15. Runde tipico Bundesliga | FC Red Bull Salzburg vs. SK Rapid Wien 2:1 (2:0) Tore: Dabbur (8.), Lainer (46.) bzw. Tomi (92./FE)

Der FC Red Bull Salzburg gewinnt in der 15. Runde der Tipico Bundesliga daheim vor 15.082 Zuschauern gegen den SK Rapid Wien mit 2:1 (2:0) in einem Match, das in der Schlussphase noch sehr hitzig wurde. Die  Treffer der Roten Bullen erzielten Munas Dabbur (8.) und Stefan Lainer (46.).

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer –  Lazaro, Laimer, Samassekou (88. Yabo), Berisha – Dabbur (95. Wisdom), Gulbrandsen (73. Radosevic)

SK Rapid Wien: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, Hofmann, Schrammel – Schaub, Mocinic (67. Malicsek), Szanto, Murg (64. Tomi) – Kvilitaia, Joelinton (33. Grahovac)

GELBE KARTEN

Lainer (58./Foul), Lazaro (75./Foul), Miranda (Foul/93.) bzw. Grahovac (37./Foul), Schrammel (71./Foul), Tomi (92./Unsportlichkeit) Hofmann (97./ Foul)

Gelb-Rote Karte

Miranda (93./ Foul)

Rote Karte

Sonnleitner (94./ Tätlichkeit)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Auf Begegnungen mit dem SK Rapid Wien freuen sich die Roten Bullen immer ganz besonders, denn diese Duelle sind nicht nur spielerisch sehr attraktiv. Aber eben weil die Hütteldorfer eine Mannschaft sind, die gerne und auf höchstem Niveau Fußball spielt, daher auch nicht nur mit Mann und Maus verteidigt und auf Konterchancen hofft, ist die Vorfreude auf den härtesten Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel bei Soriano und Co. sehr groß. Für zusätzliche Brisanz sorgt eben aber auch die Tatsache, dass der neue Rapid-Coach schon bei seinem Ex-Klub immer wieder Mittel fand, um die Roten Bullen in Bedrängnis zu bringen. Doch Trainer Oscar Garcia wird seine Mannschaft auf alle Eventualitäten einstellen, um einen möglichen Trainereffekt beim Gegner zu vertagen.

Für zusätzliche Motivation sorgt auch der Umstand, dass im direkten Duell „Erster gegen Zweiter“, Tabellenführer Sturm Graz und der SCR Altach als Verfolger nur die Punkte teilten. So lebt für unsere Roten Bullen heute die Chance wieder, wertvolle Punkte auf die Tabellenspitze aufzuholen.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Smail Prevljak (Knie) bzw. Wanderson (Oberschenkelverletzung). Jonatan Soriano und Hee Chan Hwang fielen mit einer Muskelverletzung aus, Dayot Upamecano war aufgrund einer Sperre nicht dabei. Und auch auf die Dienste des zuletzt sehr stark spielenden Marc Rzatkowski musste unser Coach verzichten. Er fiel kurzfristig wegen eines grippalen Infektes aus.

Erfreuliche Neuigkeiten gibt es hingegen von Christian Schwegler, der in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte, ein Einsatz im heutigen Spiel wäre aber zu früh gewesen.

TAKTIK

Trainer Oscar Garcia war eben wegen dieser personellen Ausfälle im Kader gezwungen, seine Startelf etwas umzustellen. Für den gesperrten Dayot Upamecano rückte Duje Caleta-Car wieder in die Startformation. Für den verletzten Jonatan Soriano stürmte Fredrik Gulbrandsen an der Seite von Munas Dabbur.

FC Red Bull Salzburg vs. SK Rapid Wien

DIE MATCH-ANALYSE

Gleich zu Beginn machten die Anhänger der Wiener Gäste das, was nicht gerade als „fair und sportlich“ zu bezeichnen ist und sorgten mit einer sinnlosen Aktion dafür, dass der Ankick um mehrere Minuten verzögert werden musste. Gebracht hat das wenig, denn für den ersten Angriff in dieser Partie sorgten nämlich unsere Salzburger, die sich von den Vorgängen im Gästesektor ziemlich unbeeindruckt zeigten.

Munas Dabbur stand nach einem Doppelpass mit Valon Berisha allein vor Richard Strebinger, doch der junge Rapid-Goalie, der zuletzt einige Kritik einstecken musste, war bei dieser Aktion sehr aufmerksam und konnte den ersten Vorstoß des Israelis noch verhindern. Mehr Glück hatte Munas Dabbur aber dann schon mit seinem nächsten Versuch. Nach einem erneuten Zuspiel von Valon Berisha am linken Flügel ließ Munas Dabbur Rapid-Verteidiger Mario Sonnleitner mit einem herrlichen Haken stehen und konnte so ungehindert in den 16er vordringen. Aus spitzem Winkel ließ er Goalie Strebinger diesmal keine Chance und netzte zum 1:0 ein. Mit dem ersten Tor seit dem 6. August konnte er nun endlich auch seine selbst auferlegte Torsperre ein für alle Mal beenden.

KOMMANDO ÜBERNOMMEN

Obwohl die Rapidler nach dem Führungstreffer unserer Mozartstädter versuchten den Druck zu erhöhen, gelang es uns, das Spiel mehr und mehr unter Kontrolle zu bekommen und das Tempo etwas herauszunehmen. Während unsere Hintermannschaft das Spiel breiter aufzog und die Gäste gut in die eigene Hälfte zurückdrängen konnte, gelang es uns auch des Öfteren, mit sehr schönen Offensivaktionen das Spiel mehr und mehr an uns zu reißen. In den ersten 15 Minuten waren unsere Mozartstädter nicht nur spielerisch die deutlich überlegene Mannschaft, auch die Statistik sprach eindeutig für die Roten Bullen: 61 % Ballbesitz, 75 % gewonnene Zweikämpfe und 3:0 Torschüsse für Salzburg.

Erste Reaktion von Rapid

Die Gäste wirkten nahezu harmlos und konnten lediglich in der 17. Minute mit einem Konterversuch über Louis Schaub erstmals offensiv auffallen. Der wurde aber auf faire Weise durch Andreas Ulmer vom Ball getrennt, bevor er zum Abschluss kommen konnte. In der 30. Minute zeigte Neo-Rapid-Trainer Damir Canadi erstmals eine Reaktion und zog die ersten personellen Konsequenzen. Für den etwas glanzlos wirkenden Joelinton kam Srdjan Grahovac neu in die Partie.

FEUER AUS ALLEN ROHREN

Rapid-Tormann Strebinger stand unter Dauerbeschuss durch unsere Salzburger. Speziell über Kombinationen zwischen Valon Berisha und Munas Dabbur kamen wir immer wieder zu guten Torchancen, aber auch Konrad Laimer (20.) und Fredrik Gulbrandsen (27. und 39.) kamen zu Topchancen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zeigte unser aktuell torgefährlichster Außenverteidiger einmal mehr seine außergewöhnliche Qualität. Mit einem sehenswerten Kopfball traf Stefan Lainer nach Ulmer-Eckball zu seinem bereits vierten Saisontor. Die erste Spielhälfte ging ganz klar an die Heimmannschaft, die nicht nur spielerisch mehr Akzente setzte, sondern auch mit 9:1-Torschüssen dem Gegner klar überlegen war.

LAUTE ANSPRACHEN

Kabinen-Predigten gab es zur Pause sicher sowohl in der Gästekabine als auch in unseren heiligen Hallen, denn wenn Trainer Oscar Garcia mit einer Sache sicher nicht zufrieden war, dann mit der Chancenauswertung. In den ersten 45 Minuten hätten unsere Roten Bullen das Spiel eigentlich schon entscheiden müssen, denn so schwach wie im heutigen Match begegnet man dem Rekordmeister aus Wien eher selten. Was auch immer unser Trainer seiner Mannschaft mit auf den Weg in die zweite Halbzeit gegeben hatte zeigte schon recht bald nach Wiederanpfiff seine Wirkung. Auch in der zweiten Spielhälfte ließen wir uns das Spiel nicht aus der Hand nehmen und drängten, wie schon zuvor, den Gegner gut in die eigene Hälfte zurück. Die erste gute Torchance hatte Valon Berisha (50.) nach Zuspiel von Fredrik Gulbrandsen. Wenig später wurde Munas Dabbur nach einem hohen Ball von Andreas Ulmer von Schiedsrichter Harkam zurückgepfiffen. Wie die TV-Bilder allerdings bewiesen, stand der Stürmer bei dieser Aktion nicht im Abseits.

Leichte Unkonzentriertheiten

Ab der 60. Minute schlichen sich dann aber doch leichte Konzentrationsfehler bei unserer Mannschaft ein, und Trainer Oscar Garcia machte seinem Ärger in der Coaching-Zone des Öfteren Luft, wie etwa bei einem zu unpräzisen Schuss von Valentino Lazaro in der 64. Minute. Verständlich daher die Reaktion unseres Trainers, denn zu diesem Zeitpunkt des Spiels auf Ergebnisverwaltung zu setzen, wäre ein riskantes Manöver gewesen. Letztlich aber waren es vor allem die Rapidler, die ungewohnt wenig Gegenwehr in der Schlussphase der Partie zeigten und nur noch phasenweise das Gefühl vermittelten, das Spiel noch drehen zu wollen. In der 80. Minute konnte Andreas Ulmer beinahe ungehindert einen Konterversuch unternehmen, war dabei aber etwas zu schnell, nicht nur für den Gegner, sondern auch für seine Teamkollegen.

Unschöne Schlussszenen

In der Nachspielzeit wurde Szanto von Duje Caleta-Car im Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichter Harkam entschied auf Elfmeter, den Tomi unhaltbar für Alexander Walke unter die Latte knallte. Im Anschluss daran kam es zu einem Handgemenge zwischen dem Torschützen und Alexander Walke, das außer Kontrolle geriet. Zudem leistete sich offenbar auch Paulo Miranda zwei Vergehen und sah dafür unmittelbar hintereinander zwei Mal Gelb und in weiterer Folge in logischer Konsequenz Gelb-Rot. Aber auch Rapid-Kapitän Mario Sonnleitner wurde mit einer glatt Roten Karte vom Platz gestellt.

Die Roten Bullen haben mit dem heutigen Sieg über den SK Rapid Wien ihren Teil dazu beigetragen, den Punkterückstand auf das Führungsduo Sturm und Altach zu verringern.

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Obwohl wir in der ersten Halbzeit etwas stärker waren, bin ich mit der Gesamtleistung meiner Spieler sehr zufrieden. Ich erwarte von ihnen, dass sie auf höchstem Niveau spielen, und das haben sie heute auch gezeigt. Die Partie hätte jedoch nicht in einem Gefecht enden müssen, das hat mir nicht gefallen und dafür wird es auch Konsequenzen geben.

Valentino Lazaro:

Wir sind heute sehr gut in die Partie gestartet und mit viel Selbstvertrauen aufgetreten. So, wie wir heute gespielt haben, müssen wir in jedem Spiel auftreten. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und dürfen nicht zu sehr auf die anderen schauen, aber klar, der Blick heute auf die Tabelle ist deutlich angenehmer als gestern.  

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Für unsere Jungs steht gleich die nächste englische Woche auf dem Programm – eine mit Entscheidungscharakter. Denn am kommenden Donnerstag, den 24. November 2016 trifft man ab 19:00 Uhr in der UEFA Europa League auswärts auf den FC Krasnodar, wo die endgültige Entscheidung über den Aufstieg ins UEFA Europa League Play-off ansteht.

HEIMSPIEL-Jubiläums-Ausgabe

Rechtzeitig zum heutigen Heimspiel-Schlager gegen den SK Rapid Wien feiern wir die 200. Ausgabe unseres Heimspiel-Magazins, und natürlich haben wir uns für dieses Heft etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Unter anderem haben wir alle 200 Heimspiel-Ausgaben auf einen Blick abgebildet und jemanden getroffen, der alle Ausgaben gesammelt hat.

Zudem hat uns Offset-5020-Boss Gerald Watzal – ohne den die 200 Ausgaben unseres Heimspiel-Magazins nicht möglich gewesen wären – mit einem wunderbaren und lesenswerten Gastkommentar beehrt. Wir bedanken uns herzlich!