valentino Lazaro: Während die Zukunft des Flügelwirblers auf Klubebene noch offen ist, hat er im Team gute Argumente für Startelfeinsätze. Niemand verfügt über seine technische Kapazität. In der Quali durfte er in 9 von 10 Spielen von Beginn ran. Seither ist Foda gegenüber Lazaro etwas kritischer eingestellt.

  • Marcel Sabitzer: Was Marcel bei Leipzig zeigte, ist Top of the Tops, das wissen auch die ganz großen europäischen Adressen. Der jetzt 27-Jährige debütierte schon im zarten Alter von 18 im A-Team, seither ist er Leistungsträger und kommt mit 50 Caps, um den Laden zu rocken.

 

Neben den elf Genannten gibt es einige Akteure, die aufgrund unglücklicher Umstände den Zug zur EURO knapp verpassten. Dominik Szoboszlai, im Herbst noch Goldtorschütze im entscheidenden Relegationsspiel, ist weiterhin verletzt. Cican Stankovic hadert mit der Nichtberücksichtung durch Teamchef Foda. Ebenso muss  Rasmus Kristensen hinnehmen, dass er in den Plänen von Kasper Hjulmand keine Rolle spielt. Max Wöber blieb, trotz Einberufungen im letzten Jahr, zu Hause. Dayot Upamecano vertrat Frankreichs Farben bei der U21-EM, wie auch Karim Adeyemi und Mergim Berisha, die dort den Titel holten.