Blitzeis

Sturm erwischte uns kalt

Es hätte die Fortsetzung eines Laufs werden sollen. Sechs Siege in Folge standen in der Tipico Bundesliga nach der Winterpause zu Buche. Sturm fügte uns die erste Niederlage zu, wie schon im Herbst, als wir davor sieben Liga-Spiele ungeschlagen waren.

Früh vor vollendete Tatsachen gestellt

Niederlagen passieren, das ist zwangsläufig so. Interessant ist es trotzdem, sie in ihrem Charakter zu analysieren, denn speziell am gestrigen Tag war es keine wie jede andere. Präzision und Timing waren die entscheidenden Faktoren, weshalb unsere Aufarbeitung diesmal chronologisch ausfällt:

Minute 9: Sturm Graz traf zum ersten Mal, eigentlich aus heiterem Himmel. Nicht ein Mal hatten sie bis dahin angeklopft. Lukas Jäger, der den Treffer erzielte, hatte bis zu jenem Zeitpunkt keinen Bundesliga-Treffer in dieser Saison auf dem Konto. Sein Abstauber nach einer einstudierten Eckenvariante kam als Schock. Klar, nicht alles lässt sich verteidigen, aber diese Situation stand im Widerspruch zu Jesses permanenter Aufforderung, immer online zu sein.

Minute 22: Aus der Tiefe des Raumes huschte Ivan Ljubic empor, um nach seinem Lauf an den ersten Pfosten vor Albert Vallci zum Kopfball zu steigen und die Pille ins kurze Eck zu nageln. Erstaunlich war auch die Entstehung: Nach dem Einwurf spielte man mit nur einer Zwischenstation Amadou Dante frei, der genau wusste, wo der Ball hinmusste, schließlich würde man genau diese Aktionen wöchentlich trainieren, meinte Ivan Ljubic später. Es machte den Eindruck, als hätte Christian Ilzer den Masterplan aus dem Herbst wieder aus der Lade gekramt.

Minute 37: Für Karim Adeyemi wurde es ein jäher Feierabend. Unser 19-Jähriger fand sich oft auf verlorenem Posten, bekam die Bälle nicht in die Schnittstellen, sondern auf Knie- oder Brusthöhe. Unsere durchschnittliche Passlänge betrug gestern 20,44 Meter, deutlich mehr als in anderen Ligaspielen. Langer Hafer, damit wusste er wenig anzufangen. Seine frühe Auswechslung schmerzt natürlich, wenngleich seine Performance nur ein Symptom und nicht die Krankheit war.

Diesmal kein Comeback

Schon des Öfteren mussten wir uns in dieser Bundesliga-Saison in der zweiten Halbzeit noch einmal zusammenreißen, zuletzt gegen die WSG Tirol und die Wiener Austria. Dass es damals gelang, wurde oft mit der individuellen Qualität und der Kaderbreite erklärt, die es erlaubt, zusätzliche Qualität von der Bank zu bringen, unter welcher dann der Gegner mit Fortdauer der Zeit einbricht. Diesmal half es nicht.

Minute 45: Noch bevor die zweite Halbzeit angebrochen war, vollzogen wir zwei weitere Wechsel. Enock Mwepu und Andi Ulmer kamen zur Pause. Routine sollte es nun richten. In der Tat wurden die Bemühungen besser, ohne dass zunächst viel Zwingendes dabei herumkam.

Minute 78: Foul an Nici Seiwald, erfolgreicher Penalty von Patson Daka, der Anschlusstreffer ließ uns wieder glauben. Mit den Chancen vor Spielende wäre sicher ein Remis drin und verdient gewesen. Doch Sturm hielt dagegen, eine Qualität, die die stärkste Defensive der Liga im Gegensatz zu anderen Mannschaften, die gegen uns führten, auszeichnete.

Nach Spielende: Jesse Marsch meinte, der Fokus läge auf dem Cup-Spiel am Mittwoch. Viele Wechsel in der Startaufstellung hätten sich vor dem Hintergrund des Spiels in Spanien am vergangenen Donnerstag und dem bevorstehenden Cup-Semifinale ergeben. Nun, aller guten Dinge sind drei. Im dritten Aufeinandertreffen mit den Blackies in dieser Saison können wir am Mittwoch das Finalticket buchen.

BL-19: STU vs. RBS