Bittere Pille in der Südstadt

Torschütze: Kerschbaum (69.)

Vier Tage vor unserem Spiel des Jahres in der UEFA Champions League fügt uns die Admira in der 10. Runde der Tipico Bundesliga die zweite Saisonniederlage zu.

Spielbericht

Nach dem 8:2-Auswärtssieg letzte Woche im unweit entfernten St. Pölten, wo sich das Rotieren eindrucksvoll bewährt hatte, warf Jesse Marsch auch heute wieder wie erwartet die Rotationsmaschine an. Diese schien aber Anlaufschwierigkeiten zu haben, denn es war die Admira, die sich gleich einmal auf Betriebstemperatur brachte und nach vier Minuten die erste Großchance zu verbuchen hatte. Kerschbaum löste sich dabei geschickt von seinen Bewachern, fand jedoch in Cican Stankovic seinen Meister, der diese Eins-gegen-eins-Situation in Weltklasse-Manier für sich entschied. Auf der Gegenseite konnte sich Andreas Leitner im Tor der Hausherren ebenfalls auszeichnen, als er einen etwas zu zentral angesetzten Freistoß von Dominik Szoboszlai sicher entschärfen konnte (3.).

Auch in der Folge traten die Niederösterreicher keinesfalls wie ein Tabellenletzter auf und wussten unser Team durchaus zu fordern. Zwar intensivierte die Marsch-Elf ihre Offensivbemühungen nach einer guten Viertelstunde, Abschlüsse von Patson Daka (16.), Karim Adeyemi (20.) und Jerome Onguene (28.) führten allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis, ehe nochmals Karim Adeyemi in der Schlussphase der ersten Hälfte dem Torerfolg am nächsten kam. Nach einer feinen Kombination scheiterte er im Rutschen sowie in Bedrängnis am gut postierten Leitner (41.) und konnte am torlosen Pausenstand somit leider nichts ändern.

Kompliziert ging es auch in den zweiten 45 Minuten weiter. Unsere Burschen hinkten den Erwartungen nämlich immer noch hinterher und fanden kein Mittel, den Südstädtern gefährlich zu werden. So reagierte Jesse Marsch nach einer Stunde auf der Uhr mit einem Vierfachwechsel, der für frischen Wind sorgen sollte. Von nun an standen mit Sekou Koita, Karim Adeyemi und Noah Okafor drei Stürmer auf dem Feld, was am Gesamtbild jedoch wenig änderte. Die Hausherren warteten auf ihre Konterchance – und der Plan ging tatsächlich auf.

Aus dem Nichts jubelte Kerschbaum in Minute 69 über das 1:0 aus einem Abstauber und erschwerte uns die Aufgabe noch einmal erheblich, ehe nach einem Gestocher im Strafraum zu allem Überfluss beinahe fast der zweite Treffer gefallen wäre (74.). Es blieb die Schlussphase, um das Blatt doch noch zu wenden. Bis auf einen Junuzovic-Freistoß, den Leitner parieren konnte (83.), und einen Onguene-Kopfball nach einem Corner (86.) kam aber leider zu wenig, um das Spiel doch noch zu drehen. Die Admira verteidigte die Führung über die Ziellinie, die Niederlage war besiegelt.

Statements

Jesse Marsch

Eine unreife Leistung. Das Gleiche hatten wir schon gegen Sturm. Wenn wir nicht die nötige Leidenschaft mitbringen, lassen wir den Gegner ins Spiel. Wir können eine junge Mannschaft sein, aber nicht naiv. Es ist ein schlechtes Timing für diese Niederlage. Die Admira hat gekämpft und viel Energie auf den Platz gebracht. Jedes Spiel ist eine Prüfung.

Albert Vallci

Wir haben gewusst, es wird heute kein normales Fußballspiel werden. Wir haben uns hier immer schwergetan. Das Tor ist viel zu einfach passiert: Über einen einfachen Outeinwurf wird der Ball auf die andere Seite verlagert, wir laufen nicht mit in die Box. Der Abpraller ist dann drinnen, das darf so einfach nicht passieren.

Aufstellung

Wechsel

Junuzovic für Okugawa (61.), Okafor für Szoboszlai (61.), Koita für Daka (61.), Kristensen für Farkas (61.), Berisha für Ashimeru (71.)

Gelbe Karten

Vallci (23./Foul), Camara (49./Unsportlichkeit)

Nicht einsatzbereit

Bernede (Schienbeinbruch)