Wer hat schon mal 500 Wäscheteile an einem Tag gewaschen, getrocknet, sortiert und zusammengelegt? Wir kennen zwei, die das tagtäglich machen und das nur nebenbei ...

Die Roten Bullen sind gut gelaunt, gesund und munter mit „Sack und Pack“ in Dubai angekommen.

Heute Vormittag hat die Mannschaft bereits das erste Training im NAS Sports Complex absolviert, das nur wenige Minuten vom Mannschaftshotel entfernt ist und über einen ausgezeichneten Rasenplatz sowie umfangreiche Kraft- und Regenerationsbereiche verfügt. Top Bedingungen also für unsere Salzburger, die sich in der Hauptstadt des arabischen Emirats bis zum 31. Jänner auf die Frühjahrssaison vorbereiten werden.

Um alles andere kümmern sich die Mitglieder des mitgereisten Betreuerstabs und machen es möglich, dass unsere Spieler alles zur Verfügung haben, was sie benötigen, um optimal vorbereitet in die kommende Frühjahrssaison starten zu können.

Das Team hinter unserem Team

Daher nehmen wir das Trainingslager in Dubai zum Anlass, die großartige Arbeit unseres Betreuerteams etwas in den Vordergrund zu rücken, denn auch sie haben ebenso viel Anteil an unseren Titeln wie unsere Spieler auf dem Feld.

Im ersten Teil unserer Serie wollen wir euch zeigen, was zum Beispiel alles notwendig ist, um eine Mannschaft auf Reisen zu schicken?

Thomas Strasser – seit vielen Jahren beim FC Red Bull Salzburg hauptverantwortlicher Zeugwart – ist unser „Mann fürs Grobe“, wenn es darum geht, einen reibungslosen Trainingsalltag und Spielbetrieb auf die Beine zu stellen, egal wo die Mannschaft gerade ihre Zelte aufgeschlagen hat. Die Roten Bullen legen ja in einer Saison alleine in der Meisterschaft ca. 12.000 km zurück, ebenso viele Flugkilometer sind es bei den internationalen Spielen. Zweimal im Jahr absolviert unsere Mannschaft zudem auch ein Trainingslager. Überall dort, wo die Roten Bullen für ein Training oder ein Spiel auf den Platz kommen, muss ein exakt identer Ablauf geschaffen werden wie zu Hause im Trainingszentrum Taxham. Bei 50 Hotelübernachtungen bei Auswärtsreisen im Jahr ein echter Kraftakt.

Damit es unserer Mannschaft auch in Dubai an absolut nichts fehlt, sind Thomas Strasser und Hakan Efe rund um die Uhr im Hintergrund damit beschäftigt, dass alles zur Verfügung steht, was unsere Spieler für eine optimale Vorbereitung im Trainingscamp benötigen. Und das muss alles erstmal von A nach B gebracht werden.

Kraftakt

Um 1,5 Tonnen Reisegepäck von Salzburg, über München, nach Abu Dhabi und schließlich nach Dubai zu bewegen, mussten etwa 40 Transportkisten (à 30 kg) randvoll mit Trainingsbekleidung, Trainingsutensilien (Trainingsleiberl, Hütchen, Stangen etc.), Verbandsmaterial und Therapiebedarf (Verbandskoffer, Trinkflaschen, Tapes, Mullbinden, Eissprays, Massageöle etc.), medizinische Geräte (Ultraschall, Elektro-Stimulationsgeräte etc.) usw., usw. … fachgerecht gepackt und transportiert werden.

Krisensicher

Nicht einmal unvorhergesehene Dinge können den routinierten und erfahrenen Zeugwart noch aus der Ruhe bringen, denn hin und wieder kann es schon mal vorkommen, dass etwas verloren geht. Thomas Strasser sieht das aber ganz gelassen:

Ich kann mich nicht erinnern, dass bei uns mal eine Kiste verloren gegangen wäre. Obwohl wir sehr viel unterwegs sind, passiert das nicht oft. Klar kommt es vor, dass unsere Spieler etwas zu Hause vergessen oder ein Koffer mal nicht ankommt, aber das ist ja heutzutage eh selten ein Problem. Wenn allerdings wieder ein Ball irgendwo verloren geht, dann ärgert mich das schon (lacht).

Was die Arbeit unserer Zeugwarte allerdings manchmal unnötig erschwert, ist der dehnbare Begriff „Disziplin“ bei einigen Spielern. Aber auch da hat Thomas Strasser mittlerweile eine „Engelsgeduld“, wenn es darum geht, seine Spieler zur Ordnung zu erziehen.

Die Generation unter Alexander Zickler und Niko Kovac waren routinierte und sehr disziplinierte Spieler, bei denen Pünktlichkeit und Ordnung ganz normal waren. Da wir jetzt hauptsächlich eher jüngere Spieler in der Mannschaft haben, muss man da und dort schon mal Erziehungsmaßnahmen setzen (lacht). Sprich: Man muss manchmal gewisse Dinge öfter sagen. Aber unsere „gute Seele“ im Team, Alexander Walke, führt da ein sehr strenges Regiment, und dann klappt das auch.

Wer zu Hause eine fünfköpfige Familie hat, wird in etwa nachvollziehen können, wie viel echte Leidenschaft, Schweiß und Herzblut es erfordert, einen ganz normalen Familienalltag zu managen. Für Thomas Strasser und Hakan Efe ist es hochgerechnet also die zehnfache Arbeit. Beim Trainingslager müssen sie auch dafür sorgen, dass trotz der geänderten Bedingungen vor Ort ein ganz normaler Trainingsbetrieb möglich ist.

In der Regel beginnt der Arbeitstag unserer Zeugwarte schon um 7:30 Uhr und endet grob geschätzt nie. Von jedem Spieler, Trainer und Betreuer sind täglich ca. 8–12 Teile (Pullis, Jacken, Trikots, Hosen, Unterziehleiberl, Socken usw.) zu waschen. Bei einem 50 Mann hohen Team sind das in etwa 400–500 Wäschestücke pro Tag. Dazu kommen noch 70–80 Handtücher, die unsere Spieler entweder nach dem Duschen oder auch bei der Therapie benötigen. Aber mit Waschen alleine ist es freilich nicht getan, denn die Wäsche muss ja auch getrocknet, sortiert, zusammengelegt und pünktlich zurechtgelegt werden. Selbstverständlich ist auch das noch nicht alles, denn die 25 Paar Trainings-Schuhe putzen sich freilich nicht von alleine, und da es noch keine Maschine gibt, die fachgerecht Sportschuhe putzt, wird das von unseren Zeugwarten per Hand erledigt.

Vor den Trainings kümmern sich die beiden auch darum, dass die Mannschaft am Platz alles vorfindet, was für die jeweilige Trainingseinheit erforderlich ist.

Wir erfahren in der Regel einen Tag vorher vom Trainerstab, was wir am nächsten Tag an Trainingsutensilien vorbereiten sollen. Da der Weg vom Hotel zum Trainingsplatz diesmal nicht allzu weit ist, sind wir hier in Dubai sehr flexibel. Sollte es irgendeine spontane Änderung im Trainingsplan geben, können wir schnell reagieren und binnen kürzester Zeit auch während des Trainings alles nach Wunsch bereitstellen.

Grundvoraussetzung für ein professionelles und gutes Training ist daher, dass in allen Bereichen, egal ob am Platz oder in der Kabine, jeder Teil der Mannschaft ineinander greift.

Vorschau

Im zweiten Teil verraten wir euch, wie ein Trainingslager für die Roten Bullen geplant wird, wer im Trainingslager alle Fäden in der Hand hat, wer dafür sorgt, dass unsere Mannschaft nur das Beste auf den Teller bekommt und wie ein üblicher Tagesablauf für unsere Spieler im Trainingscamp so aussieht. Nur so viel sei vorab verraten: Urlaub macht hier niemand!