Torschützen: Haaland (2., 34., 45.), Hwang (36.), Szoboszlai (45.+2), Ulmer (66.) bzw. Lucumi (40.), Samatta (52.)

Vom Nervenflattern in die Cruise Control. Unsere Burschen lieferten nahezu perfekte 90 Minuten ab und zerlegten den KRC Genk mit 6:2. Eine Champions League-Nacht, die wir, nicht nur weil es unsere erste war, lange nicht vergessen werden!

Spielbericht

Endlich ging es also los! Die CL-Trikots waren übergestreift, die CL-Fanfare abgespielt, die Begegnung angepfiffen. Und ebendiese begann mit einem Feuerwerk! Takumi Minamino empfing einen Pass von Antoine Bernede an der Strafraumgrenze, nahm ihn mit nur einem Kontakt in die Box mit, wo Erling Haaland das Leder schon erwartete und es mit einem wuchtigen Kontakt flach in die linke Ecke bugsierte (2.). Der Traumstart war perfekt. Die Arena kochte, und das Spiel blieb kurzlebig, ja beinahe hektisch. Für die belgischen Gäste nahm nach neun Minuten zum ersten Mal Bryan Heynen Maß, verzog aber über den Kasten.

Mit Fortdauer der Zeit versuchte Genk, das Spiel zu beruhigen. Sander Berge ließ sich als abkippende Sechs zwischen die Innenverteidiger fallen und den Ball in der eigenen Hälfte laufen. Doch die mangelnde Präzision der Zuspiele wurde von unseren Roten Bullen eiskalt ausgenützt. Nach einer Ulmer-Hereingabe war es wieder unser Main Man Erling Haaland, der Genk-Schlussmann Gaetan Coucke in höchster Not prüfte.

Aus dem Spiel fand Genk wenige Mittel gegen unsere zunehmend kompakt wartende Mannschaft. Einzig von Eckbällen ging etwas Gefahr aus. Ebenso bei unseren Roten Bullen. Andre Ramalho setzte nach 30 Minuten mit seiner Stirn ein wuchtiges Geschoss auf den belgischen Kasten, jedoch direkt in die Arme von Gaetan Coucke.

Dann ein langer klärender Pass von Takumi Minamino aus der eigenen Hälfte, dem Hee Chan Hwang nachhechtete. Sebastian Dewaest glaubte sich bereits sicher, als Hwang ihm den Ball abluchste und ihn unserem Earl in den Lauf schickte. Kühl wie ein norwegischer Fjord schob er das Leder zum 2:0 in die Maschen (34.).

Nur zwei Minuten später wurde der Vorbereiter zum Schützen. Mit einer akrobatischen Einlage schickte Zlatko Junuzovic unseren Koreaner in den Lauf. Der musste nur mit einem Spitzerl den Goalie vernadern. 3:0 so einfach kann Fußball sein (36.).

Die Freude weilte allerdings nur kurz. Nach einem Freistoß aus dem Halbraum konnten wir den Ball nicht entscheidend klären. Lucumi ging aus einem Ballgestocher als Sieger hervor. Im Fallen machte er das Ding rein. Da war für Cican Stankovic nichts zu machen (40.).

Aber das tat unserem Offensivspektakel keinen Abbruch. Im Stile eines jungen Lucio stürmte Max Wöber mit dem Ball über das halbe Feld. Nach einem Pressball landete die Kugel bei Takumi Minamino, der das Ding wieder Erling Haaland vor die Beine stangelte. Unser Norweger hatte keine Mühe, den Hattrick zu schnüren (45.).

Und es sollte noch dicker kommen! Keine 120 Sekunden später tankte sich Minamino am linken Flügel durch und lieferte das Spielgerät per Flugpost an den zweiten Pfosten, wo Dominik Szoboszlai schon wartete und das Leder volley über die Linie drückte. 5:1 zur Halbzeit unfassbar!

Auch die zweite Hälfte startete mit einem Knall. Wie bei FIFA kombinierte sich unsere Mannschaft direkt vom Anstoß durch die gesamte belgische Mannschaft, bis Hee Chan Hwang schließlich an Coucke scheiterte. Getroffen wurde allerdings am anderen Ende. Mit seiner ersten Aktion bediente der zur Halbzeit eingewechselte Theo Bongonda seinen Mittelstürmer Samatta, der mit einem Flugkopfball Cican Stankovic keine Chance ließ.

Die Gangart wurde zunehmend ruppiger, das Spiel in Konsequenz zerfahrener. Gleich fünf Mal langte Schiedsrichter Felix Zwayer in der ersten Viertelstunde in die Brusttasche.

Den verkrampften Spielfluss brachte die Oldie-Kombi Junuzovic-Ulmer wieder zum Fließen. Mit einem Doppelpass kombinierte sich die geballte Erfahrung in den Strafraum, wo Andi Ulmer mit einem strammen Linksschuss in die rechte Ecke abschloss und die Partystimmung endgültig ausbrechen ließ (66.).

Die ersten 60 Minuten hatten sichtlich Substanz gekostet. Beide Mannschaften konnten das Tempo nicht mehr halten und zerfielen phasenweise in zwei Blöcke. Analog stieg auch das Frustlevel der Flamen. Mbwana Samatta hatte für ein Tackling mit dem gestreckten Bein bereits die Rote Karte kassiert, ehe Schiri Zwayer die Entscheidung nach VAR-Konsultation zurücknahm und ihm Gelb zeigte.

Staubtrocken spielten wir danach die Partie zu Ende. Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Was für ein Champions League-Abend! Das war der Einstand, der uns nach unserer elfjährigen Leidensgeschichte gebührte.

FC Salzburg vs. KRC Genk

Statement

Jesse Marsch

Wir haben gewusst, dass wir mit einem riesigen Selbstvertrauen in das Spiel gehen. Wir wussten auch, dass wir eine Leistung dieser Qualität abrufen können. Mit einigen Situationen war ich noch nicht zufrieden. Der Gegentreffer zum 1:3 war ein solcher Moment. Aber da zeigt sich unsere hervorragende Mentalität, die uns dazu veranlasst, noch ein paar Prozent mehr zu geben und umgehend zwei Tore zu schießen.

Es ist eine absolute Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Wir haben viele Spieler mit einem Kämpferherz, und das ist ansteckend, es überträgt sich auf die Mitspieler. An Abenden wie heute sieht man das auf dem Platz.

Wechsel

Okugawa für Szoboszlai (62.), Daka für Haaland (72.), Farkas für Kristensen (83.)

Gelbe Karten

Kristensen (47.), Bernede (50.), Szoboszlai (62.)

Nicht einsatzbereit

Walke (Fußwurzel)