„SALZBURGER HALBZEIT“ mit Patson Daka

Patson Daka ist wohl die vielversprechendste Entdeckung dieser noch jungen Saison. Er hat umgehend das Vertrauen, das Trainer Marco Rose in ihn gesetzt hat, gerechtfertigt und mit einem Tor und einem Assist gleich einmal ordentlich aufgezeigt.

Unser 19-jähriger Mittelstürmer hat sich – trotz der aktuell stressigen Phase der Saison – Zeit genommen und mit uns ausführlich über seine Kindheit und seine Familie, die deutsche Sprache, Salzburg als Lebensmittelpunkt, seine fußballerische Entwicklung sowie seine bisher größten Erfolge und Ziele gesprochen.

In diesem dann doch ziemlich kurzweiligen Interview wirkte Patson stets gut gelaunt und hatte immer ein Lächeln auf den Lippen. Dies sei aber einfach dem geschuldet, dass er ein lebensfroher Mensch ist, wie er uns erzählte:

Manchmal kann ich schon verärgert sein, aber grundsätzlich bin ich eine lebensfrohe Person. Ich bin immer gut gestimmt. Ich liebe es, zu lachen und Witze zu machen. Das Gefühl, besorgt oder traurig zu sein, versuche ich von mir abzustoßen. Deswegen mag ich es auch, im Kreise gut gelaunter Menschen zu sein.

Geführt haben wir dieses Gespräch im Übrigen in englischer Sprache. Patson versteht zwar Deutsch schon sehr gut, beim Sprechen und vor allem im Satzbau hat er aber (noch) Probleme.

Die Anweisungen des Trainerteams verstehe ich problemlos. Überhaupt verstehe ich schon relativ viel, wenn jemand mit mir Deutsch spricht, aber selbst zu sprechen ist immer noch eine Herausforderung. Vor allem der Satzbau stellt mich vor größere Probleme. Wenn ich mit meinen Teamkameraden spreche, lachen sie mich oft aus, weil ich im Satzbau versage (lacht). Aber es wird immer besser.

Angesprochen auf seine Familie erklärte er uns, dass er ein totaler Familienmensch ist und sie eine sehr große Rolle in seinem Leben spielt.

Meine Familie hat mich immer unglaublich unterstützt. Meinen Eltern war aber auch immer wichtig, dass ich zur Schule gehe und lerne. Ich bin deshalb alles Schritt für Schritt angegangen. Ich habe die Schule und den Fußball gut vereinen können und meine Zeit immer gut eingeteilt. Meine Familie spielte dabei eine sehr große Rolle. Hätte sie mich nicht so unterstützt, wäre ich heute nicht hier. Klar vermisse ich sie. Aber ich telefoniere fast jeden Tag mit ihnen, das macht es einfacher.

Danach wollten wir von ihm wissen, wie wohl er sich denn in seinem neuen Lebensmittelpunkt Salzburg fühlt und wie und mit wem er seine Freizeit verbringt.

Ich mag Salzburg, es ist eine tolle Stadt. Ich fühle mich einfach wohl hier. Es gibt nichts, worüber ich mir Sorgen machen müsste. Jeder ist freundlich und macht mir das Leben einfach. Ich fühle mich schon fast wie zu Hause. In meiner Freizeit bleibe ich meistens daheim und schaue einen Film oder Ähnliches – ich bin kein Fan davon, auszugehen. Die meiste Zeit verbringe ich dabei mit Enock Mwepu. Zu wissen, dass es jemanden gibt, mit dem ich jederzeit reden kann, ist viel wert.

Im zweiten Teil des Interviews haben wir uns über das Sportliche und über den Beginn seiner fußballerischen Karriere unterhalten.

An das Alter, in dem ich mit dem Fußballspielen begonnen habe, kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber ich war auf jeden Fall sehr jung. Ich habe viel auf der Straße gekickt und mich erst später einem Verein angeschlossen. Wenn ich heute zurückblicke, ist alles sehr schnell gegangen. Aber es war trotzdem eine lange Reise mit vielen Hürden und Herausforderungen. Nur wenige haben daran geglaubt, dass ich es irgendwann ins Nationalteam schaffe, und ich musste auch viel Kritik einstecken. Aber ich habe darübergestanden und weiter mein Ziel verfolgt. Ich habe immer gesagt, es ist meine Entscheidung – ob ich sinke oder schwimme, es liegt an mir. Ich habe mich für den Weg entschieden und nichts konnte mich davon abhalten. Das bin einfach ich.

Auch an seine Anfänge in Salzburg kann er sich noch ganz genau erinnern:

Als ich nach Salzburg gekommen bin, war es schon eine sehr große Umstellung für mich. Ich kannte die Sprache und das Umfeld nicht, und das Wetter war auch etwas Neues für mich. Aber das gehört einfach dazu, und ich musste damit klarkommen. Die Leute hier haben mich super aufgenommen und es mir so einfach wie möglich gemacht, mit jeder Situation umzugehen.

Aber wie kam eigentlich der erste Kontakt mit unserem Klub zustande? Auch darüber reflektierte Patson in unserem Gespräch:

Der kam zu einer Zeit zustande, in der ich es am wenigsten erwartet hätte. Aber ich habe natürlich immer davon geträumt, den Sprung ins Ausland zu schaffen und war richtig nervös beim ersten Gespräch. Dass es letztlich geklappt hat, war einfach fantastisch.

Im letzten Teil haben wir unseren jungen Sambier gefragt, ob er die Entscheidung, zu unserem Klub zu wechseln, jetzt genauso treffen würde.

Der FC Red Bull Salzburg ist der beste Verein, um den ersten Schritt im Profifußball zu machen. Hier wird mir seit meinem ersten Tag eine perfekte Plattform geboten, um mich weiterzuentwickeln. Ich liebe die Philosophie.

Auch wenn Patson erst seit 1 1/2 Jahren bei unserem Verein ist, hat er schon wirklich große Erfolge gefeiert. Darüber berichtet er wie folgt:

Mein größter Erfolg bis jetzt war der Gewinn der UEFA Youth League, würde ich sagen. Das gab mir nämlich erst die Möglichkeit, zur ersten Mannschaft zu stoßen. Wer weiß, ob ich hier wäre, wenn ich in den Youth League-Spielen nicht die Leistung gebracht hätte. Das Gefühl bei meinem ersten Bundesliga-Tor (Anm.: das 1:0 gegen FK Austria Wien) war natürlich auch unbeschreiblich. Ich werde mich immer an den Treffer erinnern können. Die Freude, die ich gefühlt habe, kann ich aber nicht in Worte fassen. Es war einfach großartig.

Zu guter Letzt wollten wir noch wissen, welche Ziele er für diese Saison hat.

Ich habe sehr viel zu verbessern. Mein Ziel in dieser Saison ist es daher, mich weiterzuentwickeln und alles zu geben, um der Mannschaft, so gut es geht, zu helfen. Und natürlich hoffe ich auf so viele Einsätze wie möglich.