Der Rückkehrer

Antoine Bernede im Interview

Antoine Bernede nimmt nach seiner langen Verletzungspause wieder Fahrt auf. Vor dem Cup-Kracher gegen den LASK teilt er seine Gedanken.

Du hast nach deinem im September erlittenen Schienbeinbruch fast ein halbes Jahr pausieren müssen. Wie geht es dir, und wie gut tut es, wieder für den FC Red Bull Salzburg spielen zu können?

Danke, es geht mir gut – und ich bin einfach nur froh, nach dieser langen Zeit wieder bei der Mannschaft zu sein. Jetzt hoffe ich, dass ich so schnell wie möglich wieder meine Leistungen bringen kann und dadurch Einsätze bekomme.“

Wie schwierig war das letzte halbe Jahr für dich? Wie hast du die Motivation hochhalten können? Wer hat dir in dieser Zeit geholfen?

„So eine Verletzungspause drückt natürlich aufs Gemüt, und da ist es gut, wenn du Menschen an deiner Seite hast, die dich unterstützen. In meinem Fall war die Familie für mich da. Mein Vater, meine Mutter und meine Schwester haben mich oft in Salzburg besucht. Aber auch die Menschen hier im Klub waren mir in dieser so schwierigen Zeit eine große Unterstützung.“

Dein Vater hat einen großen Anteil an deiner bisherigen Karriere. Erzähl doch bitte, wie du zum Fußball gekommen bist und wie er dir geholfen hat!

„Ja, meinem Vater habe ich sehr viel zu verdanken. Er hat selbst auf Amateur-Niveau gespielt, und ich war von klein auf bei seinen Spielen dabei. Ich habe die Liebe zu diesem Sport von ihm in die Wiege gelegt bekommen.“

Coach Jesse Marsch setzt auf dich als Lenker im Mittelfeld. Er vergleicht diese Position gern mit der eines Quarterbacks im Football. Gefällt dir diese Rolle?

„Schon im Nachwuchs bei PSG habe ich diese Rolle geliebt. Der Vergleich mit dem Quarterback gefällt mir, man könnte diese Rolle aber auch mit der eines Dirigenten vergleichen. Ich mag es, Verantwortung zu übernehmen, und ich finde, dass ich immer Ruhe und den Überblick bewahre und so der Mannschaft weiterhelfen kann.“

Zu deinen weiteren Stärken zählt sicher auch, dass du beidbeinig ausgebildet wurdest …

„Darüber bin ich sehr glücklich. Das ist auch etwas, was mir mein Vater mit auf den Weg gegeben hat. Ich habe immer alles mit beiden Beinen trainiert, daher bin ich heute auch mit rechts und links gleich stark. Das hilft mir nicht nur bei Torschüssen, sondern erleichtert mir das Spiel auch unter Druck, und ich bin als Passgeber für die Gegner nur schwer zu verteidigen.“

Was kannst du an deinem Spiel noch verbessern?

„Meine Abschlüsse aus der Distanz können durchaus noch besser werden, und ich bin auch bei Gott kein Kopfballungeheuer. Das liegt aber auch an meiner Körpergröße. Defensiv kann ich sicherlich auch noch etwas aggressiver ans Werk gehen.

Wie gefällt dir dein Leben in Salzburg?

„Ich fühle mich sehr wohl hier, und ich mag die Stadt. Die historischen Gebäude erinnern mich sogar immer ein wenig an Paris. Aber alles hier ist etwas kleiner und familiärer. Die Menschen in Salzburg sind sehr freundlich, und die Natur ist unheimlich schön. Wir trainieren wirklich sehr viel, deshalb habe ich nicht allzu viel Zeit, die Stadt zu erkunden. Aber ich habe schon ein paar ausgezeichnete Restaurants gefunden, und ab und zu spaziere ich durch die Altstadt.“

Wir treffen heute im Cup-Halbfinale erneut auf den LASK. Brennt ihr auf Revanche nach der Niederlage in der Meisterschaft?

„Na klar! Jeder Einzelne im Klub ist heiß auf dieses Match. Sie haben unsere Heimserie beendet und uns den Platz an der Tabellenspitze weggeschnappt. Deshalb wollen wir sie heute aus dem Cup werfen! Aber wir haben ja am eigenen Leib erfahren, welch gute Mannschaft sie haben, und sie haben auch in der UEFA Europa League gegen Alkmaar bewiesen, dass sie tollen Fußball spielen können. Dennoch bin ich mir sicher, dass wir mehr Qualität im Kader haben und heute zurückschlagen werden!“