Samsung Cup-Finale | SK Rapid Wien vs. FC Red Bull Salzburg 1:2 (0:0); Tore: Hwang (51.), Lazaro (85.) bzw. Joelinton (56.)

Mit einem 2:1 (0:0) über den SK Rapid Wien holt der FC Red Salzburg nicht nur den vierten Cup-Sieg in Serie, sondern auch das vierte Double – einmalig im österreichischen Fußball! Die Treffer der Roten Bullen erzielen Hee Chan Hwang (52.) und Valentino Lazaro (85).

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Stankovic – Lainer, Miranda, Wisdom, Ulmer (70. Schwegler) – Lazaro (90. Caleta-Car), Samassekou, Laimer, Berisha – Wanderson (83. Haidara), Hwang

SK Rapid Wien: Knoflach – Pavelic, Dibon, Wöber, Schrammel – Auer, Szanto, Schwab (73. Traustason), Schaub (71. Kuen) – Murg (86. Schösswendter) – Joelinton

GELBE KARTEN

Lainer (17./Foul) bzw. Murg (74./Foul), Dibon (90./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Mit einem Sieg am heutigen Tag würden die Roten Bullen nicht nur die Serie an gewonnenen Spielen (23 en suite) ausbauen, sie würden damit auch etwas Historisches erreichen: Noch NIE(!) ist es bisher einem Team in Österreich gelungen, den vierten Cup-Titel bzw. das vierte Double hintereinander zu holen.

Der SK Rapid Wien wird aber alles daransetzen, den Salzburgern einen Strich durch die Rechnung zu machen. „Der ganze Druck liegt wohl bei Rapid, denn sie haben nur noch dieses eine Spiel, wenn sie nächste Saison in Europa spielen wollen. Wir müssen noch einmal absolut fokussiert und bereit sein, im letzten Duell alles zu geben“, warnte Trainer Oscar Garcia bereits im Vorfeld des Finalschlagers um die Schwierigkeit dieser Aufgabe.

Auch wenn das heutige Publikum zu großen Teilen ein grün-weißes Trikot getragen hat, waren rund 2.000 Fans der Roten Bullen mit dem ÖBB-Sonderzug, der seit Längerem auch in dieser Saison erneut ausverkauft war, von Salzburg nach Klagenfurt angereist.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren erneut Asger Sörensen (Wadenverletzung), Samuel Tetteh (Knieoperation) und Xaver Schlager (Sprunggelenksverletzung). Marc Rzatkowski fehlte aufgrund einer Sprunggelenksverletzung.

TAKTIK

Trainer Oscar Garcia hatte sich für das heutige Cup-Finale in Klagenfurt einen echten Masterplan überlegt. Auf den ersten Blick überraschte die Aufstellung der Roten Bullen noch nicht, doch im Verlauf der Partie kristallisierte sich heraus, dass einige Spieler mit verdeckten Rollen auf dem Platz wirbelten. Eine an sich geniale Idee, so dieses riskante Manöver am Ende auch den Sieg bringt. Valon Berisha – etatmäßig eigentlich links im Mittelfeld aufgestellt – spielte inkognito im defensiven Mittelfeld, während Konrad Laimer offensichtlich offensivere Aufgaben an der Spitze neben Hwang wahrnahm. Auf diese Weise kam Wanderson, der sich ohnehin am Flügel wohler fühlt, besser zur Geltung. Weiters bekam Cican Stankovic den Vorzug vor Kapitän Alexander Walke, da der Ersatztormann bisher die gesamte Cup-Saison gespielt hat.

MATCH-ANALYSE

Das Finale des ÖFB Samsung Cups 2017 begann mit der Österreichischen Bundeshymne und einer Trauerminute für den am 07. Mai verstorbenen Beppo Mauhart. Er war von 1984 bis 2002 Präsident des Österreichischen Fußballbundes.

Rapid brandgefährlich

Wenn auch nicht unbedingt spielerisch schön anzusehen, begann der Finalschlager zwischen den Grün-Weißen und den Roten Bullen wie es sich gehört: Beide Teams schenkten sich nicht das Geringste und kämpften um jeden Zentimeter. Dadurch wirkte die Anfangsphase auch sehr zerrissen, da es auf beiden Seiten schon nach wenigen Minuten viele Unterbrechungen aufgrund einiger unschöner Foulszenen gab. Eine solche führte dann zu einer äußerst gefährlichen Situation aus der Sicht der Salzburger. In der 15. Minute ging Stefan Lainer etwas zu hart in den Zweikampf mit Louis Schaub und sah dafür die erste Gelbe Karte dieses Spiels. Den fälligen Freistoß für Rapid brachte Thomas Murg auf den zweiten Pfosten, wo die Salzburger aber klären konnten. Daraus ergab sich dann aber auch eine gute Konterchance für die Salzburger. Wanderson sauste der gesamten Rapid-Abwehr davon und wollte auf Valon Berisha zur Mitte ablegen, doch der Ball konnte gerade noch von einem Gegenspieler geklärt werden.

Warten auf Tore

Zumindest in puncto Verteidigung waren die Gegner heute stabiler als noch im Vergleich zur Meisterschaft, aber das sind auch die Pflichtaufgaben bei einem Endspiel. Die beste Chance auf den Führungstreffer hatten die Roten Bullen in der 32. Minute als Konrad Laimer nach einer Berisha-Flanke am höchsten stieg, dem Ball per Kopf aber nicht die richtige Richtung geben konnte und dieser somit direkt in den Armen von Goalie Knoflach landete. Der Treffer hätte aber nicht gezählt, da der Unparteiische eine (wenn auch nur sehr knappe) Abseitsstellung ausgemacht hatte und daher abpfiff. Die Tore ließen weiter auf sich warten, was auch dazu führte, dass die Wiener langsam etwas mehr Druck aufbauten. Die Salzburger hingegen versuchten immer wieder, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. Allerdings ging es dennoch torlos zur Pause in die Kabinen. Ein Szenario, das sich zwar beide Trainer sicher gerne anders ausgesucht hätten, aber mit dem Halbzeitstand konnten die Salzburger zu diesem Zeitpunkt besser leben als die Wiener.

Zwei Tore nach Wiederanpfiff

Was die erste Halbzeit an Toren vermissen ließ, wurde schon zu Beginn der zweiten Halbzeit recht schnell Realität. Beide Mannschaften drückten erneut darauf, das Führungstor zu erzielen. In der 51. Minute bediente Stefan Lainer, der am rechten Flügel den Turbo startete, durch die Beine von Maximilian Wöber mittels Querpass Hee Chan Hwang, der trocken – wie wir ihn kennen – zum 1:0 für die Roten Bullen einnetzte. Die Freude über die günstige Führung währte allerdings nur kurz, denn die Rapidler stellten nach nur fünf Minuten den Ausgleich wiederher. Ein Kopfballtor von Joelinton nach Pavelic-Freistoß konnte Cican Stankovic aus kurzer Distanz nicht mehr verhindern. Doch die Roten Bullen ließen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen.

Im Nebel der Rapidler

In der Schlussviertelstunde der regulären Spielzeit musste das Match unterbrochen werden, da im Rapid-Sektor wieder „gezündelt“ wurde und die Sicht durch dichte Rauchschwaden nicht mehr gegeben war. Das Feuerwerk nutzte den Wienern aber wenig, denn das Tor zum 2:1 erzielten die Salzburger. Der kurz zuvor eingewechselte Amadou Haidara suchte den Abschluss vom linken Strafraumeck, den Christopher Dibon unfreiwillig verlängerte. Valentino Lazaro zog aus der Drehung ab und stellte auf 2:1 für die Salzburger. Die Schlussminuten wurden dann aber nochmal so richtig spannend, denn wegen der Spielunterbrechung ließ der Schiedsrichter sieben Minuten nachspielen. Die Salzburger hatten es nicht eilig, die Wiener dafür umso mehr und setzten alles auf eine Karte. Auf der Ersatzbank hielt es niemanden mehr, die Stimmung war bis zum Anschlag aufgeladen. Die Mannschaft von Oscar Garcia agierte unglaublich abgebrüht und spielte die letzten Minuten des Samsung Cup-Finales clever zu Ende. Ein unglaublicher Erfolg für den FC Red Bull Salzburg, der sich mit dem heutigen Tag in die Geschichtsbücher des österreichischen Fußballs einschrieb. Noch nie war es einer Mannschaft gelungen, das vierte Double in Serie zu holen. Ein perfekter Abschluss für eine denkwürdige Saison 2016/2017. Wir bedanken uns im Namen der Mannschaft und des Trainer- und Betreuerteams für die großartige und faire Unterstützung der Salzburger Fans in Klagenfurt.

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Wir wussten ja bereits im Vorfeld, dass es ein ganz schwieriges Spiel werden würde, denn Rapid hatte es uns ja unter Goran Djuricin als Trainer schon in der Meisterschaft zuletzt sehr schwer gemacht. Wir waren aber heute in puncto Chancenauswertung effizienter und haben kaum Chancen des Gegners zugelassen. Rapid hat sehr druckvoll nach vorne gearbeitet und ist ein sehr hohes Tempo gegangen. Es war vielleicht nicht unser bestes Spiel heute, aber dennoch haben wir auch diesen Titel verdient geholt. Es war ein sehr emotionsgeladenes Match.

Konrad Laimer:

In einem Endspiel musst du einfach anders auftreten als in der Liga. Das wussten wir und darauf haben wir die letzten Tage hingearbeitet und uns, denke ich, auch viel einfallen lassen. Aber es war ein ganz schwieriges Spiel für uns. Wir sind sehr glücklich über diesen Titel! Ein herzliches Dankeschön an unsere Fans, die uns heute hier unterstützt haben.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

VORSCHAU

Am 11. Juni 2016 begann, was am heutigen Donnerstag mit dem Cup-Finale zu Ende ging. Und dazwischen lagen für den FC Red Bull Salzburg insgesamt 57 Spiele mit 38 Siegen, 9 Remis und 10 Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 113:40.

Und so sieht das Vorbereitungsprogramm für die kommende Saison aus:


19. Juni – Start Mannschaftstraining in Taxham
23. Juni, 18:00 Uhr – Testspiel gg. USK Anif (Anif)
24. Juni – 01. Juli – Trainingslager in Leogang
28. Juni, 18:30 Uhr – Testspiel gg. Lok Moskau (Leogang)
01. Juli, 17:00 Uhr – Testspiel gg. Dunajska Streda (St. Johann/Pongau)
06. Juli, 19:00 Uhr – Testspiel gg. WSG Wattens (Mondsee)
07. Juli – Testspiel (Red Bull Arena, Gegner noch offen)
11./12. Juli – 2. Quali-Runde UEFA Champions League (Hinspiel)
15./16. Juli – 1. Runde ÖFB-Cup
18./19. Juli – 2. Quali-Runde UEFA Champions League (Rückspiel)
22./23. Juli – 1. Runde Tipico Bundesliga 2017/18