Abschied von Europas Bühne

Torschützen: Moreno (40., 89./FE) bzw. Berisha (17.)

Dass die Tormusik der Spanier AC/DCs „Highway to Hell“ sein sollte, erweist sich als schlechtes Omen. Trotz einer fulminanten Startphase gelingt unseren Burschen kein „Wunderchen“, sie verpassen mit einer 1:2-Pleite in Villarreal das Weiterkommen.

Spielbericht

Mit derselben Elf, die Rapid Wien im Klassiker überzeugend geschlagen hatte, ging Jesse an die knifflige Aufgabe im Estadio de la Ceramica heran. Die Auserwählten dankten es ihm, in einer dominanten Anfangsphase gab Mergim Berisha die erste Visitenkarte ab – sein flacher Abschluss landete in den spanischen Abwehrbeinen. Villarreal agierte im Spielaufbau schlafmützig, so geschehen in Minute 17: Patson Daka spritzte in einen Querpass von Keeper Rulli, die Hereingabe übernahm Berisha frei stehend ausgezeichnet. Da war er, der Traumstart! Unsere Burschen blieben hochtourig: Enock Mwepu schickte Landsmann Daka präzise in die Gasse, der Angreifer rutschte das Rund um Nuancen neben den linken Pfosten.

Die Hausherren ließen sich nur selten im Angriffsdrittel blicken, der erste Schuss aufs Tor sollte aber direkt Zählbares bringen: Alcacer lancierte Moreno auf rechtsaußen, Cican Stankovic eilte etwas übermotiviert heraus und räumte Zlatko Junuzovic um, der Spanier schob ins verlassene Gehäuse ein (40.). Da Berisha kurz vor dem Pausentee einen Lob knapp über das Tor köpfelte, ging es vorerst ohne weiteren Ertrag in die Katakomben.

Die Emery-Elf kam verbessert aus der Kabine, die erste nennenswerte Situation gehörte aber uns. Nach einem Corner sprang das Leder Capoue vom eigenen Fuß an die Hand. Referee Zwayer entschied zunächst sofort auf Strafstoß! Allerdings schaltete sich der VAR ein und es hieß „Kommando zurück“ nach dem darauffolgenden Videostudium. Jesse brachte frisches Blut, Karim Adeyemi und Luka Sucic sollten unser eingenicktes Offensivspiel wachküssen, gelang im zweiten Durchgang mit Beginn der Schlussviertelstunde doch noch kein einziger Abschluss – was übrigens für beide Mannschaften gleichermaßen galt. Just die Neuen änderten dies: Adeyemi empfing einen Steilpass auf der linken Außenbahn, dessen scharfe Hereingabe setzte Sucic wenige Dezimeter rechts neben die Kiste.

Der erhoffte Sturmlauf blieb in der Folge allerdings aus. Es kam sogar noch schlimmer: „El Submarino Amarillo“ profitierte von einem zu kurz geratenen Junuzovic-Rückpass, bei dem Stankovic Gegner statt Spielgerät traf, Moreno verwertete den fälligen Penalty (89.). So müssen wir trotz eines aufopferungsvollen ersten Durchgangs Abschied von Europa nehmen. Doch eines ist gewiss, wir kommen wieder!

Statements

Jesse Marsch:

Es ist eine Enttäuschung, aber wir müssen stark bleiben. Hätten wir zwei solche Leistungen wie heute gezeigt, wäre die Chance größer gewesen. Wir müssen daraus lernen und kämpfen in der Liga und im Cup weiter.

Andre Ramalho:

Sehr, sehr bitter! Wir haben natürlich gehofft, es trotz 0:2-Rückstands noch zu schaffen und alles versucht, wir investierten sehr viel in die Partie. Aber sie haben hinten gut zugemacht, letztlich waren Kleinigkeiten entscheidend. Wir hatten uns auf jeden Fall mehr vorgenommen. Schade, dass wir es nicht geschafft haben!

Aufstellung

Wechsel

Wöber für Vallci (46.), Sucic für Aaronson (60.), Adeyemi für Bernede (60.), Solet für Kristensen (90.+2), Svoboda für Daka (90.+2)

Gelbe Karten

Vallci (20./Foul), Mwepu (53./Foul), Daka (55./Foul), Marsch (57./Kritik), Adeyemi (80./Foul)

Nicht einsatzbereit

Bernardo (Seitenbandteilabriss), Okafor (Muskelfaserriss in den Adduktoren), Koita und Camara (Dopingsperre)