UEFA Champions League-Play-off | FC Salzburg – GNK Dinamo Zagreb 1:2 n. V. (1:0) Tore: Lazaro (22.) bzw. Fernandes (87.), Soudani (95.)

Der FC Red Bull Salzburg verliert das Play-off-Rückspiel zur UEFA Champions League gegen GNK Dinamo Zagreb mit 1:2 und scheidet so mit 2:3 aus der UEFA Champions League aus. Vor 23.451 Zuschauern erzielte Valentino Lazaro in der 22. Minute den Treffer für die Roten Bullen.

AUFSTELLUNGEN

FC Red Bull Salzburg: Walke – Schwegler (46. Lainer), Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer – Laimer, Bernardo – Wanderson (67. Minamino), Berisha, Lazaro (61. Samassekou) – Soriano

GNK Dinamo Zagreb: Eduardo – Stojanovic, Sigali, Benkovic, Pivaric – Soudani, Rog, Jonas (73. Pavicic), Antolic (83. Schildenfeld) – Fernandes, Henriquez (62. Coric)

GELBE KARTEN

Lazaro (22./Unsportlichkeit) bzw. Sigali (31./Kritik), Jonas (59./ Foul), Stojanovic (73./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Dinamos Trainer Zlatko Kranjcar hatte sich im Hinspiel noch nicht in die Karten blicken lassen, aber das wusste auch Oscar Garcia und erwartete Dinamo Zagreb daher deutlich offensiver als zuletzt im Hinspiel. Unsere Defensive hatte in Zagreb den Gegner gut im Griff und verhinderte über 90 Minuten, dass die Kroaten ein Tor aus dem Spiel heraus erzielen konnten. Für das Rückspiel war von Anfang an klar, dass eine gute Defensivleistung alleine nicht reichen würde, auch wenn uns für den Aufstieg ein 0:0 genügt hätte.

TAKTIK

Der Kapitän ist zurück! Nach seiner Muskelverletzung, die sich Jonatan Soriano im Hinspiel zugezogen hatte, ist er zur großen Erleichterung für sein Team und die Fans der Roten Bullen wieder rechtzeitig fit geworden. Damit vertraute Oscar Garcia auf dieselbe Startformation bzw. Taktik wie im Hinspiel.

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Smail Prevljak (Knie), Paulo Miranda (Knöchel) und Marc Rzatkowski (Oberschenkel).

DIE MATCH-ANALYSE

Zu Beginn ließen sich unsere Roten Bullen etwas zu leicht von den Kroaten in der eigenen Hälfte einschnüren. Den ersten Angriffsversuch der Gäste über Rog (5.) konnte Christian Schwegler gerade noch vereiteln. Doch die anfängliche Nervosität bekamen die Salzburger schnell in den Griff und hatten nach gut 10 Minuten gleich drei gute Chancen auf einen schnellen Führungstreffer, etwa durch Wanderson (6.), Bernardo (8.) und Valon Berisha (9.). In der 11. Minute wurde Berisha von Jonas knapp außerhalb des Strafraums gefoult, den daraus resultierenden Freistoß führte Jonatan Soriano aus, doch der zielte etwas zu tief und sein Schuss landete in der Mauer.

Standing Ovations für Lazaro!

In der 22. Minute konnten sich die Roten Bullen aber endlich aus ihrer selbstauferlegten Torsperre befreien und erzielten durch Valentino Lazaro das 1:0. Jonatan Soriano verlagerte das Spiel an der Mittellinie perfekt auf Lazaro, der dann den linken Flügel ungehindert Richtung Dinamo-Tor sprinten konnte. An der Strafraumgrenze zog er ab und setzte die Kugel unter die Querlatte ins Tor. Das Salzburger Publikum feierte ihre Mannschaft mit Standing Ovations.

Hart im Nehmen

Nachdem Jonatan Soriano von Leonardo Sigali im vollen Lauf am Bein getroffen wurde, blieb der Kapitän mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und musste behandelt werden. Zunächst sah es nicht danach aus, als könnte El Capitan weitermachen, doch der biss die Zähne zusammen und setzte das Spiel fort.

Mit offenem Visier

Auch im letzten Drittel der ersten Halbzeit ließen unsere Jungs nicht locker und drückten aggressiv nach vorne. Dinamo versteckte sich aber ebenfalls nicht, war jedoch im Abschluss zu harmlos. Alexander Walke musste sich nicht einmal strecken. In der Schlussphase schien es fast so, als liebäugelten die Kroaten schon mit dem Gang in die Kabine, denn die Roten Bullen kamen in diesem Champions League Play-off-Spiel zu leicht zu Torchancen. In der 38. Minute trickste Wanderson seinen Gegenspieler mit einer tollen Körpertäuschung aus und bediente Konrad Laimer. Dessen Querpass direkt vor das Tor der Kroaten verfehlte Soriano aber haarscharf.

Aufgeheizte Stimmung und übertriebene Härte

Zur Pause brachte Trainer Oscar Garcia unseren Außenverteidiger Stefan Lainer anstelle von Christian Schwegler, der wegen einer Bänderverletzung im Knie aufgeben musste, neu in die Partie. Trainer Zlatko Kranjcar musste in der Kabine sehr deutliche Worte gefunden haben, denn zu Beginn der zweiten Halbzeit waren zunächst die Kroaten am Drücker und versuchten in der 55. Minute, mit einer gefühlvollen Kombination zwischen Jonas auf Fernandes vor unser Tor zu kommen, beim Abschluss stand Letzterer aber im Abseits. Kurze Zeit später wurde Lazaro knapp vor dem Strafraum rüde gefoult und musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Nur wenige Augenblicke später übersah der schottische Unparteiische zudem ein klares Handspiel. Dann musste auch noch Wanderson in der 67. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Unnötige Aktionen, die allesamt dafür sorgten, dass die Stimmung auf dem Platz und im Stadion immer aufgeheizter wurde.

Die Kroaten wussten sich gegen die Übermacht der Salzburger nur noch mit Nahkampftaktik zu helfen. Quasi im Minutentakt wurde versucht, unsere Spieler teils mit harten Fouls systematisch aus dem Verkehr zu ziehen. Was die Gäste offenbar überraschte, war, dass unsere Jungs hart im Nehmen waren.

Das gibt es doch nicht

In der Schlussphase der Partie fing der Rasen in der Red Bull Arena zu brennen an. In der 88. Minute wurde es wieder ohrenbetäubend laut in der Red Bull Arena, als Valon Berisha alleine aufs Tor zulief und den Abschluss suchte. Dieser landete jedoch leider in den Armen von Goalie Eduardo. Während 23.451 Fans schon ihre Fußball-Helden feierten, kam Zagreb entgegen dem Spielverlauf zum Ausgleich. Nach einer Flanke von rechts verlängerte Gordon Schildenfeld per Kopf auf Fernandes, der zum 1:1 ausglich. Das bedeutete zu diesem Zeitpunkt, dass das Spiel wohl in die Verlängerung gehen würde, und so kam es auch.

Unwürdiges Ende

In der Verlängerung zeichnete sich ab, dass unsere Jungs den Anstrengungen Tribut zollen mussten. Eine Situation, die der Gegner eiskalt ausnutzen konnte. So kam Dinamo in der 95. Minute zu einer Konterchance, die Soudani im zweiten Versuch zum 1:2 verwerten konnte. Fußball ist brutal!

Was einen sehr guten Trainer wie Oscar Garcia auszeichnet, wurde nach dem Abpfiff deutlich. Er versammelte sein Team am Mittelkreis und fand die richtigen Worte in dieser schwierigen Situation, um unsere Jungs wieder aufzubauen. Trotz der Niederlage feierten die Salzburger Fans ihre Mannschaft mit Standing Ovations.
 

STATEMENTS

Oscar Garcia:

Wir hatten einige klare Möglichkeiten, sie hingegen nur eine, aber sie haben getroffen. Der Fußball war heute unfair mit uns, da wir in der ersten Halbzeit fantastisch gespielt haben. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen, aber sie haben zwei tolle Angreifer vorne gehabt und haben ihre Chancen genützt. 

Valentino Lazaro:

Das Spiel hat gut angefangen, und ich bin froh, dass ich unser Team durch meinen Treffer in Führung bringen habe können. Von draußen war es dann hart, zuzusehen, dass es nicht gereicht hat.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

VORSCHAU

Auch wenn es schmerzt, dürfen wir eines nicht aus den Augen verlieren: Die UEFA Europa League-Gruppenphase ist uns sicher. Daher warten in den kommenden Wochen spannende Aufgaben auf Trainer Oscar Garcia und seine Mannschaft, denn gerade in der Europa League konnten wir bereits in der Vergangenheit für die eine oder andere Überraschung sorgen. Die Auslosung zur UEFA Europa League-Gruppenphase findet am Freitag, den 26. August um 12:00 Uhr statt.

In der Meisterschaft  steht ein ganz besonderes Meisterschaftspiel unmittelbar bevor. Am Sonntag, den 28. August heißt das Topspiel der 6. Runde in der tipico Bundesliga SK Rapid Wien gegen FC Red Bull SalzburgVize-Meister gegen Meister!

Auch in Wien brauchen wir eure Unterstützung! Alle Infos zur Fanreise findet ihr hier!