Keine Zähler bei packendem Duell am Tivoli

Torschützen: Baden Frederiksen (29., 76.), Smith (89.) bzw. Mwepu (12.), Aaronson (58.)

Engagierte Tiroler präsentieren sich über die gesamte Spielzeit über aufmüpfig, unsere Auswahl muss sich in einer spektakulären Partie schließlich mit 2:3 geschlagen geben.

Spielbericht

Unsere aufgrund des dichten Terminkalenders auf vier Positionen umstrukturierte Mannschaft ließ der WSG die Premieren-Gelegenheit: Pranter hämmerte das Spielgerät Richtung Cican Stankovic – Außennetz. Fortan sorgten Jesses Schützlinge für die Musik. Erst prügelte Karim Adeyemi die Kugel an die Querlatte, dann scheiterte Berisha im Eins-gegen-Eins an Ozegovic, dem aufmerksamen Heimkeeper. Kurz darauf schnibbelte Andi Ulmer die Murmel von der Cornerfahne in die Gefahrenzone, wo Mergim Berisha nach einem Ramalho-Header gleich zwei Mal aus kürzester Distanz ohne Ertrag blieb. Mehr noch, während unsere Nummer 8 auf Handspiel plädierte, vollstreckte Enock Mwepu vergnügt zur Führung (12.)!

Es blieb hochtourig: Karim empfing einen bärenstarken Mwepu-Chip in die Spitze, das Bein von Saisondebütant Ozegovic verhinderte den zweiten Treffer. Doch auch die Kristallkicker unterstrichen die Berechtigung für ihre Meistergruppen-Teilnahme, wenn auch etwas glücklich: Rasmus Kristensen wurde im Rückwärtsgang am Fuß getroffen, der Pfiff blieb aus. Celic lancierte daraufhin den Tiroler Gegenzug, Baden Frederiksen drückte aus spitzem Winkel ab und überwand Stankovic mit dem ersten WSG-Torschuss (29.). Andre Ramalho beschloss einen sehr kurzweiligen ersten Durchgang, im Anschluss an einen Eckstoß drosch der Brasilianer den Ball aber mit Schmackes über das Gehäuse.

BL-26: WSG vs. RBS

Auch Abschnitt zwei startete sehenswert: Schnegg wähnte Cican zu weit vor der Kiste, kein ganzer Meter fehlte beim frechen Distanzversuch des Schlitzohrs auf ein Bewerbungsschreiben zum Tor des Monats. Kaltschnäuziger präsentierten sich die Roten Bullen: Kristensen eroberte das Rund und schickte Adeyemi auf die Reise. Der Wirbler servierte Joker Brenden Aaronson das Kunstleder mundgerecht, der US-Boy biss gegen eine verträumte WSG-Hintermannschaft frei stehend zu (58.)!

„Blinzeln verboten“ blieb das Motto in einer highlightreichen Begegnung: Erst verpasste Rieder den Ausgleich um Nuancen, dann entdeckte Adeyemi Patson Daka im Zentrum, der hineinrauschte, diesmal fehlte aber das Zielwasser. Wer an diesem Abend einen Hochkaräter versiebte, schien Momente später konsequent bestraft zu werden: Koch auf Rogelj, der Baden Frederiksen in Szene setzte. Der Däne spritzte hinein, hielt den Fuß hin und knipste (76.). Und es kam sogar noch schlimmer: Zwei Salzburger standen Rogelj Spalier, der allerdings gar nicht heiraten wollte. Indes tankte sich der Slowene in die Box und legte Richtung zweiten Pfosten quer – Smith netzte zur Heim-Führung (89.)! Und da Daka einen Header in der Crunch-Time über die Querlatte setzte, mussten wir die Heimreise ohne Zähler antreten.

Statements

Jesse Marsch:

Wir haben im Vorfeld über die Bedeutung eines guten Starts und übers Bereitsein für ein richtig hartes Spiel gesprochen. Und doch habe ich von der ersten Minute an gespürt, dass wir zu locker waren. Wir waren mit dem Ball zu locker, haben nicht intensiv genug gespielt. Von Anfang an war mir klar, dass wir nicht bereit waren. Wir hatten viele Chancen in der ersten Halbzeit, und wenn wir vor dem Tor schärfer gewesen wären, hätten wir auch öfter treffen können. Wir müssen jetzt reagieren, uns muss klar sein, dass wir besser spielen müssen! Ich war nicht zufrieden mit dem kompletten Abend, wir waren heute alle einfach nicht gut genug.

 

Zlatko Junuzovic:

Das haben wir uns heute selber eingebrockt. Einerseits, weil wir unsere Chancen nicht verwertet sowie den finalen Pass nicht gespielt haben, andererseits muss man einfach anerkennen, dass es sich Tirol auch verdient hat. Sie haben es sich erarbeitet, trauen sich, Fußball zu spielen und nutzen die Räume. Sie machen’s richtig gut! Es ist kein Selbstläufer, ich wiederhole mich wöchentlich: Wir müssen uns alles erarbeiten, und wenn man es nicht auf den Platz bringt, dann passiert so etwas. Jetzt straffen wir uns wieder, die Köpfe gehen nach oben und am Sonntag versuchen wir, die drei Punkte zu holen.

 

Nicolas Seiwald:

Wir müssen unsere Chancen einfach besser nutzen! Wir müssen vor dem Tor konsequenter sein und früher den Sack zumachen. Ansonsten schaut’s hinten deppert aus, wenn wir zwei weitere Gegentreffer kriegen. Sehr, sehr bitter! In der ersten Halbzeit hat uns die Explosivität gefehlt, so kann man das Spiel nicht gewinnen. Wir waren nicht voll bei der Sache!

Aufstellung

Wechsel

Daka für Berisha (46.), Aaronson für Okafor (46.), Junuzovic für Bernede (46.), Sucic für Adeyemi (80.)

Gelbe Karten

Bernardo (19./Foul), Mwepu (66./Foul)

Nicht einsatzbereit

Wöber (Hüftverletzung), Vallci (Achillessehne)