UEFA Europa League-Gruppenphase: FC Salzburg vs. OGC Nice 0:1 (0:1). Tor: Plea (13.)

Der FC Salzburg verliert das Heimspiel gegen OGC Nice, den Tabellenführer der französischen Ligue 1, durch ein frühes Gegentor (13. Minute, Plea) mit 0:1.

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Wisdom, Ulmer – Rzatkowski, Laimer, Radosevic, Lazaro (80. Minamino) – Gulbrandsen (83. Hwang), Soriano (83. Dabbur)

OGC Nice: Cardinale – Baysse, Dante, Sarr – Ricardo, Dalbert Estevao (76. Belhanda) – Koziello (74. Cyprien), Bodmer (73. Seri), Walter – Plea, Eysseric

GELBE KARTEN

Hwang (85./Foul), Laimer (88./Foul) bzw. Dalbert (71./Foul), Eysseric (93./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

OGC Nice ist auf nationaler Ebene derzeit wohl die große Überraschung in der starken französischen Liga. Im UEFA-Ranking liegt die Ligue 1, hinter Spaniens La Liga, Deutschlands Bundesliga, Englands Premier League und Italiens Serie A auf Rang 5 der einflussreichsten Ligen Europas. Die heimische Tipico Bundesliga rangiert im Vergleich dazu auf Rang 16.

Mit Lucien Favre steht bei den Franzosen außerdem ein sehr erfahrener Trainer an der Seitenlinie (lange Jahre Coach von Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC Berlin). Auch am Spielersektor hat OGC Nice mit dem italienischen Stürmer Mario Balotelli (heute leider verletzt) und dem Brasilo-Verteidiger Dante sehr bekannte und erfolgreiche Spieler in seinen Reihen.

Obwohl OGC Nice in dieser Partie als klarer Favorit gilt, liegt das Team von Lucien Favre in der Europa League deutlich hinter den Erwartungen. Auch die Franzosen stehen im dritten Spiel noch ohne Punkte da und brauchen, ebenso wie unsere Salzburger, heute einen Sieg, um in der Gruppe I die theoretische Chance auf den Aufstieg noch zu wahren.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Christian Schwegler, Smail Prevljak, Christoph Leitgeb (alle Knieverletzung), Wanderson (Oberschenkelverletzung) sowie Dayot Upamecano (Hüftverletzung).

TAKTIK

Im Vergleich zum letzten Pflichtspiel in der Meisterschaft bestritt Trainer Oscar Garcia heute das dritte Gruppenspiel zur UEFA Europa League mit gleich vier neuen Akteuren in der Startaufstellung. Mit Josip Radosevic, Andre Wisdom, Marc Rzatkowski und Fredrik Gulbrandsen in einer 4-4-2-Formation wird auch Nizzas Trainer Lucien Favre nicht gerechnet haben.

FC Salzburg vs. OGC Nizza

DIE MATCH-ANALYSE

Im dritten Spiel der UEFA Europa League trafen in der Gruppe I die beiden Tabellen-Leader FK Krasnodar und Schalke 04 aufeinander, in Salzburg hingegen matchten sich die beiden Gruppen-Schlusslichter OGC Nice und der FC Salzburg um die ersten Punkte im laufenden Bewerb. Aus diesem Grund herrschte zwar wettertechnisch Eiseskälte in der Red Bull Arena, auf dem Spielfeld aber ging es heiß zur Sache.

Früher Rückstand

Beide Teams versuchten sich gleich nach dem Anpfiff die Vormachtstellung in dieser Partie zu sichern, und die Roten Bullen konnten durch Jonatan Soriano (3.) auch den ersten nennenswerten Angriff in Richtung Tor starten, doch diese erste gute Chance konnte Mathieu Bodmer gerade noch vereiteln. Nach Vorarbeit von Marc Rzatkowski wurde wenig später Stefan Lainer im Strafraum zu Fall gebracht. Der ukrainische Unparteiische ließ jedoch weiterspielen. Nizza erwischte den besseren Start in die Partie und kam schon in der 13. Minute durch Alassane Plea zum frühen Führungstreffer.

Doppelchance

Unsere Salzburger – durch den 0:1-Rückstand unter Druck geraten – erholten sich schnell wieder von dem Schock und kamen durch eine Doppelchance von Fredrik Gulbrandsen wieder besser ins Spiel. Zuerst scheitert der Norweger nach einem schönen Zuspiel von Marc Rzatkowski aus kurzer Distanz an Goalie Yoan Cardinale, kurz darauf setzte er einen Eckball per Kopf knapp daneben. Immer wieder versuchte auch Stefan Lainer auf dem Flügel durchzukommen, wurde aber von seinem Gegenspieler gut bewacht. In der 24. Minute gelang Lainer mit schönem Antritt am rechten Flügel ein gutes Zuspiel auf Jonatan Soriano, der direkt auf Fredrik Gulbrandsen ablegte. Nizzas Top-Verteidiger Dante konnte den Ball jedoch gegen unseren kampfstarken Stürmer abschirmen.

Aufwärtstrend

Vor dem Ende der ersten Halbzeit agierten unsere Mozartstädter immer cleverer und konnten den Gegner gut in der eigenen Hälfte einschnüren. Auch die Statistik zur Pause – mit 5:2-Torchancen – sprach eindeutig für Soriano und Co. Alleine unser Kapitän war, wie wir es von ihm auch gewohnt sind, sehr aktiv vor dem gegnerischen Tor und versuchte immer, gute Akzente nach vorne zu setzen, brachte aber auch seinen Sturmpartner Gulbrandsen des Öfteren uneigennützig ins Spiel.

Mit voller Kraft und Leidenschaft

Nicht einmal eine Minute nach Wiederanpfiff kamen unsere Roten Bullen mit einem Blitzangriff zur bis dato größten Chance in dieser Partie. Nach einem Einwurf von Andi Ulmer kam Fredrik Gulbrandsen am Flügel an den Ball und bediente von dort Konrad Laimer mit einer perfekten Flanke, doch dieser konnte den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen. Auch wenige Minuten später hatten wir erneut den Ausgleich auf dem Fuß. Ein Lazaro-Lochpass landete bei Gulbrandsen (51.), dessen Abschluss konnte erneut Dante abfangen. Marc Rzatkowskis Abschluss in der 58. Minute war beherzt, aber leider etwas zu zentral und kein Problem für den jungen Schlussmann der Franzosen. Gute fünf Minuten später brachte sich auch Josip Radosevic ins Gespräch und versuchte es aus der Distanz, doch sein Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Mangelnde Angriffslust und Leidenschaft konnte man unserer Mannschaft in diesem Spiel bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht vorwerfen, denn der verdiente Ausgleich schien zum Greifen nah. Auch das 4-4-2-System setzte unsere Mannschaft sehr gut um, und auch die Neulinge in der Startelf machten eine mehr als gute Figur.

Die Uhr tickt

In der 65. Minute zappelte der Ball erstmals im Netz der Franzosen, aber Schiedsrichter Ievgenii Aranovskyi entschied auf Abseits, da Valentino Lazaro, der die Flanke auf Gulbrandsen brachte, beim Zuspiel von Andi Ulmer leider einen Tick zu weit vorne stand. In der Schlussviertelstunde kam erschwerend auch noch der Zeitdruck dazu. Daher wechselte Trainer Oscar Garcia gleich zwei Mann zur selben Zeit aus. Für Soriano und Gulbrandsen kamen Takumi Minamino und Munas Dabbur ins Spiel. Wenige Minuten zuvor war Hee Chan Hwang für Valentino Lazaro gekommen. Letztlich änderte das aber nichts mehr an der knappen und sehr bitteren Niederlage für unsere Roten Bullen, die auch im dritten Gruppenspiel punktelos geblieben sind und nun nur noch auf ein Wunder hoffen können. Aber auch Wunder passieren im Fußball!

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Wir haben einen Fehler gemacht, und den hat der Gegner natürlich ausgenützt. Das Problem mit der Chancenauswertung haben wir nicht nur in der Europa League, sondern auch in der Meisterschaft. Für mich zählt, dass wir weiterhin gute Torchancen herausspielen. Wir werden weiter daran arbeiten und uns weiter verbessern. Wenn du dir auf einem so hohen Spielniveau einen Konzentrationsfehler erlaubst, wirst du natürlich dafür auch bestraft. Viele Torchancen des Gegners haben wir aber nicht zugelassen. Die Leistung der Spieler hat für mich gestimmt.

Konrad Laimer:

Nach dem frühen Rückstand waren wir etwas verunsichert, haben aber dann 60 Minuten lang sehr gut gespielt und selbst auch viele Chancen kreiert. Wir hätten uns zumindest den Ausgleich verdient.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Bereits in drei Tagen, am Sonntag, den 23. Oktober 2016, geht es für unsere Jungs weiter. Dann steht nämlich in der Tipico Bundesliga ab 14:00 Uhr die Auswärtspartie bei Aufsteiger SKN St. Pölten auf dem Programm.

Am Nationalfeiertag (Mittwoch, 26. Oktober 2016 – 16:00 Uhr) treffen unsere Jungs in der 3. Runde des Samsung Cups auf den Floridsdorfer AC und wollen dort den 21. Cup-Sieg in Folge feiern und somit die Rekordmarke von FK Austria Wien überflügeln. Dazu brauchen sie eure Unterstützung – Ticketinfos: http://www.fcrbs.club/SamsungCup