Insgesamt elf Rote Bullen waren dieser Tage im Länderspieleinsatz | Auszeichnungen für Yabo und Soriano

Das ÖFB-Team absolvierte in der Länderspielpause einen Trainingslehrgang in Orihuela (Spanien), wo sich Teamchef Marcel Koller und unser Nationalteam in Ruhe auf die Euro 2016 vorbereiteten. Den Abschluss der Vorbereitungswoche bildete das freundschaftliche Länderspiel gegen die Schweiz im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

Im Test gegen die Eidgenossen mussten die Österreicher allerdings eine 1:2-Niederlage hinnehmen und verpassten damit auch das Ziel, erstmals seit 1996 ein Länderspieljahr ungeschlagen zu beenden.

Entsprechend enttäuscht waren Teamchef Marcel Koller und seine Mannschaft, die sich gemeinsam vorgenommen hatten, ihren Fans für die perfekte Unterstützung während der EM-Qualifikation noch einmal einen Sieg zu schenken. Der Teamchef sah die Abschlusspleite allerdings auch als klaren Arbeitsauftrag für das kommende Jahr:

Mir ist die Niederlage heute lieber als dann bei der EM. So können wir dieses Gefühl mal wieder spüren, zu verlieren. Es ist auch wichtig, dass man wieder runterkommt.

Auf Augenhöhe

Seit der Euro 2008 galt die Schweiz als Paradebeispiel für konstante Weiterentwicklung im Fußball. In Österreich hat man mit konsequenter Nachwuchs- und Entwicklungsarbeit nun ebenfalls die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt, die mit der vorzeitigen Qualifikation für die Euro 2016 in Frankreich ihren bisherigen Höhepunkt erlebt hat.
Mit der erfolgreichen Qualifikation zur EM hat es Österreich unter die Platz 10 der FIFA-Weltrangliste geschafft, die Schweiz liegt unmittelbar dahinter auf Platz 11.

Christian Schwegler analysierte im Vorfeld des Duells das geänderte Kräfteverhältnis zwischen den beiden Alpenländern.

Beide Länder haben erkannt, dass es bei der Jugendarbeit anfängt, die Schweiz vielleicht noch ein bisschen früher. Österreich hat nachgezogen und mittlerweile ein bisschen eine „Goldene Generation“ entwickelt. Die Struktur des Teams bleibt, und man muss nicht bei null anfangen. Auch in Österreich werden immer wieder Spieler nachrücken. Wenn das so weitergeführt wird, kann man lange erfolgreich sein.

WER, WANN & WO?

Insgesamt elf Roten Bullen waren auf vier Kontinenten im Länderspieleinsatz. Während in Europa die Qualifikation für die Euro 2016 nunmehr beendet ist, kämpften Yordy Reyna in Südamerika, Takumi Minamino in Asien und Naby Keita in Afrika bereits um die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland.

Für Valon Berisha und die norwegische Nationalmannschaft ist der Traum von der EM-Teilnahme leider vorbei. Nachdem die Norweger den zweiten Tabellenplatz im direkten Duell an Italien verloren hatten, mussten sie sich über die Play-off-Runde für die Euro 2016 qualifizieren. Play-off-Gegner Ungarn konnte aber sowohl das Hinspiel (0:1 / 12. November in Oslo) als auch das Rückspiel (2:1/ 15. November in Budapest) für sich entscheiden.

Naby Keita erzielte im Rahmen des WM-Qualifikationsspieles gegen Namibia (12. November) sein erstes Länderspieltor und besiegelte mit seinem Treffer in der 24. Minute auch den Sieg seiner Mannschaft in dieser Partie. Auch im Rückspiel (15. November) traf Naby (80. Minute) mit dem Siegestreffer zum 2:0 für sein Team und fixierte damit den Aufstieg der Guineer in die Gruppenphase der WM-Qualifikation.

Takumi Minamino wurde nach seinem erfolgreichen Nationalteam-Debüt erneut in den Kader der japanischen Nationalmannschaft einberufen. Im Rahmen der WM-Qualifikation standen zwei Länderspiele für Japan auf dem Programm. Am 12. November trafen die Japaner auswärts auf Singapur und konnten einen souveränen 3:0-Sieg feiern. Am 17. November war in Phnom Penh Kambodscha der Gegner, und auch dieses Match konnten die Japaner mit 2:0 für sich entscheiden. Takumi Minamino wurde in der 84. Minute eingewechselt.

Yordy Reyna und das peruanische A-Team absolvierten im ersten von zwei WM-Qualifikationsspielen ein Ländermatch gegen Paraguay und konnten dieses auch 1:0 gewinnen. Am 17. November traf Peru in Salvador auf Brasilien und musste sich dem fünffachen Weltmeister deutlich mit 3:0 geschlagen geben. Yordy Reyna, der in beiden Qualifikationsspielen von Beginn an spielte, steht mit seiner Mannschaft nach dem 4. Spieltag mit dem Rücken zur Wand, denn auf den rettenden Playoff-Platz fehlen den Peruanern vier Punkte.

Die jungen Wilden

Valentino Lazaro wurde für das U21-Nationalteam nachnominiert, nachdem Kapitän Dominik Wydra im Länderspiel gegen Deutschland gelbgesperrt war, und stand bis zur 54. Minute auf dem Feld. In einem packenden Duell unterlagen die Österreicher nach 1:0-Führung den Deutschen mit 2:4.

Duje Caleta-Car war beim kroatischen U21-Team im Einsatz. Im Rahmen der EM-Qualifikation trafen die Kroaten zuerst auf San Marino und gewannen diese Begegnung erwartungsgemäß mit 4:0. Gegen das spanische U21-Team hatte Kroatien allerdings das Nachsehen und musste sich in einer hart geführten Partie (2 Rote, 1 Gelb-Rote und 6 Gelbe Karten) mit 2:3 geschlagen geben.

Smail Prevljak spielte mit Bosnien-Herzegowinas U21-Team in der Euro-Quali gegen England. Das Qualifikationsspiel endete mit einem torlosen Remis. Smail kam von Beginn an zum Einsatz und spielte über die gesamte Spielzeit. 

Asger Sörensen wurde für  Dänemarks U21-Team nominert, kam aber aufgrund einer Verletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, nicht zum Einsatz. Die Dänen konnten beide Qualifikationsspiele (gegen Rumänien und Armenien) siegreich bestreiten.

Hany Mukhtar absolvierte mit dem deutschen U20-Team zwei Länderspiele. Gegen Italien mussten die Deutschen eine 2:0-Niederlage hinnehmen. Gegen Polen trennte man sich mit einem torlosen Remis. Hany Mukhtar kam in beiden Spielen von Beginn an zum Einsatz.

Konrad Laimer stand im Aufgebot der österreichischen U19-Nationalmannschaft für das Euro-Quali-Turnier in Georgien. Die ÖFB-U19 holte im letzten Quali-Gruppenspiel gegen den Gastgeber beim 0:0 einen Punkt und zog damit als Gruppensieger in die EM-Eliterunde ein. Nach den beiden Siegen gegen Wales (2:0) und Albanien (2:1) reichte der Mannschaft von Teamchef Rupert Marko ein torloses Remis, um mit sieben Zählern aufzusteigen. Neben Konrad Laimer kamen auch Xaver Schlager, Benjamin Kaufmann und Lorenz Grabovac vom FC Liefering zum Einsatz.

AUSZEICHNUNGEN für Yabo und Soriano

Der Deutsche Fußballbund zeichnete Reinhold Yabo gestern mit der Fairplay-Medaille im Profibereich aus. Der Mittelfeldspieler war beim Relegationsspiel zwischen dem Hamburger SV und seinem ehemaligen Verein, dem Karlsruher SC, im vergangenen Sommer trotz klaren Foulspiels - im Sinne des fairen Spiels - im Strafraum stehengeblieben. Der KSC verpasste letztlich den Aufstieg in die Bundesliga.

Kein Geringerer als WM-Finaltorschütze Mario Götze hatte per Videobotschaft Glückwünsche geschickt und lobte Reinhold Yabo, mit dem er 2009 gemeinsam U17-Europameister geworden war, als „überragenden Sportsmann“. (Quelle: DFB.de )

Herzliche Gratulation, Ray!

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Eine große Auszeichnung erhielt dieser Tage auch Jonatan Soriano im Rahmen einer Gala des katalanischen Fußballverbandes.

Unser Kapitän wurde, wie schon im vergangenen Jahr, als „Goalgetter des Jahres“ geehrt.