UEFA Europa League-Play-off – Hinspiel | FC Viitorul vs. FC Salzburg 1:3 (1:3) Tore: Hwang (2.), Wolf (28.), Dabbur (31.) bzw. Tucudean (7.)

Im Hinspiel zum UEFA Europa League-Play-off gegen den FC Viitorul gelingt der Mannschaft von Trainer Marco Rose nicht nur ein souveräner Auswärtssieg, sondern auch eine perfekte Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche in der Red Bull Arena.

AUFSTELLUNGEN

FC Salzburg: Stankovic – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Rzatkowski (70. Haidara), Samassekou, Berisha – Wolf (81. Minamino) – Hwang (75. Gulbrandsen), Dabbur

FC Viitorul: Rimniceanu – Boli, Tiru (46. Hodorogea), Constantin, Ganea – Lopez, Mladen, Vina – Chitu (73. Herea), Tucudean, Cicaldau (50. Coman)

Gelbe Karten

Lopez (25./Foul), Mladen (34./Foul) bzw. Miranda (55./Foul)

Andreas KolleggerAUSGANGSLAGE

AUSGANGSLAGE

Im Kampf um den Einzug in die UEFA Europa League-Gruppenphase musste sich unsere Mannschaft heute im Hinspiel in Ovidiu in erster Linie eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erkämpfen und traf dabei auf einen ebenbürtigen und sehr kämpferischen Gegner, der seinerseits alles daran setzte, genau das zu verhindern. Beide Mannschaften haben nicht nur eine sehr ähnliche Klubgeschichte und Vereinsphilosophie – was vor allem die Nachwuchsarbeit betrifft –, sondern haben auch einen sehr ähnlichen Spielstil. Der FC Viitorul unter Trainer Gheorghe Hagi, Rumäniens Fußball-Legende, hatte in der Liga 1 einen schlechten Saisonstart erwischt und ist in der Champions League-Qualifikation zuletzt gegen APOEL Nikosia nach einem 1:0 im Hinspiel letztlich mit einem Gesamtscore von 4:1 ausgeschieden.

Aber gerade dieses unerwartete Formtief des amtierenden rumänischen Meisters machte den Gegner heute für uns so schwer berechenbar, doch die Mannschaft von Trainer Marco Rose hatte ohnehin nur ein Ziel vor Augen: um jeden Preis mindestens ein Auswärtstor erzielen und möglichst zu null spielen! 

PERSONALSITUATION

Nicht einsatzbereit waren Samuel Tetteh (Knie) und David Atanga (Mittelfuß). Stefan Stangl hat sich im Training eine neuerliche Muskelverletzung zugezogen und fällt mehrere Wochen aus. Kapitän Alexander Walke hat die Reise nach Rumänien mit der Mannschaft angetreten, saß aber aufgrund seiner kürzlich im Training erlittenen Fingerverletzung nur auf der Bank. Für ihn kam Cican Stankovic zum Einsatz, der im letzten Meisterschaftsspiel gegen Altach eine überragende Leistung gezeigt hatte.

TAKTIK

Marco Rose brachte zudem auch zwei neue Personalien in seiner 4-4-2-Formation mit Raute. Marc Rzatkowski bekam heute den Vorzug vor dem zuletzt sehr stark spielenden Reinhold Yabo und statt Takumi Minamino kam auf der Zehner-Position wieder einmal Youngster Hannes Wolf zum Zug. In der Defensive baute unser Trainer unverändert auf sein stabiles Abwehr-Bollwerk, das Sturm-Duo bildeten erneut Hee Chan Hwang und Munas Dabbur.

MATCH-ANALYSE

Der Gegner stand heute mehr unter Druck als dem Trainer Gheorghe Hagi in Hinblick auf so ein wichtiges Match lieb gewesen wäre, aber nach fünf sieg- und torlosen Spielen in Serie musste diesmal mit aller Kraft ein Erfolg herbeigeführt werden. Unsere Mannschaft versuchte von Beginn an, die Partie in die eigene Hand zu nehmen – und das klappte überraschend schnell sehr gut, denn nach nur 65 Sekunden war der Ball bereits im Netz.

Schlagabtausch

Dabei nützten wir gleich den ersten Abwehrfehler der Gastgeber, bei dem Verteidiger Kevin Boli die Kugel etwas zu weit nach vorne springen ließ, Munas Dabbur sich die Kugel schnappte und Hee Chan Hwang die Vorlage servierte. Der Koreaner zog rechts am Sechzehner ab und verwertete die Kugel zum 1:0 ins lange Kreuzeck. Das wichtige Auswärtstor brachte aber nur kurz Erleichterung bei Trainer Marco Rose, denn nur fünf Minuten später gelang Viitorul der Ausgleich. Eine unglückliche Abwehr per Kopf von Stefan Lainer in den eigenen Sechzehner konnte George Tucudean abfangen. Ungehindert von unserer Hintermannschaft kam der Viitorul-Stürmer zum Abschluss und traf unhaltbar für Cican Stankovic ins lange Eck.

Aufatmen

Nach gut einer Viertelstunde hatte unsere Mannschaft das Spiel aber wieder unter Kontrolle und zeigte in der Offensive gute Aktionen. Zunächst durch eine Koproduktion von Munas Dabbur und Hee Chan Hwang (17.), doch bei dieser Aktion konnte Viitorul-Schlussmann Rimniceanu gerade noch entscheidend eingreifen. Kurz darauf versuchte es der Isareli (19.) nochmal im Alleingang, und auch Youngster Hannes Wolf kam über einen schnellen Angriff nochmal zu einer Top-Chance (24.). Unsere Salzburger hatten deutlich mehr vom Spiel, waren aggressiver und bissiger vor dem Tor und der neuerliche Führungstreffer war nur noch eine Frage der Zeit.

Doppelschlag

Noch bevor sich Stagnation im Spiel breitmachen konnte, nützten wir den ersten Versuch der Rumänen, das Tempo aus der Partie etwas herauszunehmen, für einen schnellen Angriff. Hannes Wolf wurde auf der linken Seite freigespielt und konnte ungehindert von der gegnerischen Abwehr zum Abschluss kommen. Der Schuss wurde noch leicht abgefälscht und ging über Goalie Rimniceanu hinweg ins Tor (28.). Das 2:1 unseres Jungspunds inspirierte offenbar auch Munas Dabbur, der in der Partie bis zu diesem Zeitpunkt an fast allen Offensiv-Aktionen beteiligt war, selbst mal wieder einen Versuch zu wagen. In der 31. Minute brachte Stefan Lainer den Ball von der rechten Seite flach vor den Sechzehner, Hannes Wolf und Hee Chan Hwang ließen die Kugel durch und Munas Dabbur traf von der Strafraumgrenze mit einem satten Schuss ins linke Eck. Fast hätten wir vor der Pause den Vorsprung noch um zwei weitere Treffer ausgebaut, doch bei den Abschlüssen von Hwang (33.) bzw. Caleta-Car (34.) konnte sich Goalie Rimniceanu auszeichnen – die Defensive der Rumänen war aber völlig zusammengefallen. Damit endete eine sehr temporeiche, flotte und spritzige erste Hälfte, bei der unsere Salzburger klar die besser organisierte und gefährlichere Mannschaft waren.

Der Gegner zeigt Kampfgeist

Was wir von unserer Mannschaft schon fast gewohnt sind, nämlich dass sie auch nach einer Führung zur Pause auch nach Wiederanpfiff schnell Druck macht und den Weg nach vorne sucht, zeigte heute auch der Gegner. Viitorul machte in den ersten Minuten der zweiten Spielhälfte klar, dass sie die Partie noch nicht aufgegeben hatten, zeigten Moral und beschäftigten unsere Hintermannschaft immer wieder. Wirklich zwingende Offensiv-Aktionen kamen dabei aber nicht heraus, denn Miranda, Ulmer und Co. waren auf ihrem Posten und ließen die Rumänen nie wirklich gefährlich in unseren Strafraum vordringen. Das kräfteraubende Spiel der Hagi-Truppe machte sich aber im weiteren Spielverlauf deutlich bemerkbar, wodurch sich für unsere Offensiv-Abteilung wieder mehr Räume zur kreativen Entfaltung boten. Wie etwa in der 61. Minute, als Andreas Ulmer mit einer schnellen Kombination über Hannes Wolf  und Valon Berisha eine ideale Spielverlagerung auf die rechte Seite einleitete und es somit dem Gegner schwer machte, den Ball zu erobern.

Schlussoffensive

In der Schlussviertelstunde nahm Marco Rose durch kurz aufeinanderfolgende Wechsel das Tempo aus der Partie etwas heraus. Dadurch entwickelte sich wieder eine bessere Dynamik im Spielaufbau und die Offensiv-Aktionen wurden wieder geordneter – und somit effizienter – herausgespielt. Ein Plan, der gut aufging, denn in den letzten Minuten des Spiels kamen wir quasi im Minutentakt zu Torchancen. Zunächst durch Munas Dabbur, der nach einer weiten Gulbrandsen-Hereingabe die Kugel perfekt auf das Tor zirkelte – Goalie Rimniceanu konnte jedoch parieren. Kurz darauf vereitelte der Viitorul-Schlussmann dann noch die Chance auf einen Doppelpack von Hannes Wolf, der erneut ungehindert von links in den Strafraum vordringen konnte und zum Abschluss kam. Aber auch Viitorul kam speziell in der Nachspielzeit zu einigen Möglichkeiten, den Rückstand zu verringern. Dank Cican Stankovic, der wieder einmal eine hervorragende Partie spielte, sollte den Rumänen der Anschlusstreffer nicht mehr gelingen. Zu diesem Zeitpunkt war aber die Entscheidung bereits gefallen und das Ergebnis mehr als zufriedenstellend, denn mit drei Auswärtstoren ist die Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche in Salzburg natürlich ausgezeichnet.

STATEMENTS

Marco Rose:

Wir haben dieses Spiel als Chance gesehen und haben in der ersten Halbzeit richtig stark gespielt. Wir haben gute Chancen herausgespielt, aber leider trotzdem ein Tor bekommen. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Mannschaft. Nach dem 1:1 hat die Mannschaft Charakter bewiesen – trotzdem haben wir noch das Rückspiel, in dem alles passieren kann. Wir müssen uns jetzt regenerieren und uns dann auf das Spiel gegen St. Pölten am Sonntag konzentrieren.

Valon Berisha:

Wir haben heute extreme Spielfreude gezeigt und haben von Anfang an ein gutes Spiel abgeliefert. Wir haben drei Auswärtstore erzielt und ein unglückliches Gegentor erhalten. Trotzdem haben wir 90 Minuten lang eine super Leistung abgeliefert. Das zeigt, dass eine super Stimmung in der Mannschaft ist. Die Spieler, die neu in die Mannschaft gerückt sind, haben sich bewiesen, und dies beweist, warum wir einen so großen Kader haben. Trotzdem kann im Rückspiel alles passieren.

Alle Stimmen gibt es zum Nachhören in unserem AUDIOPLAYER!

Vorschau

Am kommenden Sonntag, den 20. August 2017 treffen wir um 16:30 Uhr im nächsten Bundesliga-Heimspiel auf den SKN St. Pölten. Die Niederösterreicher haben einen denkbar schlechten Saisonstart erwischt und konnten sich in vier Spielen in der Meisterschaft bisher nur einen Punkt erkämpfen. Auch im UNIQA ÖFB Cup lief es für die Fallmann-Truppe bisher gar nicht nach Plan, denn gegen den Regionalligisten SV Austria Klagenfurt schied man bereits in der ersten Runde aus dem Bewerb aus. Aber auch wenn der SKN als Liga-Schlusslicht nach Salzburg kommt, werden wir diese Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Das Rückspiel im UEFA Europa League-Play-off findet am Donnerstag, den 24. August 2017 (19:00 Uhr) in der Red Bull Arena statt.