Zuerst Nachsitzen in Wien, jetzt Nachschlag gegen die Austria!

Vor unserer Expedition an die Anfield Road stehen uns zum zweiten Mal Hauptstädter gegenüber. Die Austria steht mit dem Rücken zur Wand und zudem unter Handlungszwang. Für Viola-Trainer Ilzer könnte die Begegnung zum Schicksalsspiel werden.

„Ein verzweifelter Gegner ist ein gefährlicher Gegner“, Jesse Marsch sprach eine Warnung aus. Gewiss keine falsche, denn Zlatko Junuzovic weiß: „Die Austria hat nichts zu verlieren!“ Von Wiener Medien schon totgeschrieben kommen die Favoritner als brandgefährliche Wundertüte in die Mozartstadt. Zwischen tiefstem Chaos und himmelhoch jauchzend war in der jungen Saison bei der Viola schon alles dabei. Die Mattersburger panierte man auswärts mit 5:1, während man erst unter der Woche in Wattens mit 2:5 herausgebacken wurde. Wettbewerbsübergreifend bezog die Austria schon sieben Niederlagen. In acht Bundesliga-Spielen verbuchte man erst zwei Siege. Das war zum letzten Mal in der Saison 2014/15 der Fall, damals wurde man am Ende Siebenter.

Im Fokus der violetten Unruhe steht derzeit Trainer Christian Ilzer, der den schlechtesten Punkteschnitt seit Robert Sara zu Buche stehen hat. Letztgenannter blieb 1998 nur acht Spiele im Amt. Die gegenwärtigen Nöte mögen sich auch durch die mangelnde Kontinuität erklären. Trainer Ilzer brachte, ohne internationale Beschäftigung, bereits 23 Spieler zum Einsatz. Die einzigen beiden Konstanten finden sich vorne und hinten. Neben Goalie Ivan Lucic wurde nur Christoph Monschein in allen zwölf Saisonspielen aufgeboten, in denen Monschein zehn Treffer erzielte. Den Niederösterreicher haben wir noch in leidiger Erinnerung: Bei unserer letzten Heimniederlage im Herbst 2016 erzielte er für die Admira den einzigen Treffer des Spiels.

Grund zu verfehlter Scham ist das dennoch nicht. In den letzten 19 Bundesliga-Duellen gegen die Wiener Austria haben wir nur einmal verloren. Außerdem waren wir der einzige Klub, der in der Vorsaison der Tipico Bundesliga alle vier Saisonspiele gegen die Viola gewinnen konnte. Unabhängig vom Gegner blieben unsere Roten Bullen in den letzten elf Pflichtspielen vor heimischer Kulisse siegreich und erzielten dabei stets zwei oder mehr Treffer, insgesamt 50. Nach den 120 harten Minuten am Mittwoch und den zunehmenden Verletzungs- und Krankheitsfällen wird wohl wieder eine grundveränderte Startelf auflaufen.

Was man wissen sollte:

Patrick Farkas steht vor seinem 200. Bundesliga-Spiel.

Der seit gestern 32 Jahre alte Zlatko Junuzovic bestritt 81 seiner insgesamt 236 Spiele in der Bundesliga für die Wiener.

In der Red Bull Arena gibt es seit Saisonbeginn ein bargeldloses Bezahlsystem. Alle Informationen dazu findest du HIER!

Mit dem Salzburger Familienpass können zwei Erwachsene plus Kinder für nur € 25,– in die Süd-Tribüne.

Nach dem Spiel sorgt unser RBE One in Fanpark für Stimmung. Bleiben lohnt sich!

Personelles

Alexander Walke muss weiterhin nach einer Operation an der Fußwurzel passen. Antoine Bernede hat gegen Rapid einen Bruch des rechten Schienbeins erlitten und fällt infolgedessen langfristig aus. Erling Haaland ist aufgrund eines Infekts fraglich. Hee Chan Hwang ist nach seiner Netzhautprellung wieder ins Training eingestiegen.

Pressekonferenz

Pressekonferenz vor Austria Wien

Statements

Jesse Marsch über …
… die Vorbereitungen auf das morgige Spiel:

Es war am Mittwoch ein intensives Spiel für uns. Vielleicht hatten wir, durch zwei Mann mehr am Ende, eine nicht ganz so hohe Belastung. Aber wir müssen genau überlegen, wer für morgen bereit ist. Klar ist, dass wir auch wieder ein wenig rotieren werden. Aber unsere Mannschaft ist jung und sehr fit und bereit für jedes Spiel. Auch die Einstellung, die Stimmung und das Selbstvertrauen nach den Spielen gegen Genk, den LASK und Rapid sind groß, wir sind auf einem guten Weg.

… seine Gedanken zur Aufstellung:

Wir sind jetzt noch nicht bereit, über die Aufstellung von morgen zu sprechen. Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um zu sehen, wie es den Spielern heute beim Training geht. Klar, wir haben einen großen und guten Kader. Aber wir müssen sehr genau überlegen, was die beste Entscheidung für uns und für jeden Spieler ist. Wir brauchen eine frische Mannschaft auf dem Platz, um das Spiel gegen die Austria zu gewinnen.
 

Zlatko Junuzovic über …
… das Risiko, den Tabellensiebenten zu unterschätzen:

Die Austria ist genau deshalb ein sehr gefährlicher Gegner, wir dürfen sie keinesfalls unterschätzen. Sicher haben sie jetzt nicht die Form, die sie sich wünschen. Aber in einem Spiel kann alles passieren. Wir müssen immer an unsere Grenzen gehen, weil wir in den letzten beiden Spielen wieder gemerkt haben, wie schwer es teilweise sein kann. Aber durch unsere Qualität und unsere Einstellung haben wir diese Aufgaben gut bewältigt.

… seine Motivation, das Austria-Spiel zu gewinnen:

Das schönste Gefühl im Fußball ist nun mal der Sieg! Wir sind alle Siegertypen und wollen jedes Spiel gewinnen, das ist unsere Mentalität. Jeder Sieg gibt dir Selbstvertrauen, weil du viele Automatismen besser spürst. Der morgige Sieg wäre verdammt wichtig, auch in Hinblick auf die Vorbereitung für Liverpool.

 

Die letzten Bundesliga-Spiele gegen die Wiener Austria

05.05.2019     FK Austria Wien – FC Red Bull Salzburg 1:2 (0:0)
31.03.2019     FC Red Bull Salzburg – FK Austria Wien 5:1 (1:1)
11.11.2018     FK Austria Wien – FC Red Bull Salzburg 0:2 (0:0)
11.08.2018     FC Red Bull Salzburg – FK Austria Wien 2:0 (1:0)