Torschützen: Kamada (12., 43., 53.), Kostic (56.) bzw. Hwang (85.)

Es tut weh! Jedes dieser Worte schmerzt, denn es gibt Tage, an denen alles zusammen kommt. Das Pech, die Antipathie der Gastgeber, die schlechte Leistung am Platz. Dennoch heißt es noch nicht „Rien ne va plus“.

Spielbericht

47.000 Fans, ein Tollhaus, und unsere Roten Bullen, angeführt von Jetzt-Rekordspieler Andi Ulmer, begannen mutig. Masaya Okugawa dirigierte die erste Pressing-Linie, mit Erfolg. Hwang und Daka wühlten um die zweiten Bälle, zunächst noch ohne klare Torchance. Die gab es hingegen auf der anderen Seite, auch prompt mit dem gewünschten Ergebnis. In einem desorganisierten Moment steckte Djibril Sow den Ball durch die auseinandergezogene Abwehrkette. EL-Dauerbrenner Daichi Kamada wartete auf die Pille, um sie zu seinem vierten Saisontor zu ballern (12.). So war das nicht geplant.

Analog zum Spielstand stieg auch der Geräuschpegel und damit der Nervositätsgrad. Das Spiel war fortan Stückwerk. Durchhalten, Burschen! Kamada und Toure vergaben in der Folge nur knapp. Wenn es unsererseits gefährlich wurde, dann durch Ecken. Enock Mwepu prüfte nach 25 Minuten Keeper Trapp mit einem Bogenlampen-Köpfler.

Dann waren wieder die Frankfurter dran. Viel ging über links, wo Filip Kostic seinen Spaß hatte. Sein wuchtiger Schuss schrammte nur knapp am langen Pfosten vorbei. Szene ungeschnitten: Der direkte Gegenstoß fand Enock Mwepu, dessen Abschluss leider nur eine Frankfurter Wade in höchster Not – unsere beste Chance in Durchgang eins. Wir wünschten, es wäre hier bereits in den Tunnel gegangen. Doch wieder war es Kamada, der etwas dagegen hatte. Von der Mittellinie lief er alleine auf Stankovic zu, unsere Innenverteidigung war nur Begleitschutz. Trocken eingeschoben, für Cic war nichts zu machen (43.).

Eintracht Frankfurt vs. FC Salzburg

Paukenschlag zur Halbzeit: Jesse holte Patson Daka und Masaya Okugawa vom Feld. Für sie stürmten jetzt Sekou Koita und Karim Adeyemi, Zweiterer in seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Roten Bullen. Doch das Spiel, es sollte nicht besser werden. In einem Reigen der Passivität bekamen wir den Ball nicht geklärt, ehe ihn wer bekam? Erraten, Daichi Kamada. Der Japaner köpfelte zu seinem dritten Treffer des Abends ein (53.).

Und aus der kalten Dusche wurde ein Monsun. Kamada wurde abseitsverdächtig eingesetzt, doch der VAR blieb stumm. Links hinterlief Kostic, der das Leder in den Lauf geschoben bekam. Der Abschluss war für ihn nur noch Formsache (56.).

Der Rest des Spieles wurde zu einem Frankfurter Triumphmarsch. Wir, genervt, glücklos, lethargisch, wussten uns noch gerade so zu wehren, um das Ding respektabel über die Zeit zu bringen. Ein Treffer, er würde noch gerade die kleine Zehe in die Tür zum Aufstieg bringen. Und als hätten wir diese Worte nach oben gerichtet, sah der Fußballgott herunter: Das Elfergeschenk von Djibril Sow nahm Hee Chan Hwang dankend an (85.).

Ein Spiel wie Lebertran, fast ungenießbar. Und doch lebt die Minichance zu Hause.

Statements

Jesse Marsch

Wir haben unseren Matchplan nicht gut umgesetzt. Ich muss auch überlegen, was ich besser machen kann. Ich bin auch mit mir selbst nicht zufrieden. Im Rückspiel müssen wir mutiger sein.

Adi Hütter:

Es war eine Leistung, bei der mir phasenweise warm ums Herz geworden ist. Wir waren geschlossen überzeugend. Auch Salzburg war nicht ungewöhnlich schwach. Wir waren einfach von der ersten Minute da, und das mussten wir auch, weil Salzburg nie zu spielen aufhört und bis zur letzten Minute angreift.

Wechsel

Adeyemi für Daka (46.), Koita für Okugawa (46.), Camara für Szoboszlai (71.)

Gelbe Karte

Adeyemi (54./Unsportlichkeit)

Nicht einsatzbereit

Bernede (Schienbein), Kristensen (Oberschenkel), Köhn (Knöchel)