„SALZBURGER HALBZEIT“ mit Dominik Szoboszlai

Dominik Szoboszlai ist wohl unbestritten der Shootingstar des vergangenen Monats. Er hat sein UEFA Europa League-Debüt mit einem Assist gekrönt, seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielt, ist erstmals für das A-Nationalteam von Ungarn aufgelaufen und wurde von unseren Fans zum Spieler des MOnats März gekürt.

Unser 18-jähriges Toptalent, das erst vor Kurzem seinen Vertrag bei uns bis 2022 verlängerte, hat sich – trotz der für ihn sehr intensiven vergangenen Wochen – Zeit genommen und mit uns unter anderem ausführlich über seine Kindheit, seinen Vater als wichtige Bezugsperson, seine fußballerische Entwicklung, seine bisherigen persönlichen Erfolge und seine Ziele gesprochen.

Bei einem kurzweiligen Spaziergang, der vor der malerischen Kulisse im Mirabellgarten seinen Anfang fand und weiter in Richtung Salzburger Altstadt ging, ließ uns Domi an ein paar persönlichen Einblicken in seine Kindheit teilhaben.

Ich bin in Szekesfehervar (Anm.: Ungarn) geboren und dort aufgewachsen. Mein Vater ist ein ehemaliger Fußballer, der auch mein Jugendtrainer wurde. Fußball war immer im Mittelpunkt meines Lebens. Ich hatte kein sogenanntes Kinderzimmer, für mich war das der Fußballplatz – und der Ball.

Sein Vater, der selbst in der höchsten Liga Ungarns gespielt hat, war somit eine wichtige Bezugsperson während seiner fußballerischen Anfänge und hat somit wesentlichen Anteil daran, dass es der junge Ungar geschafft hat, seinen Traum zu verwirklichen und Fußballprofi zu werden.

Mein Vater war und ist noch immer sehr, sehr wichtig in meinem Leben. Wir waren Tag und Nacht zusammen und haben ständig miteinander Fußball gespielt. Er hat viel Ahnung und hat ganz genau gewusst, was ich brauche, um meine Ziele zu erreichen.

Aber nicht nur sein Vater, sondern seine gesamte Familie ist für Domi sehr wichtig und spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben.

Familie ist für mich alles. Ich war ein Einzelkind, daher war der Bezug zu meinen Eltern sehr wichtig. Als ich zu Hause ausgezogen bin, um nach Salzburg zu gehen, haben meine Eltern noch eine Tochter bekommen. Meine nun zweijährige Schwester Sofi ist aktuell der größte Stolz unserer Familie.

Unser Weg ging an diesem sonnigen Nachmittag weiter zum Makartsteg, der uns über die Salzach hinweg in die Getreidegasse, eine der bekanntesten Gassen in der Mozartstadt, führte. Diesen Wechsel auf die Altstadtseite nahmen wir zum Anlass, um uns im zweiten Teil des Interviews über das Sportliche und seine fußballerische Entwicklung unterhalten. Wie ist Domi zum Fußball gekommen? Wollte er immer schon Fußballer werden oder hatte er schon mal einen anderen Berufswunsch?

Es war vom ersten Tag meines Lebens klar, dass ich mit Fußball anfangen werde (lacht). Mein Vater war selbst Spieler, deswegen war das eine leichte und klare Entscheidung für mich. Ich habe eigentlich nie einen anderen Plan abseits des Fußballes gehabt, Gott sei Dank mache ich nun das, was ich am meisten liebe.

Nach seinen Jugendstationen Videoton FC und MTK Budapest FC hat er sich für die Red Bull Fußball Akademie entschieden, obwohl auch Topklubs aus Italien und England Interesse gezeigt haben, ihn zu holen. Da bei dieser Entscheidung eine optimale Weiterentwicklung das oberste Ziel war, folgte der Schritt nach Salzburg.

Das stimmt, ich hatte sehr viele Möglichkeiten. Das Ziel war aber immer meine bestmögliche Entwicklung. Ernst Tanner und Christoph Freund haben uns damals davon überzeugt, dass der Schritt nach Salzburg der richtige für mich ist, und wir waren uns zusammen mit meinem Berater danach ganz sicher, dass wir das machen möchten. Bis jetzt scheint das eine gute Entscheidung gewesen zu sein.

Nach nur einem Jahr im Nachwuchs wurde er als jüngster Spieler in den Profikader unseres Kooperationsklubs FC Liefering befördert, hat dort auf Anhieb überzeugen können und als erster Spieler des Jahrganges 2000 einen Treffer in der 2. Liga erzielt. Spätestens hier war für ihn klar, dass der Schritt, in die Mozartstadt zu gehen, für ihn der genau richtige war.

Wie gesagt, Salzburg war jener Verein, der mir den Schritt in den Profifußball ermöglicht hat. Ich bin dafür sehr dankbar und glaube, dass es für mich ein riesiger Vorteil war, bereits mit 16 Jahren beim FC Liefering zu spielen. Zum Glück habe ich mich gut integriert und jetzt habe ich die Chance bekommen, beim FC Red Bull Salzburg zu spielen.

Auch im Nationalteam ging seine Karriere steil nach oben. Nach der U17-Mannschaft ist er derzeit aufgrund seines jungen Alters für die U19 bzw. U21 spielberechtigt und wird dort wohl auch noch die eine oder andere Partie absolvieren, kam aber in der aktuellen Länderspielpause erstmals beim A-Nationalteam zu Einsätzen – ein kometenhafter Aufstieg, der aber auch viel Arbeit und Schweiß verlangte.

Ich habe extrem viel und hart dafür gearbeitet, deswegen sind alle diese Schritte extrem wertvoll für mich. Mit 18 Jahren bereits in der Startelf für mein Heimatland zu stehen, ist einmalig. Dass wir dann gleich gegen Kroatien gewonnen haben, ist unglaublich.

Angekommen am Kapitelplatz – und somit am Fuße des Salzburger Wahrzeichens, der Festung Hohensalzburg – ließ unser junger Mittelfeldspieler seine besonders erfolgreichen letzten Wochen noch einmal für uns Revue passieren.

Die vergangenen Wochen waren sehr intensiv für mich – nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Ich wollte schon immer einmal vor 30.000 Fans spielen, was ich nun im UEFA Europa League-Achtelfinale gegen SSC Napoli erleben durfte. Jetzt möchte ich dieses Gefühl so oft wie möglich wieder erleben. Es war zudem für mich sehr wichtig, dass ich gegen Wacker Innsbruck vom Trainer wieder das Vertrauen bekommen habe, in der Startelf zu stehen. Für mich war es extrem wichtig, ihm dafür Danke zu sagen, was ich mit meinem Tor auch gemacht habe.

Auf die Frage nach seinem Vorbild hatte Domi danach eine wirklich interessante und vor allem sehr selbstbewusste Antwort für uns parat.

Vorbild habe ich grundsätzlich keines. Aber Cristiano Ronaldo war immer sehr beeindruckend für mich. Er arbeitet noch immer jeden Tag, obwohl er der beste Spieler der Welt ist. Das Wichtigste für mich ist, dass ich auf einem guten Weg bin, der mich ganz weit bringen kann. Mit der Zeit möchte ich selbst als Vorbild gelten.

Als wir zum Schluss des Interviews noch auf das Thema Zukunft zu sprechen kamen, erfuhren wir von klaren Zielen, die er als Nächstes erreichen möchte.

Ich möchte in Salzburg Stammspieler werden. Weiter in die Zukunft schaue ich im Moment nicht. Ich habe hier sehr viel bekommen, jetzt ist es für mich Zeit, auf dem Feld etwas zurückzugeben.