UEFA Europa League-Gruppenphase: FC Krasnodar vs. FC Salzburg 1:1 (0:1). Tore: Dabbur (37.) bzw. Smolov (85.)

Der FC Salzburg spielt beim FC Krasnodar 1:1 (1:0), vergibt dabei leider etliche Topchancen und hat somit auch rechnerisch vor dem letzten Gruppenspiel gegen den FC Schalke 04 nicht mehr die Möglichkeit, in das Europa League-Play-off aufzusteigen. Den Treffer der Roten Bullen erzielte Munas Dabbur (37.).

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Wisdom, Upamecano, Miranda, Ulmer – Lazaro, Radosevic, Samassekou, Berisha (88. Schlager) – Dabbur, Gulbrandsen (73. Hwang)

FC Krasnodar: Kritsyuk – Kaleshin, Naldo, Granqvist, Torbinski – Eboue (58. Gazinski), Kabore, Pereyra (46. Laborde) – Akhmedov, Smolov, Joaozinho (73. Izmailov)

GELBE KARTEN

Berisha (42./Foul) bzw. Kaleshin (57.), Laborde (76.)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Die Roten Bullen brauchten heute einen Auswärtssieg, um die Chance auf den Aufstieg in die nächste Runde in der UEFA Europa League zu wahren, und hatten dabei auf personeller Ebene mit einigen unangenehmen Ausfällen zu kämpfen.

Dem FC Krasnodar, der das Hinspiel gegen die Salzburger mit 1:0 gewinnen konnte, gelang in der vergangenen Meisterschaftsrunde gegen Ural Jekaterinenburg der erste Heimerfolg (3:0) in der neuen Heimstätte der „Bullen“ aus Russland. Das Team von Trainer Igor Shalimov liegt damit in der Tabelle der russischen Meisterschaft auf Rang 5 und somit ein wenig hinter den Erwartungen des ambitionierten Klubs, der nicht nur mit der neuen Wirkungsstätte neue Maßstäbe setzen will.

Für die Roten Bullen lief es, mit Ausnahme der „Wasserschlacht zu Mattersburg", hingegen ganz hervorragend, sowohl beim 2:0-Sieg in der Europa League gegen Nizza als auch zuletzt gegen Titelkonkurrent Rapid Wien. Somit stellt sich die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia dem heutigen „Duell der Bullen" mit breiter Brust.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren heute Smail Prevljak (Knie), Wanderson und Jonatan Soriano (beide Oberschenkelverletzung). Der Einsatz von Marc Rzatkowski (zuletzt krank) bzw. Hee Chan Hwang (Oberschenkelverletzung) war fraglich. Konrad Laimer fehlte aufgrund einer Sperre (3. Gelbe Karte).

TAKTIK

Vor allem die zahlreichen Ausfälle in der Offensive bereiteten Trainer Oscar Garcia etwas Kopfzerbrechen, aber auch im letzten Meisterschaftsspiel gegen den SK Rapid Wien zeigte seine Mannschaft, dass sie notfalls auch ohne Kapitän Jonatan Soriano torgefährlich sein kann. Allerdings ist auch verständlich, dass unser Trainer für so ein wichtiges Spiel wie heute gerne die Qual der Wahl gehabt hätte.

Unser Trainer setzte daher auf das verbliebene Sturmduo Fredrik Gulbrandsen und Munas Dabbur. Für den gesperrten Koni Laimer rückte Josip Radosevic in die Startformation und nur aus taktischen Gründen bekam heute der groß gewachsene Andre Wisdom den Vorzug vor Stefan Lainer, der ja gegen Rapid Wien am vergangenen Wochenende das Siegestor erzielte.

Unser Routinier Andi Ulmer bestritt heute seinen 34. Einsatz in der UEFA Europa League (Qualifikationsrunden nicht einberechnet) und ist somit der Spieler mit den meisten Einsätzen für den FC Salzburg in UEFA-Wettbewerben. Gleichzeitig überbot er auch den Pflichtspielrekord von Christoph Leitgeb, der für den FC Red Bull Salzburg 289 Spiele absolviert und diese Bestmarke bisher gehalten hatte. Mit seinem 290. Pflichtspiel ist nun sein langjähriger Teamkollege der Rekordhalter für die meisten Pflichtspiele eines aktiven Spielers im Dress der Roten Bullen. 

FK Krasnodar vs. FC Salzburg

DIE MATCH-ANALYSE

Noch keine Minute war gespielt und schon brannte es lichterloh in unserer Hälfte des Spielfeldes. Zuerst konnte Youngster Dayot Upamecano den ersten Vorstoß der Russen gerade noch vereiteln, verschaffte uns damit aber nur etwas Zeit, ehe Krasnodars Topstar Fedor Smolov unter Szenenapplaus den heranstürmenden Mauricio Pereyra in die Spitze schickte. Paulo Miranda war aber einen Tick schneller und konnte die Situation gerade noch klären.

Mit offenem Visier

Aber schon nach wenigen Minuten fanden die Roten Bullen etwas besser in die Partie und konnten den Angriffsversuchen der Hausherren Einhalt gebieten. Die erste Großchance hatte Fredrik Gulbrandsen (7.) auf dem Fuß, als er nach einem Querpass gut nachsetzte und so Krasnodars Tormann Stanislav Kritsyuk in Bedrängnis brachte, der etwas zu weit vor seinem Gehäuse stand. Der Abschluss des Salzburgers fiel aber zu schwach aus. Wenig später setzte sich Valentino Lazaro mit einem sehenswerten und starken Dribbling selbst in Szene, doch leider war auch sein Abschluss noch zu zaghaft und stellte für den Krasnodar-Goalie kein Problem dar. Aber Aktionen wie diese stärkten das Selbstbewusstsein unserer Mannschaft, schürten die Ungeduld bei den russischen Fans und setzten den Gegner damit auch mental etwas unter Druck. Diesen Vorteil nutzten unsere Salzburger zunächst sehr gut und erspielten sich weiter Torchance um Torchance, wie etwa in der 16. Minute Fredrik Gulbrandsen nach einem weiten Pass von Dayot Upamecano oder in der 22. Minute, als Valentino Lazaro flach in den Rückraum spielte und Valon Berisha per Direktannahme leider nur Aluminium traf.

bewährtes Dreieck

Wie schon im letzten Meisterschaftsspiel gegen den SK Rapid Wien kristallisierte sich eine Offensiv-Achse heraus, diesmal hauptsächlich über Berisha-Gulbrandsen-Lazaro, aber auch über Munas Dabbur, der aber von Krasnodars Hintermannschaft gut bewacht und oft gefoult wurde. Aber einen Munas Dabbur einmal unbeobachtet zu lassen, kann sich rächen bzw. aus unserer Sicht betrachtet natürlich höchst erfreulich sein. In der 37. Minute wurde Munas Dabbur mit einer gefühlvollen Hereingabe von Josip Radosevic bedient. Der Israeli lauerte am zweiten Pfosten auf seine Chance und traf per Kopf zur völlig verdienten Führung der Salzburger. Unsere Mannschaft musste in der ersten Halbzeit zwar viel laufen und rackern, war aber doch klar das spielbestimmende Team, was auch ein Blick auf die Halbzeit-Statistik belegt, denn 9:2 Torchancen sind doch ein eindeutiger Wert zugunsten unserer tapferen Elf. Die russischen Fans mussten das wohl ähnlich gesehen haben, denn sie begleiteten ihre Mannschaft jedenfalls nicht mehr mit Applaus in die Kabine – eher im Gegenteil.

KRASNODAR MUSSTE HANDELN

Nach Wiederanpfiff zeigte Krasnodars Trainer Igor Schalimov erstmals Reaktion und brachte zur Pause Yuri Gazinski statt Mauricio Pereyra neu ins Spiel. Krasnodar begann sehr körperbetont und versuchte immer wieder, teils mit unangenehmen Fouls, den Spielaufbau unserer Mannschaft zu stören, das gelang aber nur zeitweise. Letztlich waren es doch wieder nur Lazaro und Co., die gute Torchancen herausspielten, wenngleich Krasnodar immer wieder gefährlich in unseren Strafraum vordringen konnte. Unsere Defensiv-Abteilung hinderte die Russen mit viel Einsatz daran, zum Abschluss zu kommen. Wenn Krasnodar gefährlich werden konnte, dann über den linken Flügel.

ÜBERLEGEN, ABER …

Ab der 60. Minute baute sich aber auch langsam der Druck bei den Roten Bullen auf, den Vorsprung auszubauen und dafür gab es bis zu diesem Zeitpunkt nur ein paar Halbchancen. Zu wenig, um vor dem Beginn der Schlussviertelstunde noch alles klarzumachen. Die beste Möglichkeit dafür ergab sich aus einer Standardsituation. Ricardo Laborde traf Josip Radosevic klar mit dem Bein. Eine durchaus vertretbare Gelbe blieb zwar aus, den Freistoß gab es aber dennoch. Valon Berisha (64.) versuchte es direkt, setzte den Ball aber über die Querlatte.

Bittere Pille

Aber dann kam es, wie wir es so oft erleben, wenn es um entscheidende Spiele in internationalen Bewerben ging. Die Roten Bullen waren klar die bessere Mannschaft in nahezu allen Bereichen und letztlich war es dann doch die Abgebrühtheit des Gegners, der uns in den Schlussminuten noch einen Schlag verpassen konnte. In der 83. Minute hatte Valentino Lazaro nach einer Flanke von Hee Chan Hwang noch das vorentscheidende Tor im auf dem Fuß, doch wenig später machten die Russen unsere Hoffnung auf einen möglichen Aufstieg ins Europa League-Play-off endgültig zunichte. Nach einer Flanke von der rechten Seite, die Walke gerade mit den Fingerspitzen nicht mehr erreichte, prallte das Leder von der Stange direkt vor die Beine von Vollstrecker Fedor Smolov, der sich die Möglichkeit nicht nehmen ließ und zum 1:1 ausglich.

Schützenhilfe von der U19 in Krasnodar

STATEMENTS

Oscar Garcia

Das Einzige, was uns heute gefehlt hat, war, dass wir das zweite Tor nicht gemacht haben und der Gegner die einzige Halbchance, die er hatte, zum Ausgleich nutzen konnte. Wir wussten, dass wir keine Fehler machen dürfen und Krasnodar hat aus einer halben Chance ein Tor gemacht. Ich bin aber dennoch zufrieden mit meiner Mannschaft, denn ansonsten müssen wir uns nichts vorwerfen.

Munas Dabbur

Ich bin natürlich hin- und hergerissen, denn klarerweise freue ich mich über mein Tor, allerdings ist das Ergebnis kein Grund zur Freude. Es fühlt sich an wie eine Niederlage, und dabei hätten wir uns den Sieg heute wirklich verdient.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Im letzten Gruppenspiel geht es für die Roten Bullen zwar nicht mehr um den Aufstieg in die nächste Runde, dafür aber um eine gute Möglichkeit, sich mit einer guten Leistung gegen den Gruppenleader für diese Saison von der internationalen Bühne zu verabschieden, denn das letzte Spiel bestreiten die Roten Bullen dann vor eigenem Publikum gegen den FC Schalke 04. Für dieses Topspiel wurden schon mehr als 20.000 Tickets verkauft.

IN DER LIGA ZU HAUSE gegen die Admira

Bereits in wenigen Tagen, am Sonntag, den 27. November 2016, geht es für unsere Jungs weiter. Dann steht nämlich in der Tipico Bundesliga ab 16:30 Uhr die Heimpartie gegen die Admira auf dem Programm.