Zuerst der Pflichtspiel-Hunderter, danach die Auszeichnung zum Trainer des Jahres

Auch wenn die Enttäuschung über das Ausscheiden aus der UEFA Europa League logischerweise noch nicht gänzlich verflogen ist, hatte Trainer Marco Rose in den vergangenen Tagen dennoch gleich zweifach Grund zur Freude.

Wir haben uns diesbezüglich zum Beginn der Länderspielpause mit Marco getroffen und ihn in einem kurzen Interview über seinen Pflichtspiel-Hunderter sowie die Wahl zum Trainer des Jahres unterhalten:

Das Spiel gegen Sturm Graz war das 100. Pflichtspiel für dich auf der Trainerbank unseres Klubs. Damit übertriffst du den bisherigen Rekord von Roger Schmidt, der zwischen 2012 und 2014 in 99 Pflichtspielen auf der Trainerbank saß. Und du bist damit auch der erste Trainer, der seit 2005 den 100er geknackt hat. Wie stolz macht dich das?

Die Tatsache, in der heutigen Zeit in diesem Geschäft auf 100 Spiele als Trainer zu kommen, zeigt sicherlich, dass man im Team sehr viel richtig gemacht hat. Besonders stolz macht mich aber vor allem der Weg, den wir in dieser Zeit als Mannschaft gegangen sind. Wir sind innerhalb von nicht einmal zwei Jahren auf diese 100 Spiele gekommen, was bedeutet, dass wir in vielen Wettbewerben auch viele Spiele hatten. Wie immer ist es aber eine Leistung des gesamten Teams, und ich bin sehr stolz, ein Teil davon zu sein.

In diesen 100 Spielen weist du mit deiner Mannschaft eine unglaubliche Bilanz auf: 70 Siege und lediglich 9 Niederlagen. Musst du als Trainer da von der Seitenlinie eigentlich noch viel einwirken oder ist es einfach der Charakter und unbändige Siegeswille deines Teams, der zu diesen Erfolgen führt?

Grundsätzlich ist der Charakter meiner Mannschaft herausragend. Es ist aber vor allem harte Arbeit, da du dich als Team finden und eine gemeinsame Spielidee entwickeln musst. In manchen Situationen brauchst du natürlich auch das Quäntchen Glück, um in die Erfolgsspur zu kommen. Danach darf man sich aber keinesfalls auf gewonnenen Spielen oder Teilerfolgen ausruhen, sondern muss immer wieder mehr wollen. Jeder muss seine Aufgabe erfüllen und dazu beitragen, dass wir ständig die Spannung hochhalten und auf höchstem Niveau trainieren und auch spielen.

An welches dieser 100 Pflichtspiele hast du die schönsten Erinnerungen? Und warum?

Es gibt da einige Spiele, die mir in schöner Erinnerung geblieben sind. Mit unserem Anspruch, Titel zu gewinnen, sind dies natürlich jene Spieltage, an denen du die Meisterschaft fix machen kannst. Aber auch z. B. das erste Spiel von Patrick Farkas nach seiner schweren Kreuzbandverletzung oder das vergangene UEFA Europa League-Spiel mit dem Tor von Christoph Leitgeb, der aufgrund der vielen jungen Spieler keine leichte Situation hat, sind besondere Momente für mich.

Im Zuge der Krone-Fußballerwahl wird ja seit 1995 auch der „Trainer des Jahres“ gewählt. Im Jahr 2018 hast du dir diesen Titel gesichert und somit erstmals(!) nach Salzburg geholt. Wie stolz bist du auf diese Auszeichnung?

Die Wahl zum Trainer des Jahres freut mich natürlich sehr und macht mich auch stolz. Die Tatsache, dass sich viele Leute aus ganz Österreich an dieser Wahl beteiligt haben, zeigt, dass unsere Arbeit hier in Salzburg respektiert und anerkannt wird. Meine Mannschaft erbringt diese tollen Leistungen zwar in erster Linie für den Verein, aber als Vertreter des österreichischen Fußballs auch ein Stück weit für Österreich. Und das freut uns dann natürlich riesig und sollte auch Ansporn für mehr sein.

Vielen Dank, Marco! Auf hoffentlich noch viele weitere Erfolge und Rekorde mit dir!