Coolness löscht Salzburger Offensivfeuer

Torschützen: Berisha (4.), Okugawa (66.) bzw. Lewandowski (21./FE, 88.), Kristensen (ET/44.), Boateng (79.), Sane (83.), Hernandez (90.+2)

Ein Abend wie so viele in der UEFA Champions League. So gut wir auch waren, am Ende bleibt nichts, außer ein paar nette Erinnerungen und ein herber Nachgeschmack.

Spielbericht

Zuerst Schweigen, dann der Anpfiff. Unsere Burschen legten gegen die Bayern mutig los. Nach Ballgewinnen spielten wir hurtig nach vorne. Wenn Sekou Koita in ein Laufduell mit den Innenverteidigern ging, brannte es. Den ersten Versuch noch verjuxt, machte es Sekou beim zweiten Mal besser. Seine Vorlage kam für den heranstürmenden Mergim Berisha gerade recht, der mit dem zweiten Kontakt aus kurzer Distanz draufhämmerte und Manuel Neuer keine Chance ließ (4.).

Dann Hektik. Dominik Szoboszlai kollidierte mit Lucas Hernandez im Strafraum. Robert Lewandowski stand schon zum Strafstoß bereit, ehe der niederländische Referee Makkelie noch einen Abstecher zur VAR-Booth nahm und statt Elfer auf Stürmerfoul entschied. Von nun an war es End-to-End-Action. Gnabry drehte schon zum Jubel ab, doch auch sein Treffer entstand aus einer Abseitsposition. Andre Ramalho prüfte Neuer aus kürzester Distanz per Kopf. Dann gab es wieder Penalty-Alarm, nachdem sich Müller geschickt von Mwepu in aussichtsloser Position legen lassen hatte. Diesmal durfte Lewandowski ran. Er verwandelte sicher, nach kurzer Verzögerung im Anlauf, rechts unten (21.).

Wir blieben in Folge frech. Zunächst konnte sich Pavard nur noch mit einem hochriskanten Foul an Dominik Szoboszlai behelfen, nachdem dieser ihm den Ball abgeluchst hatte. Dafür gab es gnädigerweise Gelb. Später verwehrte man uns einen klaren Handelfmeter, bei dem seltsamerweise auch der VAR stumm blieb.

Keine Entspannung, es blieb ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Lewandowski vergab aus bester Position, an guten Tagen hat er den schon versenkt. Was da an Glück fehlte, kam später als Bayern-Dusel zurück. Kurz vor der Pause schickte Lewandowski Müller in die Gasse. Anstatt aus spitzem Winkel selbst abzuschließen, tremmelte er den Ball an die Stirn von Rasmus Kristensen, der ihn nicht mehr neben, sondern nur noch ins eigene Tor lenken konnte (44.).

Highlights, FC Salzburg, FC Bayern München

Auch die zweite Halbzeit begann verheißungsvoll. Von Beginn an waren wir die aggressivere Mannschaft. Die Bayern spielten beinahe in zwei Blöcken, vier ihrer Offensivkräfte beteiligten sich gar nicht am Spiel gegen den Ball. Die Räume und Ideen waren da, doch das hohe Tempo der ersten Halbzeit forderte seinen Tribut. Nur selten waren die Gelegenheiten clean cut, vieles verlief sich vor der Strafraumgrenze, und das galt für beide Seiten.

Und wenn nichts geht, tut sich, wie so oft, individuelle Klasse hervor. Zuerst durch Gnabry, der mit seinem Schuss die Latte küsste. Dann rüstete Jesse Marsch nach, brachte Okugawa und Okafor. Und keine zwei Minuten später stach der japanische Joker. Andre Ramalho sah den Raum, Masaya die Chance und Neuer nur den Ball an sich vorbeihuschen (66.).

Jetzt waren wir zurück in der Partie, doch das Spiel blieb ein Drahtseilakt. Die Bayern, sie waren schlagbar, doch jeder Zentimeter, den man ihnen gab, war einer zu viel. Boateng durfte sich alleine im Strafraum zu einem Kopfball hochschrauben. Wuchtig knallte er das Ding in die Maschen. Ein wenig merkte man, dass der Glaube an den Sieg jetzt schwand (79.). Sane machte sich das zunutze, als er alleine durch den Strafraum spazierte und die Pille in den Winkel zirkelte (83.). Und es ging in dieser Tonart weiter. Auch Robert Lewandowski verbuchte noch seinen Treffer, per Kopf, trocken, zum 5:2 (88.). Dann klärte noch Andre Ramalho den Ball Hernandez vor die Füße, der den 6:2-Endstand besiegelte, der am Ende viel zu hoch ausfiel. Bitter.

Statement

Jesse Marsch:

Das 2:6 bildet den Verlauf des Spiels nicht ab. Wir haben für 75 Minuten wirklich gut mitgespielt. Dann haben sich die Pforten geöffnet, und wir haben viele Tore bekommen. Nach dem 2:2 dachte ich, dass wir mehr Stabilität brauchen. Nach dem dritten Tor hat sich gezeigt, dass uns genau diese Stabilität gefehlt hat. In Summe kann man aber über die drei Spiele unsere Leistung nicht infrage stellen, auch wenn wir nur einen Punkt geholt haben.

Stimmen nach dem Spiel gegen Bayern München

Aufstellung

Stankovic – Kristensen, Ramalho, Wöber, Ulmer – Mwepu, Camara, Junuzovic (65. Okugawa) – Berisha (76. Onguene), Szoboszlai - Koita (65. Okafor)

Gelbe Karten

Camara (53./Foul), Mwepu (85./Foul)

Nicht einsatzbereit

Bernede (Schienbeinbruch), Daka (Oberschenkelverletzung)