Torschützen: Haidara (53.), Sarr (65./ET) bzw. Rolando (116.)

Bitterer hätte der Traum nicht enden können. Nach einer erneut unfassbaren Energieleistung müssen wir uns Olympique de Marseille im Halbfinale der UEFA Europa League in der Verlängerung geschlagen geben. Unsere Mannschaft egalisierte dabei das Hinspielergebnis von 0:2 in der regulären Spielzeit, wurde durch eine Fehlentscheidung aber um den Lohn harter Arbeit gebracht.

SPIELBERICHT

Mit großem Vorhaben in diese Partie gestartet, mussten wir in den ersten Minuten zunächst überfallsartige Franzosen bändigen, die direkt nach dem eigenen Anstoß nach vorne ausschwärmten, damit unsere Burschen aber nicht einschüchtern konnten. Denn in der Folge zog unsere Mannschaft das Spielgeschehen an sich, ließ den Ball gut laufen und näherte sich dem gegnerischen Gehäuse an. So fand Munas Dabbur nach einem toll vorgetragenen Angriff die erste gute Gelegenheit vor, scheiterte mit seinem Schuss aus zentraler Position aber am Goalie, der im Nachfassen entschärfen konnte (13.). Nach einer extrem temporeichen Anfangsphase war die erste Hälfte ansonsten aber mehr durch großen Kampf im Mittelfeld geprägt als durch Torraumszenen – und zwischenzeitlich auch etwas hitziger. Trotz zweier geladener Teams, die ein enorm laufintensives Spiel betrieben, blieb es dabei größtenteils fair, wobei das Fußballerische auf beiden Seiten nicht wirklich zur Entfaltung kam. So hatten die Franzosen nur einmal durch eine Direktabnahme von Sanson eine Halbchance (17.) und blieben ansonsten in ihren Offensivaktionen blass. Aber auch der Rose-Elf fehlte vorne die Durchschlagskraft und der nötige Tiefgang, sodass es zur Pause beim 0:0 blieb.

In der Halbzeit mussten wieder die richtigen Worte gefallen sein, denn unsere Mannschaft rief in den zweiten 45 Minuten erneut eine unglaubliche Leistung ab. Nach einer ungenutzten Großchance der Gäste durch Germain (49.) war es Amadou Haidara, der zu einem bärenstarken Solo ansetzte und dieses mit einem trockenen Abschluss zur 1:0-Führung vollendete. Und spätestens jetzt kochte die Red Bull Arena. Unsere Burschen sorgten nun im Minutentakt für rollende Angriffe Richtung Marseille-Gehäuse und ließen die Defensive der Franzosen nicht durchatmen. So gaben Andre Ramalho mit einem Hammer (58.) und Munas Dabbur (59.) jeweils weitere Schüsse ab, ehe nach 65 Minuten das wichtige 2:0 gelang: Xaver Schlager schloss im 16er ab und noch abgefälscht landete der Ball im Netz. Es war so weit – wir hatten Marseille an den Zügeln und kamen zu weiteren hochkarätigen Möglichkeiten auf den nächsten Treffer. Nachdem Duje Caleta-Car einen Kopfball neben den Kasten gesetzt hatte (69.), brachte Hee Chan Hwang die Kugel nur wenig später bei einer Riesenchance leider nicht am glänzend reagierenden Tormann vorbei. In der Schlussphase wurden die Franzosen dann doch noch einmal gefährlicher, Kopfbälle von Thauvin (73.) und Njie (90.) fanden aber zum Glück nicht den Weg ins Tor, sodass das Halbfinale in die Verlängerung gehen musste.

Im 30-minütigen Zusatz entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei sich unsere Mannschaft als gefährlicheres Team präsentierte und auf das entscheidende 3:0 drückte. So sahen in der 99. Spielminute bereits viele den Ball im Tor, als Duje Caleta-Car nach einem Eckball einen wuchtigen Kopfball abgab, doch der Tormann parierte glänzend auf der Linie. Wir blieben auch danach weiter dran und hatten durch Munas Dabbur die nächste Topchance, aber auch er agierte glücklos (102.) und schoss die Kugel knapp am langen Eck vorbei. Es blieb damit ein Spiel auf Messers Schneide, das aber ein maßlos bitteres Ende nehmen sollte. Denn nach einem ungerechtfertigten Eckball beförderte Rolando die Kugel wenige Minuten vor dem Abpfiff für Marseille zum 1:2 über die Linie und beendete damit alle unsere Finalträume. Nach Spielende blieben trotzdem tausende Fans auf den Rängen und feierten unsere Burschen für eine unbeschreibliche Leistung.

STATEMENTS

Marco Rose:

Wir waren knapp davor, deswegen sind wir schwer enttäuscht. Mir tut es unendlich leid für meine Jungs. Sie haben eine unfassbare Europa League-Saison gespielt und standen heute vor dem nächsten großen Ding. Und dann ist es uns ein Stück weit weggepfiffen worden.

Stefan Lainer:

Es ist Leere. Man kann es irgendwie noch gar nicht glauben, dass wir jetzt so bitter ausgeschieden sind. Wir hätten uns sicher mehr verdient, daher ist es einfach extrem bitter.

 

AUSWECHSLUNGEN

Hwang für Gulbrandsen (68.), Minamino für Schlager (84.), Pongracic für Ulmer (97.)

Gelbe KarteN

Haidara (75./Foul), Ramalho (84./Unsportlichkeit), Caleta-Car (94./Foul), Dabbur (117./Unsportlichkeit)

Gelb-Rote Karte

Haidara (119./Unsportlichkeit)

Nicht einsatzbereit

keiner

FC Salzburg vs. Olympique Marseille