Das Spiel des Jahres

Wir klopfen bei Europas Elite an

Das ganz große Ding, es ist da, im eigenen Stadion. Ein Sieg gegen Atletico wäre das Ticket zum ersten Einzug in die UCL-Knockout-Phase in unserer Klubgeschichte.

UEFA Champions League, hier kann alles passieren. Du kannst gegen die Bayern führen und wenige Minuten später mit 2:6 zurückliegen. Du kannst in fünf Spielen vier Punkte holen und trotzdem aus eigener Kraft aufsteigen, wenn, ja wenn du im letzten Spiel gewinnst. Wir glauben daran, weil der Konjunktiv in diesem Bewerb schon so oft zur Realität geworden ist.

Ausgangslage: Pari

Atletico kann, wir müssen. Ein Sieg ist für uns Pflicht, für die Spanier nur eine Kür. Und wenn Atletico eines versteht, ist es, humorlos aufzutauchen, das zu nehmen, was man braucht und abzuhauen. Die Simeone-Truppe hat kein Problem damit, für ein 0:0 in die Fremde zu fahren, noch mehr als das: Sie nehmen es meistens auch mit nach Hause. Wie ein Boxer, der zwölf Runden in der Doppeldeckung steht, verstehen es die Defensivkünstler, keine sauberen Schläge einzustecken. Wir müssen sie aus der Deckung locken, sie in einen offenen Schlagabtausch zwingen. Das verstanden wir schon im Hinspiel. Und es gibt genügend Gründe, warum es auch diesmal klappen wird.

Wir spielen daheim. Fehlendes Publikum hin oder her, des is Soizburg. Nicht nur der Schriftzug im Spielertunnel wird Atletico daran erinnern, auch die Historie europäischer Galanächte, die wir hier bereits erlebt haben, lässt uns glauben und die Spanier zweifeln. Das Momentum ist nach dem 3:1-Sieg in Moskau auf unserer Seite. Keine Frage, es wird für uns nicht einfach, für Atletico aber ebenso nicht.

Trailer: FC Salzburg vs. Atletico Madrid (Sky)

Matchplan

Schon in Madrid verstanden wir es, den Spaniern Paroli zu bieten. Zwei Tore oder mehr erzielten nur wir und der FC Bayern gegen die Colchoneros in dieser Saison. Die Lücken waren da. Das Bollwerk glich manchmal eher einer Thujenhecke. Die Moral von der Geschicht: Selbst das reichte nicht. Atletico verfügt offensiv über genug Qualität, auch wenn sie ihrer ersten Tugend, dem Verteidigen, nicht nachkommen. Aus dem Shootout hätten wir auch als Sieger hervorgehen können, wenn Effizienz und Glück auf unserer Seite gewesen wären. Gegen Lok Moskau haben wir diese Kaltschnäuzigkeit und Konsequenz in entscheidenden Momenten gezeigt. Der Glaube ist also groß, dass wir in einem offenen Schlagabtausch the last man standing sein würden.

Alles andere wäre für einen Aufstieg auch zu wenig. Nichts gefährlicher als der Umstand, in Rückstand zu geraten. Wenn die Raubeine aus Madrid den Bus parken, ist die Handbremse fest angezogen. Dann wird es ganz schwierig.

Auge nach München

Die Ausgangslage ist dankbar und hinterlistig zugleich. Wir gegen Atletico Madrid, wir wünschen, aber erwarten uns keinen Sieg. Der Druck lastet auf den Spaniern. Sollten wir verlieren oder remisieren, gilt unser Blick dem Parallelspiel in München, wo Lok auf den bereits aufgestiegenen FC Bayern trifft. Die Russen könnten uns nämlich mit einem Sieg auf der Zielgerade überholen und an unserer Stelle in das Sechzehntelfinale der UEFA Europa League einziehen. Einfach zusammengefasst: Sieg bedeutet Jubel, Remis und Niederlage lassen uns zittern.

So knapp liegen Euphorie und Trauer beisammen. Die Gefühlsachterbahn der UEFA Champions League, wir lieben sie!

Champions Lounge

Sie ist neu, und du bist mit ihr LIVE dabei. Unsere Champions Lounge bringt euch unser Spiel gegen Atletico Madrid ins Wohnzimmer. Ab 20:40 Uhr schildern wir das Spielgeschehen im Livestream auf Youtube, App und Webseite. Unsere Bullenfunk-Moderatoren Andreas Grassl und Manuel Buckel kommentieren und analysieren den CL-Kracher zusammen mit Andres Torres, enthusiastische Wortspenden garantiert. Anschauen und nichts verpassen!

Unsere Champions Lounge ist zwanzig Minuten vor Ankick on air!

Personelles

Antoine Bernede fällt nach einem Schienbeinbruch aus. Mo Camara fehlt aufgrund einer Gelb-Sperre.

Statements

Jesse Marsch:

Für uns geht es gegen ein absolutes Topteam, das vor allem defensiv extrem diszipliniert spielt. Atletico steht in der Primera Division ganz vorne und hat dort in zehn Spielen erst zwei Tore erhalten. Und auch in der Champions League spielen sie sehr stabil, lassen insgesamt sehr wenig zu. Aber wir haben beim Hinspiel schon zwei Treffer erzielt, das heißt, auch wir haben gezeigt, was wir leisten können, zuletzt in Moskau, bei den Bayern und auch in Madrid.
 

Max Wöber:

Unser Blick in der Tabelle ist nach oben gerichtet, unser Fokus liegt ausschließlich auf dem schwierigen Duell mit Atletico. Was müssen wir tun, um sie zu schlagen? Wo können wir ihnen wehtun? Alles andere lassen wir beiseite, darauf haben wir keinen Einfluss.

Die letzten Duelle mit Teams aus Spanien:

27.10.2020  Atletico Madrid – FC Salzburg 3:2
22.02.2018  FC Salzburg – Real Sociedad 2:1
15.02.2018  Real Sociedad – FC Salzburg 2:2
26.02.2015  FC Salzburg – Villarreal 1:3
19.02.2015  Villarreal – FC Salzburg 1:2