Christian Schwegler über unseren nächsten Gegner Cashpoint SCR Altach, das neue Mannschaftsgefüge und Saisonziele.

Vor dem 14. Meisterschaftsspiel auswärts bei Cashpoint SCR Altach standen Trainer Peter Zeidler und Christian Schwegler in der gestrigen Pressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten Rede und Antwort.

Der sympathische Schweizer ließ die spannenden Wochen der Aufholjagd Revue passieren und sprach dabei sehr offen über die mentale Stärke, das Kollektiv und Entwicklungspotenziale in der Mannschaft.

Nach dem holprigen Saisonbeginn musste die Mannschaft viel Kritik einstecken, doch Trainer Peter Zeidler und sein Team blieben ihrem gemeinsamen Weg treu und sind nunmehr seit elf Bundesliga-Spielen in Serie ungeschlagen. Nach dem 4:2-Heimsieg gegen Aufsteiger Mattersburg schien der Knoten dann endgültig geplatzt, denn im Heimspiel-Doppel gegen die SV Josko Ried konnten die Roten Bullen den mittlerweile sechsten Pflichtspielsieg in Serie feiern.

Ich denke, bei uns hat mehr als nur ein Schlüsselereignis dazu beigetragen, dass es in der Mannschaft „klick“ gemacht hat. Sichtbar in Ergebnissen war es sicherlich im Heimspiel gegen Mattersburg, aber schon davor, in der täglichen Trainingsarbeit, war ein neuer Geist spürbar. Dann war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Mechanismen auch unter Matchbedingungen greifen würden.

Pressekonferenz vor SCR Altach

Der letzte Meisterschaftserfolg in der Altacher Cashpoint Arena ist schon recht lange her. Am 15. März 2009 gelang den Salzburgern ein 2:1. Gegen die heimstarken Altacher baut Trainer Peter Zeidler daher auch auf die  Erfahrung und Routine seiner Führungsspieler:

Für uns spielt es keine große Rolle, ob wir auswärts spielen, denn wir haben die mentale Stärke, um solche Dinge auszublenden bzw. uns von Zuschauern oder anderen äußeren Umständen nicht beeinflussen zu lassen. Nicht zuletzt gelingt uns das auch, weil wir Spieler wie Christian Schwegler in der Mannschaft haben, die eine unbezahlbare Erfahrung besitzen und Ruhe ins Spiel bringen können, wenn es nötig ist.

Zu Beginn der Saison mussten die Roten Bullen einige verletzungsbedingte Ausfälle verkraften. Neben Jonatan Soriano, Martin Hinteregger und Christoph Leitgeb fehlten drei wichtige Schlüsselspieler. Die Routiniers Alexander Walke, Andi Ulmer und Christian Schwegler haben immer wieder sehr gute Arbeit geleistet, um in der jungen Mannschaft für Ruhe im Spielaufbau zu sorgen.

Wir sind als Mannschaft gefestigter, haben auch mental große Fortschritte gemacht und können Ausfälle – die immer passieren können – jetzt viel besser kompensieren. Aber, das muss natürlich auch gesagt werden, es gibt immer noch Entwicklungspotenzial und daran arbeiten wir.

Die Roten Bullen haben in der laufenden Bundesliga-Saison nicht nur Klasse, sondern mehrfach auch große Moral gezeigt. Bereits sechs Mal konnte die Mannschaft – so wie im Cup gegen Ried bzw. Horn – einen Rückstand aufholen und in der Bundesliga mit zumindest einem Punkt vom Spielfeld gehen.

Der Umstand, dass wir heuer schon so viele Rückstände aufholen und noch punkten konnten, zeigt, dass da wirklich eine Mannschaft auf dem Platz steht und dass sich ein Kollektiv entwickelt hat. Dabei kommen dann auch unsere individuellen Stärken zum Tragen. Das war in der Vergangenheit immer Priorität und man sieht das auch jetzt wieder. Es ist unser oberstes Gebot, dass das Mannschaftsgefüge greift, denn nur so können wir solche Resultate erzielen.

Auf die Frage, ob denn eine so schnelle, erfolgreiche Aufholjagd nicht vielleicht auch ein Nachteil für die Weiterentwicklung in der Mannschaft sein könnte, antwortete Christian Schwegler gewohnt schnörkellos:

Ein ganz klares NEIN! Wir stehen gerne an der Spitze und dort wollen wir auch bleiben. Wir haben uns der Herausforderung gestellt, die liegengelassenen Punkte aus den ersten Meisterschaftsrunden möglichst schnell wieder aufzuholen. Wir haben allerdings nicht damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde. Nicht, weil wir es uns nicht zugetraut hätten, sondern weil wir davon ausgegangen sind, dass Rapid mehr Punkte aus den letzten Spielen holen würde. Aber wir haben die Gunst der Stunde genutzt und unsere Leistung gebracht. Um das geht es, und deshalb bin ich sehr froh, dass wir wieder vorne stehen. 

Die Roten Bullen haben in nur zehn Runden acht Punkte Rückstand auf Rapid aufgeholt und führen nun sogar mit fünf Punkten Vorsprung auf den Rekordmeister. In Hinblick auf die aktuelle Tabellensituation spitzt sich daher der Kampf um den Herbstmeistertitel auf drei Teams zu. Für Christian Schwegler zeichnet sich insgesamt aber ein Vierkampf ab.

Eines dürfen wir nicht aus den Augen verlieren: Unser unmittelbarer Konkurrent ist zurzeit Austria Wien. Aber auch schon vor der Meisterschaft war klar, dass mit Austria, Rapid und Sturm insgesamt vier Mannschaften sehr konkurrenzfähig sind und um den Titel spielen werden. Wir müssen jedoch in erster Linie auf uns schauen, Punkte machen, den Abstand vergrößern und am Ende der Saison an erster Stelle in der Tabelle stehen. Dafür werden wir alles tun.

Christian Schwegler | Z W E I K A M P F S T U D I E

Was er nach seiner langen Verletzungspause an Leistung noch nicht ganz aufgeholt hat, gleicht er im Spiel mit Routine und Erfahrung aus, möchte aber möglichst schnell wieder an sein bestes Leistungsniveau herankommen:

Ich war ja doch elf Wochen außer Gefecht und komme langsam wieder an den Normalzustand heran. Man hat mir mal gesagt, dass es ebenso lange braucht, um wieder in Topform zu kommen. Nach so langer Zeit im Fußball denke ich schon, dass da etwas Wahres dran ist. Ich fühle mich sehr gut und glaube, dass ich sehr bald wieder an meine Leistung von früher anknüpfen kann. 

Mittlerweile hat Christian Schwegler 201 Pflichtspieleinsätze für den FC Red Bull Salzburg absolviert und liegt beim aktuellen Kader hinter Christoph Leitgeb (287) und Andreas Ulmer (243) auf Rang 3 in dieser Wertung. Angesprochen darauf meinte er:

Es sind schöne Randerscheinungen. Aber ich habe es immer so gelebt, dass für mich das nächste Spiel immer das wichtigste ist. Man tut gut daran, wenn man erfolgreich sein möchte, in jedem Spiel und in jedem Training alles zu geben. Dann entstehen solche Randerscheinungen automatisch. Am Ende meiner Karriere kann ich dann darauf zurückblicken.