Die letzte Politur

Torschützen: Szoboszlai (67.), Ramalho (73.), Camara (90.+5)

Eine Saison wie ein Einser-Aufsatz, das heutige Spiel die Zierzeile. Der Torrekord als Abschluss nach Maß.

Spielbericht

Keine Fruchtsaftfabrik, sondern die Raiffeisen Arena, doch hier wurde gepresst, was das Zeug hielt, auf beiden Seiten. Wenig Zeit am Ball, selten gewollte Aktionen beider Mannschaften. Hektik könnte man meinen, doch es war Kalkül. Das Auge galt dem Erben – von Bällen tief in der gegnerischen Hälfte.

Davon gab es allerdings wenige, wenn man die Pille wollte, musste man sie sich aus der Luft pflücken. 25 Minuten Flipperspiel vergingen, kein Torschuss, aber das Gefühl, dass hier jederzeit etwas passieren könnte. Und genau so kam es auch. Junuzovic schaltete nach einem Ballgewinn schnell. Über Okugawa und Daka gelangte das Leder zu Hwang, der im Rutschen einschob. Doch beim Stangler stand unser Koreaner weniger als einen Babyelefanten im Abseits.

Es sollte ein positiver Ausrutscher gewesen sein. Highlights gab es auch nach den vollen 45 Minuten nicht zu vermelden. Die Konzentration litt unter der Hitze, Max Wöbers Beine unter der Zweikampfführung. Es zwickte, und Grund zum Risiko gab es keinen, für ihn kam Rasmus Kristensen noch vor der Halbzeit.

BL-32: ASK vs. RBS

Der Tenor blieb auch in der zweiten Halbzeit unverändert. Die Spielanteile weilten großteils bei uns, die Zweikampfsiege bei den Linzern, die Torchancen bei niemandem. Und weil auf dem Rasen nicht viel ging, prüfte man die Qualität auf der Bank. Camara und Okafor kamen für Vallci und Okugawa.

Bei den Linzern gab frische Kraft von der Bank fast den Ausschlag: Balic, von Renner in Szene gesetzt, versuchte es aus gut 25 Metern mit einem exquisiten Weitschuss. Stankovic war geschlagen, doch das Leder senkte sich nicht weit genug.

Keine fünf Minuten später enteilte Daka der LASK-Abwehr, der herausstürmende Schlager wurde zur Ganzkörpersense. Zusammengesäbelt blieben beide liegen, der Fingerzeig von Schiri Schörgenhofer konnte nur in Richtung Punkt gehen. Szobo schnappte sich die Kugel und drückte sie links unten in den Winkel (67.).

Jetzt waren die Linzer gefordert und wir am Kontern. Immer wieder ergaben sich Überzahlaktionen und infolgedessen Eckbälle. Szobo zupfte sich das Bällchen zurecht und tremmelte direkt auf die Stirn von Andre Ramalho, der es aus 12 Metern maßgenau neben die Stange ins Netz setzte (73.).

Der LASK probierte es in der Folge mit Frust und Verzweiflung, im Parallelspiel führte der WAC. Die Linzer brauchten einen unmöglichen Sieg. Und es kam noch dicker. In der Nachspielzeit schnappte sich wieder Schlager das Haxl von Sladdi. Den folgerichtigen Elfer verwertete Mo Camara zum 3:0-Endstand und zur Einstellung des 110-Treffer-Torrekords (90.+5). Was für ein Ende dieser fabelhaften Saison!

Statements

Andre Ramalho:

Hier zu gewinnen, ist immer besonders. Der LASK hat es uns heute sehr schwer gemacht, wie sie es auch die ganze Saison über gut gemacht haben. Wir sind stolz auf unsere heutige Leistung!

Jesse Marsch:

Es war toll, dass wir auch diesmal bis zur letzten Minute Mentalität gezeigt haben. Wir wollten die beste Abwehr und den besten Angriff stellen. Das haben wir heute geschafft.

Aufstellung

Wechsel

Kristensen für Wöber (41.), Okafor für Okugawa (56.), Camara für Vallci (56.), Adeyemi für Hwang (75.), Koita für Daka (75.)
 

Gelbe Karte

Ramalho (81./Foul)

 

Nicht einsatzbereit

Bernede (Knöcheloperation), Walke (Fingerprellung)