Lehrreicher Testlauf

Torschützen: Koita (9.); Gravenberch (2.), Antony (16.), van de Beek (67.), Rensch (82.)

Es war der erwartete schwere Test für unsere Burschen. Sie verlieren zwar mit 1:4, sammeln aber wichtige Erfahrungswerte für die kommende Saison.

Na, servus! Die Schuhe waren gerade gebunden, da flogen uns die Trümmer schon um die Ohren. Noch in der ersten Minute hinterließ Labyad den ersten Abdruck am Aluminium, 20 Sekunden später machte es sein 18-jähriger Kollege Ryan Gravenberch besser: Sein wuchtiges Pfund schlug von der Strafraumgrenze in die Maschen ein (2.).

Ein eiskalter Aufwachkick, der auch prompt zu den ersten Offensivbemühungen führte. Okugawa enteilte Blind im Laufduell und schlenzte einen Pass gen Koita, der diesen zwar nicht kontrollieren konnte, sich aber geschickt vor Stekelenburg zwickte, der ihn zu Fall brachte. Ohne zu zögern, entschied Schiri Gishamer auf Penalty, den der Gefoulte selbst abgeklärt in die Maschen schickte (9.).

Für Ajax aber kein Grund zur Beunruhigung. Hier stand große Klasse auf dem Platz, das Bällchen lief wie im Training. Tadic hatte am Flügel seine Freude und das Auge für den jungen Brasilianer Antony, der die scharfe Flanke des Serben mit nur zwei Ballkontakten per Fuß zu einem herrlichen Treffer verkochte (16.).

Jetzt setzte heftiger Regen ein. Jesse Marsch stellte auf ein 4-3-3 mit Doppel-Acht um, was der Solidität unseres Spiels gut bekam. Intuitiver war der Zugriff im Pressing, der den Niederländern kaum Eintritt in unsere Hälfte gewährte. Gravenberch und Alvarez, sonst auf der Sechs, ließen sich nun im Spielaufbau bis an die Seitenoutlinie fallen, um die bevölkerten zentralen Räume zu umspielen.

Das gelang selten, wenn, dann über rechts – und das mit Gefahr. Labyad verfehlte den Kasten nach einer Promes-Flanke nur knapp.

#RBSAJA - 9 Bilder

Das 4-3-3 wurde nach dem Seitenwechsel zum 4-4-2 mit Raute. Die Holländer, zunächst auf drei Positionen verändert, sahen sich nun immer wieder Vorstößen unserer Außenverteidiger ausgesetzt. Andi Ulmer trat den ersten gefährlichen Ball der zweiten Halbzeit in die Box. Labyad war hingegen der Erste mit klarem Torabschluss, ohne die rettende Hand von Cican Stankovic wäre das Geschoss aus 15 Metern wohl eingeschlagen.

An anderer Stelle kombinierten Noah Okafor und Masaya Okugawa gefällig. Nur der rutschende Daley Blind verwehrte unserem Japaner den Treffer. Sekou Koita scheiterte Minuten später nur noch an Schlussmann Stekelenburg. Seine letzte Aktion, dann verließ er als einer von sieben Spielern das Feld. Ajax wechselte ebenfalls sieben Feldspieler aus.

Unsere Frischen sahen sich gleich einer Offensive von Ajax ausgesetzt. Der freigespielte Donny van de Beek verzögerte noch, deponierte das Leder dann aus spitzem Winkel in der Kreuzecke (67.). In dieser Tonart ging es auch in der Folge weiter. Zunächst blieb der Kasten noch unversehrt, obwohl Stankovic schon überwunden war, dann holte der eingewechselte Rensch den Treffer nach. Sein Schuss glitt sanft über den Wasserfilm in die lange Ecke (82.).

Danach tat sich nichts mehr. Das Spiel, auf hohem Niveau, das Ergebnis, ein hartes. Unsere Burschen zeigten eine couragiertere Leistung, als es der finale Spielstand verrät.

STATEMENTS

Max Wöber:

Die Aggressivität, das Umschaltverhalten, das sind die Stärken, die uns ausmachen. Man kann schon sagen, dass sie uns heute mit unseren eigenen Waffen geschlagen haben. Sie haben uns aufgezeigt, woran wir noch arbeiten müssen.
 

Jesse Marsch:

Das Abwehrverhalten ist eine Sache der ganzen Gruppe, auch die Bewegung gegen den Ball, da waren wir heute in einigen Situationen nicht gut genug. Aber das kommt gegen einen solchen Gegner vor. Ein solcher Test kann im Hinblick auf den Saisonstart nur ein Vorteil sein.

DATEN & FAKTEN

Aufstellung

Stankovic; Kristensen (63. Vallci), Ramalho (70. Onguene), Wöber (70. Solet), Ulmer (63. Farkas); Camara (63. Mwepu), Junuzovic (63. Bernede), Okugawa, Ashimeru (63. Berisha); Koita (63. Daka), Okafor (63. Prevljak)

Gelbe Karte

Koita (70./Foul)

Nicht einsatzbereit

Szoboszlai (Adduktorenprobleme)