Rote Bullen gewinnen auswärts bei der Wiener Austria

17. Runde Tipico Bundesliga | FK Austria Wien vs. FC Red Bull Salzburg 1:3 (0:0) Tore: Martschinko (47./ET), Laimer (64.), Minamino (86.) bzw. Kayode (70.)

Der FC Red Bull Salzburg gewinnt bei FK Austria Wien mit 3:1 (0:0) und kann dank besserem Torverhältnis den dritten Tabellenplatz von den Wienern zurückerobern. Die Tore der Roten Bullen erzielen Christoph Martschinko mit einem Eigentor sowie Konrad Laimer (64.) und Takumi Minamino (86.)

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke – Lainer, Upamecano, Miranda, Ulmer –  Lazaro, Laimer, Samassekou (75. Radosevic), Berisha – Dabbur (66. Minamino), Gulbrandsen (19. Hwang)

FK Austria Wien: Hadzikic – Stryger Larsen, Filipovic (69. Windbichler), Rotpuller, Martschinko (85. Tajouri) – Serbest, Holzhauser – Prokop (62. Venuto), Grünwald, Friesenbichler – Kayode

GELBE KARTEN

Samassekou (40./Foul), Dabbur (63./Unsportlichkeit), Laimer (80./Foul) bzw. Filipovic (24./Foul), Serbest (73./Foul), Friesenbichler (85./Foul), Holzhauser (90./Foul), Windbichler (93./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Im direkten Vergleich der beiden Teams ist der Vorteil zumindest leicht auf der Seite der Wiener Austria. Der Gastgeber hat uns in der vergangenen Runde mit dem Auswärtssieg über den Wolfsberger AC in der Tabelle überholt und liegt nun mit 31 Punkten auf dem dritten Rang. Auch auf dem Torkonto haben die Veilchen mit 31:28 Toren die Nase vorne, allerdings hat die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia nur 14 Gegentore kassiert, die Wiener Austria mit satten 24 Gegentreffern deutlich mehr. Darüber hinaus haben wir bis dato 70 Schüsse (279) mehr abgegeben als unser heutiger Gegner (209). Allerdings hat die Austria einen deutlich höheren Wert in puncto Chancenauswertung, denn 18 Prozent der Torchancen fanden den Weg ins Tor, bei den Roten Bullen waren es nur 13 Prozent. Heute wäre es an der Zeit, diesem unglücklichen Umstand ein Ende zu setzen, denn im direkten Duell gegen die Austria können wir im Bestfall nur den Punktegleichstand wiederherstellen, um den Anschluss an das Spitzenfeld nicht zu verlieren.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren einmal mehr Smail Prevljak (Knie), Wanderson und Jonatan Soriano (beide Oberschenkelverletzung). Marc Rzatkowski fiel wegen eines grippalen Infekts kurzfristig aus und konnte daher heute nicht zum Einsatz kommen.

TAKTIK

Trainer Oscar Garcia baute erneut auf die 4-4-2-Grundordnung mit Fredrik Gulbrandsen und Munas Dabbur als Sturm-Duo. Nachdem zuletzt Andre Wisdom für die beiden Gelb-Rot- bzw. Rot-gesperrten Innenverteidiger Dayot Upamecano und Paulo Miranda einspringen musste, setzte der Spanier wieder auf seine bewährte Hintermannschaft.  

DIE MATCH-ANALYSE

Vor dem Anpfiff gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Flugzeugunglücks in Kolumbien, bei dem fast die gesamte Mannschaft des AF Chapecoense ums Leben kam. Keine leichten Tage auch für unsere beiden Brasilianer Paulo Miranda und Tormann Airton, die unter den Verunglückten auch Freunde betrauern: 

Paulo Miranda:

Ich kannte Caramelo, Tiego und Cleber Santana! Alles Freunde von mir! Wir haben zusammen gespielt! Das sind gerade sehr traurige Tage, nicht nur für mich sondern für die ganze Fußballwelt. Ich hatte die Ehre, diese wunderbaren Menschen kennenzulernen. Wie schrecklich muss es erst für ihre Familienangehörigen sein, die an jenem Tag einen letzten Kuss oder eine letzte Umarmung von ihren Geliebten bekommen haben. Dieser Tag wird sich als ein düsteres Datum in die Fußballgeschichte eintragen, und mein größtes Mitgefühl gilt allen Betroffenen.

Airton:

Angesichts dieser Tragödie, von der wir alle überrascht wurden, schicke ich allen Hinterbliebenen, die ihre geliebten Familienangehörigen verloren haben, viel Licht, Kraft und Gebete, damit sie in der nächsten Zeit stark bleiben. Vor allem wünsche ich meinen beiden Freunden Alan und Follmann viel Kraft. Sie haben zwar das Unglück überlebt, kämpfen aber im Krankenhaus noch immer um ihr Leben.

Die Salzburger attackierten von Beginn an in gewohnter Manier und brachten die Austria auf diese Weise schon sehr früh in Bedrängnis, zwingende Möglichkeiten ergaben sich aber in der ersten Viertelstunde noch nicht. Den ersten nennenswerten Abschlussversuch hatte Munas Dabbur (12.) als dieser nach einem Zuspiel von Valon Berisha zentral vor dem Tor stand. Beim Schuss brachte er allerdings zu wenig Druck hinter den Ball und konnte damit Austrias Goalie Osman Hadzikic noch keine Probleme bereiten.

Zwei Mann am Boden

Nachdem sich Austria-Topstürmer Olarenwaju Kayode zu Beginn der Partie ohne Fremdeinwirkung verletzt hatte, sah es zunächst danach aus, als müsste er ausgewechselt werden, er konnte aber weiterspielen, obwohl ein Ersatzmann schon bereit gestanden war. Definitiv zu früh ausgewechselt werden musste Fredrik Gulbrandsen, der sich ebenfalls ohne Fremdeinwirkung unglücklich versprang und nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam Hee Chan Hwang neu in die Partie. Eine ziemlich ungünstige Situation für Trainer Oscar Garcia, der sich mit Auswechslungen immer gerne viel Zeit lässt, diesmal aber schon sehr früh gezwungen war, sein Ersatzspieler-Kontingent anzutasten.

Austria im Aufwärtstrend

Leichte Unkonzentriertheiten beim sonst sehr souveränen Youngster Dayot Upamecano haben eigentlich Seltenheitswert, führten aber heute dazu, dass die Austria immer mehr ins Spiel fand und auf eine Chance lauerte. Nach einer Flanke von Kayode über links kam Thomas Friesenbichler ungehindert zum Kopfball, setzte diesen aber zum Glück zu zentral aufs Tor und Alexander Walke konnte ins Toraus klären. Die nachfolgende Ecke brachte den Veilchen aber nichts ein. Die Austria versuchte, von hinten heraus das Spiel zu kontrollieren, hatte aber mit Ausnahme dieser Aktion in der Offensive wenig zu bieten. Die Salzburger hingegegen wurden vor dem Tor immer gefährlicher, wie etwa nach einem Eckball von Valentino Lazaro, den Paulo Miranda aber knapp rechts am Tor vorbeiköpfte. Schon nach 30 Minuten wurden daher auch die eigenen Fans auf den Rängen etwas ungeduldig.

Enttäuschende erste Hälfte

In der 33. Minute bediente Hee Chan Hwang mit einem Zuspiel Diadie Samassekou, der in der zweiten Reihe lauerte und es aus der Distanz versuchte. Leider war auch sein Abschluss etwas zu harmlos und ging knapp am Tor vorbei. Kurze Zeit später schickte Andreas Ulmer den schnellen Hee Chan Hwang (39.) in die Tiefe, doch der Südkoreaner blieb an Petar Filipovic hängen. Für ein Topspiel auf diesem Niveau agierten beide Europa League-Starter fast ein wenig farblos mit vielen Abspielfehlern im Mittelfeld und zu wenig Feuerkraft in der Offensive. Unsere Salzburger hatten deutlich mehr Chancen aus dem Spiel heraus, und auch nach zwei Standardsituationen, ein Tor zu erzielen, was der Partie sicher gutgetan hätte. Ungünstige Vorzeichen für die zweite Halbzeit ergaben sich aber auch nach dem frühen Ausfall von Fredrik Gulbrandsen und einer Gelben Karte für Diadie Samassekou, der etwas zu ungestüm gegen Jens Stryger Larsen zu Werke ging.

Glück und Pech vereint

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine, aber das Spiel wurde gleich nach Wiederanpfiff interessanter. Nach einem Querpass von Valon Berisha im gegnerischen Strafraum wollte Christoph Martschinko vor dem heranstürmenden Valentino Lazaro klären und beförderte den Ball ins eigene Tor – ein lupenreines Eigentor. Dieses Eigentor brachte den Roten Bullen somit die Führung, und endlich den notwendigen Elan in die Partie. Nach einem Doppelpass an der Strafraumgrenze zwischen Valentino Lazaro und Konrad Laimer kam letzterer noch zum Abschluss, ließ dabei Austrias Goalie Hadzikic keine Chance und erhöhte auf 2:0.

Schneegestöber

Mittlerweile hatte es auch in Wien stark zu schneien begonnen, doch im Ernst-Happel-Stadion begann der Rasen nun endlich zu brennen, denn die Austria warf die Flinte noch nicht ins Korn und drückte auf den Anschlusstreffer. Mit Erfolg, denn in der 70. Minute kam Richard Windbichler nach einer Holzhauser-Ecke an den Ball und köpfelte diesen gefährlich Richtung Tor, dabei landete das Leder ausgerechnet vor den Füßen von Kayode, der den Ball nur mehr über die Linie drücken musste. Zwar stand der Stürmer in dieser Situation deutlich im Abseits, da Alexander Walke ja weiter vorne stand, der Unparteiische ließ den Treffer aber trotzdem gelten.

Gutes Finish

Nach der eigentlich enttäuschenden ersten Halbzeit war die Schlussphase der Partie aber dann doch sehr ansprechend und attraktiv, zumindest aus Salzburger Sicht. In der 86. Minute ließ Stefan Lainer den schnellen Ismael Tajouri stehen und bediente mit einem Querpass Hee Chan Hwang, der zentral vor dem Tor nochmals auf Takumi Minamino ablegte. Aus dem Gestocher heraus konnte der Japaner dann noch mit viel Einsatz das 3:1 erzielen. Damit konnten die Roten Bullen wieder den dritten Tabellenplatz zurückerobern. Da Tabellenführer Sturm Graz gegen die Admira im Heimspiel Federn lassen musste, kann die Aufholjagd auf die Tabellenspitze nun beginnen. 
 

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Es war heute in der ersten Spielhälfte schwierig für uns, denn der Gegner hat das Zentrum dicht gemacht. Trotzdem konnten wir wieder einmal viele Torchancen kreieren und diesmal, wenn auch mit einer spielerisch weniger ansprechenden Leistung, dann doch die Tore machen, die heute zum Sieg gereicht haben. Ich bin aber mit dem, was meine Mannschaft in der zweiten Hälfte geboten hat, sehr zufrieden. 

 

Konrad Laimer:

Wir wissen natürlich, dass es immer schwierig ist, gegen die Austria auswärts zu gewinnen, aber wir haben trotzdem verdient gewonnen. Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit besser in den Griff bekommen und hätten wieder einmal mehr Tore schießen können, aber schlussendlich geht der Sieg heute sicher in Ordnung. 

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Für unsere Jungs geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter! Bereits am kommenden Samstag, den 03. Dezember 2016 wartet mit dem CASHPOINT SCR Altach der nächste harte Brocken. Ankick ist um 18:30 Uhr in der Red Bull Arena.