Konrad Laimer im Interview

Konrad Laimer ist gerade mal 17 Jahre alt und hat seine ersten Einsätze in der Liga und in der Europa League mit Bravour erledigt. Jetzt spricht der Youngster über seine Rolle im Team, Träume und den Plan für seine Karriere.


Du hast in der Europa League gegen Villarreal eine starke Partie gemacht! Hat sich dein Standing in der Mannschaft dadurch geändert?
Ich habe meine Spiele in der Europa League und in der Meisterschaft natürlich in vollen Zügen genossen, aber an der Hierarchie im Team haben die paar Einsätze nicht viel geändert. Ich bin mit meinen 17 Jahren einer der jüngsten Spieler, und das bekomme ich natürlich auch zu spüren. Wenn es etwas zu tragen gibt, ist klar, wer das zu machen hat (lacht).

Du warst in der Akademie und hast danach auch beim FC Liefering gespielt. Hat dir der klassische „Salzburger Weg“ gut getan?
Auf jeden Fall! Ich würde sagen, dass mein Weg sogar perfekt war, weil ich mir aus allen Abschnitten etwas mitnehmen konnte. Ich hatte tolle Trainer in der Akademie, einen super Coach bei Liefering und jetzt natürlich auch bei den Profis. Das sind alles Menschen, die für den Fußball leben, und da kann ich mir einiges abschauen.

Wann bist du nach Salzburg gekommen?

Ich bin in die U10 eingestiegen, also hab ich schon einige Jahre in Salzburg auf dem Buckel.

Hast du Vorbilder in der eigenen Mannschaft?

Da gibt es einige Jungs, die sehr professionell arbeiten und von denen ich mir viel abschauen kann. Ich beobachte natürlich ganz speziell die Spieler auf meiner Position. Das sind der Stefan Ilsanker und der Christoph Leitgeb. Von ihnen hab ich schon einiges übernommen, aber ich versuche dann immer, meine eigenen Fähigkeiten in das Erlernte einfließen zu lassen. Ich glaube, das muss auch so sein, denn einen Spieler zu kopieren funktioniert nicht, und der Trainer erwartet das auch nicht von mir.

Gab’s einen Spieler, der dich bei deinem Wechsel zu den Profis unter seine Fittiche nahm?
Eigentlich nicht. Es hat mich die gesamte Mannschaft sehr toll aufgenommen, und jeder Einzelne war auch extrem hilfsbereit. Egal ob das nun am Platz war oder in privaten Bereichen.

Welche Perspektiven hast du bei den Roten Bullen?

Sehr gute, finde ich! Ich habe meine Einsätze bei den Profis bekommen und kann beim FC Liefering auch in der Ersten Liga meine Erfahrungen sammeln. Ich glaube nicht, dass mir das ein anderer Verein bieten könnte, schließlich bin ich ja erst 17 Jahre alt und habe noch einiges vor mir. Aber gerade meine Jugend wird ja bei Red Bull sehr geschätzt.

Was, meint Adi Hütter, könntest du noch besser machen?
Ich muss meine Torgefährlichkeit noch steigern, da habe ich sicherlich noch Luft nach oben. Außerdem muss ich weiter an meinem Körper arbeiten, da haben auch noch ein paar Muskeln auf den Knochen Platz.

Mit Valentino Lazaro hast du einen sehr jungen Mannschaftskollegen, der schon ein paar Erfahrungen sammeln konnte. Holst du dir auch Tipps von ihm?
Na klar. Für mich ist in erster Linie mal wichtig, dass es noch ein paar andere junge Spieler in der Mannschaft gibt. Mit Tino zu quatschen ist super, weil er ja einen ähnlichen Weg wie ich hinter sich hat.

Hast du manchmal das Gefühl, dass alles zu schnell geht?
Nein, ich kann damit bisher gut umgehen. Ich habe zwar nicht so viel Lebenserfahrung, bin aber schon sehr selbstkritisch. Wie gesagt: Ich vertraue darauf, dass meine Trainer genau wissen, was sie mir zutrauen können, und nehme jede Herausforderung gerne an.

Wie sieht dein Karriereplan aus?
Ich möchte mich einfach Schritt für Schritt weiterentwickeln und finde, dass ich hier bei Red Bull die perfekten Voraussetzungen dafür habe. Ich bin noch sehr jung und muss jetzt nicht sofort ins Ausland wechseln, doch auch hier bei Red Bull bieten sich sehr interessante Möglichkeiten, wenn RB Leipzig den Aufstieg schafft.

Holst du dir auch Rat von deiner Familie?
Ich gehe meinen eigenen Weg, doch wenn ich einen Rat brauche, rede ich mit meinen Eltern. Mit meinem Vater mehr über die sportliche Karriere, mit meiner Mutter über die Zukunftsperspektiven an sich. Ich vertraue meinem Bauchgefühl und habe keine Angst vor Fehlentscheidungen. Ich nehme den Rat meiner Eltern sehr gern an.

Man hört, dass du auch auf deine Ausbildung neben dem Fußball großen Wert legst …
Ja, neben dem Fußball drücke ich auch noch die Schulbank. Am BFI mache ich den Lehrabschluss zum Bürokaufmann und Sportadministrator. Mir ist es wichtig, dass ich auch abseits des Fußballs eine Ausbildung habe. Bis vor einem Jahr bin ich noch aufs Gymnasium gegangen, aber da war der Lernaufwand viel höher, und das ist sich mit dem Fußball nicht mehr ausgegangen.

Was machst du sonst neben dem Fußball?

Ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Freundin.

Ah, wir haben gehört, dass du mit der Tochter von Mustapha Mesloub (Nachwuchstrainer und Betreuer der französischsprachigen Spieler; Anm.) liiert bist. Ist er ein strenger Schwiegervater?
Nein, eigentlich nicht. Mustapha ist ein wirklich netter Kerl!

Aber ein Siebzehnjähriger hängt doch sicher auch mal gern mit seinen Jungs ab?

Klar treffe ich mich auch, sooft es geht, mit meinen Freunden. Vor allem mit den Jungs, mit denen ich in der U18 oder bei Liefering gespielt habe. Wir gehen dann zum Bowling oder hängen auf dem Sofa und zocken PlayStation.

Welche Teams spielst du bei „FIFA“?
Meistens Liverpool oder Dortmund, aber nur, weil ich mich nicht selbst beim FC Red Bull Salzburg spielen kann (lacht). Mich gibt es nur im Online-Kader, aber damit kann ich nicht spielen, denn der Avatar kann nicht mal richtig laufen.