Rückblick und Highlights der Cup-Saison 2016/17

Der FC Red Bull Salzburg feiert nach dem Meistertitel nun auch den Gewinn des ÖFB Samsung Cups 2017. Damit holen die Roten Bullen nicht nur ihren fünften Doublegewinn in der Ära Red Bull, sondern schreiben ganz nebenbei auch noch österreichische Fußballgeschichte, denn bisher war es noch nie einer heimischen Fußball-Mannschaft gelungen, vier Mal in Folge das Double zu holen.

Ein Doublegewinn ist weiß Gott keine Selbstverständlichkeit, auch nicht, wenn die Dominanz des FC Red Bull Salzburg in der heimischen Liga in dieser Saison wohl ihresgleichen sucht. In diesem Jahr haben bisher nur Juventus Turin, Schachtar Donezk, Partizan Belgrad, der FC Kopenhagen, Celtic Glasgow sowie der FC Basel das Double holen können. Viermal in Folge den Doublegewinn zu sichern, ist neben dem FC Red Bull Salzburg aktuell nur Zalgiris Vilnius aus Litauen geglückt. Weltweit ist der FC Red Bull Salzburg die erst elfte Mannschaft, der dieses außergewöhnliche Kunststück gelungen ist.

Samsung Cup-Finale

Die logische Konsequenz aus dem vierfachen Cup-Sieg ist auch, dass die Roten Bullen eine weitere beachtliche Serie wohl noch weiter ausbauen werden. Insgesamt sind die Salzburger nämlich seit 24 Pokalspielen ungeschlagen. In der kommenden Cup-Saison dürfte sich der neue Rekord an siegreichen Spielen in diesem Bewerb mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch erweitern lassen. Die letzte Niederlage setzte es im Halbfinale gegen den FC Pasching am 7. Mai 2013. Wie eine österreichische Tageszeitung vor dem Finale ausgerechnet hat, grenzt diese Siegesserie rein rechnerisch an ein kleines Wunder:

Selbst wenn Salzburg in jede Partie als 70:30-Favorit gegangen wäre, läge die Wahrscheinlichkeit für den abgelieferten Erfolgslauf bei nur 0,027 Prozent. 24 Siege in Serie? 0,02 Prozent. Oder anders ausgedrückt: In 10.000 Versuchen gelingt das nur zweimal. Baut man in die Rechnung außerdem die vier parallel erzielten Meistertitel ein, spuckt der Taschenrechner eine Prozentzahl aus, die nur noch unwesentlich höher ist als jene für den Gewinn eines Lotto-Sechsers. (Quelle: Kronen Zeitung, 31. Mai 2017)

Auf dem Weg zum Double

Gleich zu Beginn der Saison 2016/2017 waren die Roten Bullen zum Cup-Auftakt in Oberösterreich bei Vorwärts Steyr zu Gast. Was zunächst wie eine klare Angelegenheit aussah, war dann schließlich doch schwieriger als gedacht, denn gegen den Regionalligisten tat man sich ungewohnt schwer, siegte aber letztlich doch verdient mit 3:1. Nach einem 0:0 zur Pause fielen die Tore erst in der zweiten Spielhälfte nach Treffern von Stefan Lainer (61.), Bernardo (78.) und Takumi Minamino (90.). Deutlich klarer endete das Spiel in der zweiten Cup-Runde beim SC Mannsdorf in Niederösterreich. Bei diesem Match feierten Reinhold Yabo und Christoph Leitgeb nach langen Verletzungspausen ihre Pflichtspiel-Comebacks. Die Tore erzielten der Reihenfolge nach Marc Rzatkowski (2.), Asger Sörensen (19.), Hee Chan Hwang (22.), Stefan Lainer (36.), Munas Dabbur (43., 85.) und Reinhold Yabo (90.). Im ersten Cup-Heimspiel traf man auf den Sky Go Erste Liga-Klub Floridsdorfer AC und gewann ebenfalls durch Tore von Munas Dabbur (7.) und Reinhold Yabo (34.). In der dritten Runde kam der Gegner erneut aus der zweiten Liga. Gegen den Kapfenberger SV gerieten wir zwar früh in Rückstand, konnten uns aber mit dem Ausgleichstreffer von Josip Radosevic (20.) und einem späten Treffer in der Verlängerung von Pflichtspieldebütant Amadou Haidara (111.) – sein erster Treffer für die Roten Bullen - den Aufstieg ins Halbfinale sichern. Dort trafen wir ausgerechnet auf den FC Flyeralarm Admira, eine jener Mannschaften, die es uns in der Meisterschaft davor immer besonders schwer gemacht hatten. Doch schwer tat man sich an diesem Abend auswärts in der Südstadt ganz und gar nicht. Im Gegenteil, denn Trainer Oscar Garcia schwärmte unlängst noch von dem bisher besten Spiel seiner Mannschaft in dieser Saison: Das Cup-Halbfinale gegen die Admira war nicht nur ein wichtiger und hoher Sieg, sondern auch spielerisch genau nach dem Geschmack des Cheftrainers. Die Tore beim 5:0-Erfolg gegen den Ligakonkurrenten erzielten Takumi Minamino (7., 82.), Wanderson (29.), Konrad Laimer (48.) und Valentino Lazaro (60.).

Die Pokalschlacht zu Klagenfurt

Die 82. Auflage des Pokal-Endspiels zwischen dem FC Red Bull Salzburg und Ligakonkurrent SK Rapid Wien war zudem schon Tage vor dem Aufeinandertreffen der Cup-Finalisten eines der brisantesten Duelle der jüngeren Vergangenheit in der Geschichte des ÖFB Cups.

Auch wenn der Sieg im Cup-Finale knapper ausfiel als erwartet, war der Sieg gegen den SK Rapid Wien letzten Endes hochverdient. Trainer Oscar Garcia lobte seine Mannschaft nach dem Spiel und war besonders beeindruckt von der Nervenstärke seines Teams. Unser Trainer hatte sich nämlich für das Finale einen sehr riskanten Matchplan überlegt, der zum Glück aufging, zumindest wissen wir jetzt, dass ein Valon Berisha als Sechser und ein Konrad Laimer im Sturm eingesetzt werden können. Einiges könnte darauf hindeuten, dass diese Taktikverschiebungen und Rollenwechsel in der kommenden Saison öfter zu sehen sein werden.

Oscar Garcia:

Wir wussten ja bereits im Vorfeld, dass es ein ganz schwieriges Spiel werden würde, denn Rapid hatte es uns ja unter Goran Djuricin als Trainer schon in der Meisterschaft zuletzt sehr schwer gemacht. Wir waren aber heute in puncto Chancenauswertung effizienter und haben kaum Chancen des Gegners zugelassen. Rapid hat sehr druckvoll nach vorne gearbeitet und ist ein sehr hohes Tempo gegangen. Es war vielleicht nicht unser bestes Spiel heute, aber dennoch haben wir auch diesen Titel verdient geholt. Es war ein sehr emotionsgeladenes Match.

Konrad Laimer:

In einem Endspiel musst du einfach anders auftreten als in der Liga. Das wussten wir und darauf haben wir die letzten Tage hingearbeitet und uns, denke ich, auch viel einfallen lassen. Aber es war ein ganz schwieriges Spiel für uns. Wir sind sehr glücklich über diesen Titel! Ein herzliches Dankeschön an unsere Fans, die uns heute hier unterstützt haben.

Valentino Lazaro:

Eigentlich war es diesmal kein gutes Spiel von mir. Umso glücklicher bin ich, dass ich das Siegestor erzielen und damit meiner Mannschaft helfen konnte. Es war ein sehr schwieriges Spiel. Nach dem Ausgleich war Rapid sogar noch stärker. Wir haben aber Geduld bewiesen, uns nicht beeindrucken lassen und das, was wir uns vorgenommen haben, clever zu Ende gespielt. Wir können wirklich sehr stolz sein, denn dieser Titel war kein Spaziergang, sondern ein richtig harter Kampf.

DOUBLE-PARTY IM FANZUG

Auch wenn das Publikum im Wörthersee Stadion zu großen Teilen grün-weiße Trikots getragen hat, waren rund 2.000 Fans der Roten Bullen mit dem ÖBB-Sonderzug, der auch in dieser Saison erneut ausverkauft war, von Salzburg nach Klagenfurt angereist. Die Mannschaft ließ es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr wieder mit den Fans im Zug zurück nach Salzburg zu fahren. Ein perfekter Abschluss für Spieler und Fans für eine außergewöhnliche und ereignisreiche Saison.

An dieser Stelle möchten uns noch einmal  im Namen der Mannschaft und des Trainer- und Betreuerteams für die großartige und faire Unterstützung unserer Fans in Klagenfurt bedanken!