Omnia, tout, everything: Es geht um alles!

Dramatik und Mathematik: Mit Seele und Köpfchen müssen wir beim Königlichen Racing Club zu Werke gehen. Doch die Gedanken sind geteilte. Ein paar davon sitzen in Liverpool auf der Tribüne.

Die Erinnerungen sind überwältigend. Damals, als wir zum ersten Mal unter dem Klang der UEFA Champions League-Fanfare in unserer Heimstätte eingelaufen sind, um das Spiel zu bestreiten, nach dem es uns so lange dürstete. Die Vielzahl wippender Beine in der Red Bull Arena ließ gefühlt ein Erdbeben entstehen. Und die Eruption sollte in brachialem Maße ausfallen. Tor um Tor um Tor schossen wir. 6:2 – die Fußballwelt erstaunt, wir verliebt. Es sollte nicht in dieser Tonart weitergehen, zu wenig Glück, zu viele Fehler, das Herz strapaziert. „Und jede Beziehung geht mal durch ne Krise, Kid. Wenn du das nicht kennst, dann weißt du nicht, was Liebe ist“, sagen nicht wir, das sagte einst Die Firma in einem legendären Hit.

Und ein ebensolcher Hit, ein Schlager, erwartet uns morgen. Ein Spiel, in dem es um so viel geht, dass wir einzig der mathematischen Ausgangslage einen gesamten Absatz widmen. Wir halten bei vier Punkten, Genk bei einem. Nachdem Liverpool bereits neun und Napoli acht Zähler gehamstert haben, ist Genk bei zwei offenen Spielen bereits aus dem Rennen um die K.-o.-Runde. Für die Belgier geht es nur noch um den möglichen Einzug in die UEFA Europa League. Und wir sind bei diesem Unterfangen der direkte Konkurrent. Genk braucht einen Sieg gegen uns, sonst ist für die Mannen aus dem flämischen Kohlerevier Schicht im Schacht. Wir hätten bereits mit einem Remis den dritten Gruppenplatz sicher. Wollen wir noch um den Aufstieg mitspielen, müssen wir gewinnen. Sollte das passieren, wandern unsere Augen nach Liverpool. Wenn Napoli bei den Reds gewinnt, gibt es ein Endspiel in Salzburg. Gewinnen die Reds, sind sie aufgestiegen und wir müssten im Fernduell mit Napoli auf Schützenhilfe von Genk hoffen. So weit, so unklar? Gut! Denn ein guter Agent nimmt niemals zwei Missionen gleichzeitig an. Jetzt zählt Genk.

Woher die Schlümpfe kommen und was sie auszeichnet, wisst ihr bereits vom letzten Mal. In der Zwischenzeit hat sich wenig verändert. Selbst die mauen Leistungen in der Liga haben Fortbestand. In den letzten vier Ligaspielen gab es für Genk keinen Sieg. Dafür gibt es jetzt einen neuen Trainer. Der ehemalige Stuttgart- und Hamburg-Coach Hannes Wolf übernahm die Blau-Weißen aus der Kohlestadt erst vor einer Woche. Der Deutsche will jetzt die Negativserien des KRC beenden. Schon jetzt stehen mehr Niederlagen als in der gesamten Vorsaison zu Buche. Obwohl bereits zum dritten Mal im Bewerb, wartet Genk bis heute auf seinen ersten Sieg in der UEFA Champions League-Gruppenphase. Gesamteuropäisch schaut es ein wenig besser aus. In 32 der letzten 34 Partien auf europäischem Parkett erzielten die Belgier zumindest einen Treffer. Funfact: Die anderen beiden Spiele gingen nicht verloren, sondern endeten jeweils in torlosen Remis.

Wer das Team von Jesse Marsch nicht im Stadion anfeuern kann, hat die Möglichkeit, das Duell gegen Genk live und exklusiv mit Sky X zu streamen! Hol dir jetzt Sky X!

Das muss aber erst einmal ausgenützt werden. In letzter Zeit verstehen wir uns mehr als Nikolaus, denn als Exekutor. Das muss sich in Genk ändern. Gut, dass zu diesem Zwecke Big Earl aus dem Physioraum aufersteht. Unser Norweger hat bis jetzt in jedem unserer UEFA Champions League-Spiele getroffen und führt mit seinen Treffern die Torschützenliste in der KönigsCLasse an. Max Wöber bekam von Jesse Marsch die Stammplatzgarantie für Mittwoch. Sonst steht wenig fest. In Napoli spielten wir in verschiedenen Systemen. Im Hinspiel gegen Genk im 4-2-2-2, das wir seit diesem Tag aber nicht mehr so gnadenlos vertikal zu Gesicht bekamen. Mehr zu treffen als der Gegner, ist wohl die beste Ansage, die wir machen können. Vermutlich auch die wahrscheinlichste, denn Genks Torausbeute ist trist wie der belgische Herbst. In den letzten vier Bewerbsspielen trafen sie nur drei Mal.

Es gibt also keinen Grund, nicht mit aufgeplustertem Brüstl nach Belgien zu fahren. Ein Remis, und wir überwintern europäisch. Ein Sieg, und die Hoffnung auf mehr lebt. Burschen, macht uns stolz!

Personelles

Antoine Bernede ist nach seinem Schienbeinbruch nicht einsatzbereit, Sekou Koita mit einer Bauchmuskelverletzung außer Gefecht. Cican Stankovic ist nach seiner Verletzung weiterhin fraglich.

TV Show Akt 3 in Genk

Die letzten Duelle mit belgischen Teams:

17.09.2019 FC Salzburg – KRC Genk 6:2
21.02.2019 FC Salzburg – Club Brugge 4:0
14.02.2019 Club Brugge – FC Salzburg 2:1
07.11.2013 Standard Lüttich – FC Salzburg 1:3

24.10.2013 FC Salzburg – Standard Lüttich 2:1