20. Runde tipico Bundesliga | FC Red Bull Salzburg - SK Rapid Wien 2:0 (1:0) Tore: Soriano (36.), Keita (56.)

20. Runde Tipico Bundesliga |
FC Red Bull Salzburg
VS. SK Rapid Wien

DATUM: Sonntag, 13. Dezember 2015
ORT: Red Bull Arena
ZUSCHAUER: 14.167
UHRZEIT: 16:30 Uhr 
SCHIEDSRICHTER: Alexander Harkam

Andreas Kollegger

LIVETICKER des Spiels nachzulesen unter: http://fcrbs.club/LIVE

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Wie bereits im Vorjahr traf der FC Red Bull Salzburg im letzten Heimspiel des Jahres auf den SK Rapid Wien. Diesmal allerdings mit vertauschten Rollen, denn die Wiener reisten als frischgebackener Europa League-Gruppensieger und mit dementsprechend großem Selbstvertrauen nach Salzburg. Von einer möglichen Schwäche des Gegners wegen der Doppelbelastung durch die internationalen Bewerbe wollten aber Trainer Thomas Letsch und die Mannschaft nichts hören, denn vor genau einem Jahr war es zwischen diesen beiden Teams genau umgekehrt.

Wenn Meister und Rekordmeister aufeinandertreffen, ist Hochspannung garantiert, doch wenn sich die beiden offensivstärksten Mannschaften der Bundesliga-Saison im letzten Spiel des Jahres auch noch gegenseitig die mögliche Tabellenführung streitig machen wollen, ist ein Match auf diesem Niveau an Spannung nicht mehr zu überbieten.

Beide Teams lagen vor dieser Begegnung punktegleich in der Tabelle auf Platz 2 bzw. 3 und konnten mit einem Sieg Tabellenführer Austria Wien noch an der Spitze ablösen.

FC Red Bull Salzburg - SK Rapid Wien
Andreas Kollegger

DIE MATCH-ANALYSE

Beide Mannschaften starteten heute besonders energisch und aggressiv in die Partie und wollten sich den Kampf um die Winterkrone nicht leichtfertig aus der Hand nehmen lassen. Thomas Letsch ließ die Roten Bullen heute mit einer Raute im Mittelfeld auflaufen, brachte Naby Keita vorne, dahinter Konrad Laimer sowie Benno Schmitz halbrechts bzw. Valon Berisha halblinks. Das Sturmduo bildeten erneut Hee Chan Hwang und Jonatan Soriano.

Den ersten Angriff im Spiel hatten unsere Salzburger. Einen Abschluss von Naby Keita konnte Maximilian Hofmann zwar noch klären, doch der Ball landete vor Hee Chan Hwang, der die Gunst der Stunde sofort nutzte, das Leder aufs Tor knallte und dieses knapp verfehlte.

Die besten Möglichkeiten hatten die Roten Bullen aber immer wieder durch den überragenden Naby Keita, der heute als Zehner agierte und sich auf dieser Position offensichtlich sehr wohlfühlte. Zuerst versuchte er es mit einem Distanzschuss (10.) aus gut 20 Metern und verfehlte nur wenige Minuten später per Kopfball (18.) nur knapp das Tor. In der 22. Minute konnte der pfeilschnelle Guineer bei einem Konter der Salzburger nur durch ein taktisches Foul von Steffen Hofmann gestoppt werden. Dafür sah der Rapid-Kapitän völlig zurecht die Gelbe Karte.

Nach gut einer Viertelstunde hatten die Roten Bullen zwar mehr vom Spiel, waren die bissigere und torgefährlichere Mannschaft, echte Topchancen waren jedoch bis zu diesem Zeitpunkt noch keine zu verbuchen. Das sollte sich aber schon wenig später ändern. Valon Berisha tänzelte in der 32. Minute die Rapid-Abwehr im Alleingang aus und versuchte sein Glück im Abschluss, doch Rapid-Tormann Strebinger konnte den Ball gerade noch über das Tor lenken.

In der 36. Minute gelang den Roten Bullen schließlich der längst überfällige Führungstreffer. Aus einem mustergültigen Konter heraus bediente Naby Keita Jonatan Soriano über den linken Flügel, und unser Kapitän traf mit einem gefühlvollen Schuss ins kurze Eck zum 1:0.

Der Führungstreffer sorgte – in einer ohnehin sehr temporeichen und hitzigen Partie – für noch mehr Feuer in diesem Spiel. Doch dank der guten Defensivleistung unserer Mannschaft blieb es beim 1:0-Pausenstand.

In der zweiten Spielhälfte kamen beide Mannschaften ohne personelle Änderungen aus den Kabinen, und schon in der 49. Minute erspielten sich die Salzburger durch Valon Berisha die erste Großchance. Nach einer Caleta-Car-Vorlage kam der Norweger aus rund 18 Metern zum Abschluss, der Ball ging aber knapp an der linken Stange vorbei.

Rapid Trainer Zoran Barisic reagierte daraufhin, stellte seine Mannschaft um und brachte Florian Kainz über den rechten Flügel als direkten Gegenspieler für Andi Ulmer.

Naby Keita scheiterte nach einer schönen Kombination zunächst noch an Strebinger, bekam aber nur Sekunden später eine zweite Chance und nützte diese eiskalt zum 2:0.

Auch nach dem 2:0 spielte unsere Mannschaft clever und abgebrüht und ließ bis zur 79. Minute keine Chancen des Gegners zu. Deni Alar zog rund 9 Meter vor dem Tor der Bullen ab, aber der Schuss ging deutlich über das Tor.

In der Schlussphase hatte unser Kapitän sogar noch das 3:0 auf dem Fuß. Nach einem Freistoß probierte es Valon Berisha direkt. Strebinger bekam den Ball nicht unter Kontrolle, und Soriano köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. Er stand zuvor allerdings im Abseits, der Treffer zählte daher nicht.

In der Nachspielzeit verabschiedeten die Fans ihren Kapitän mit Standing Ovations, der ihnen und sich selbst heute mit seiner Mannschaft und einer tollen kämpferischen Leistung gegen den Lieblingsrivalen das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht hatte.
 

Statements

Thomas Letsch:

Die Ausgangssituation war heute für die Fans perfekt angerichtet, wenn sich zwei Teams im direkten Duell den Winterkönig ausspielen. Wir haben heute viel Leidenschaft und unbedingten Siegeswillen gezeigt. Meine Mannschaft hat es geschafft, kompakt aufzutreten, die Räume äußerst eng zu machen und hat wenig zugelassen – das ist die Basis für einen Erfolg. Das nötige Quäntchen Glück konnten wir uns heute erarbeiten. Wir sind glücklich über den verdienten Sieg und freuen uns über die Tabellenführung.

Jonatan Soriano:

Ich bin äußerst froh, dass wir diesen durchwachsenen Herbst mit einem Erfolg gegen Rapid Wien beenden konnten. Wir haben heute eine gute Leistung gezeigt, und ich freue mich, dass ich dem Team mit meinem Treffer helfen konnte. Ich bin glücklich über Platz eins. Jetzt gehen wir mit einem guten Gefühl in die Winterpause.

Cican Stankovic:

Wir haben heute richtig gut gespielt, erneut offensiv verteidigt und wenige Chancen für Rapid Wien zugelassen. Natürlich habe ich mich über meinen Einsatz gefreut, was aber zählt, ist der Erfolg der ganzen Mannschaft und dass wir uns vor der Winterpause noch die Tabellenführung erkämpft haben.

WAS MAN SONST NOCH WISSEN SOLLTE

  • Naby Keita wurde vor dem heutigen Schlagerspiel gegen Rapid Wien vom guineischen Fußballverband als  „Spieler des Jahres“ geehrt.
  • Nicht einsatzbereit für das heutige Spiel waren Reinhold Yabo und Yordy Reyna (Rehabilitation nach Knie-OP) sowie Martin Hinteregger (Oberschenkelprellung).
  • Christoph Leitgeb hat in dieser Woche nach langer Verletzungspause wieder Teile des Trainings mit der Mannschaft absolviert. Ein Einsatz gegen Rapid kam jedoch nicht in Frage.
  • Alexander Walke zog sich im Abschlusstraining eine Schulterverletzung zu. Für ihn rückte Cican Stankovic in die Startelf auf.
  • Die Roten Bullen feierten den siebten Heimsieg der laufenden Saison und übernahmen damit nicht nur die Führung in der Tabelle, sondern sind nun auch wieder das stärkste Team der Liga in der heimischen Arena.
  • Auch im zweiten Spiel unter Thomas Letsch blieben die Salzburger ohne Gegentor.

AuFstellung & Auswechslungen

FC Red Bull Salzburg: Stankovic – Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Schmitz, Laimer, Keita, Berisha (88. Sörensen) – Hwang (58. Minamino), Soriano (90. Oberlin)

SK Rapid Wien: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl – Schobesberger (70. Alar), Petsos, Schwab, Kainz (88. Jelic) – S. Hofmann (58. Grahovac), Prosenik

GELBE KARTEN

Schwegler (78./Kritik) – S. Hofmann (22./Foul), Schwab (82./Foul)