Torschützen: Goiginger (4.), Frieser (18.) bzw. Daka (32., 90.)

Die Rückkehr in den Ligaalltag gestaltete sich schwierig. Der LASK empfing uns mit Schaum vor dem Mund. Erst mit der wachsenden Müdigkeit der Linzer fanden wir zurück ins Spiel, das in einem leistungsgerechten Remis endete.

Spielbericht

Nur wenige Tage nach unserem CL-Debüt galt es, das Spitzenspiel gegen den Linzer ASK zu bestreiten. Gegenüber dem Spiel gegen Genk setzte unser Trainer Jesse Marsch auf ausgeruhte Waden. Gleich acht unter der Woche Unbeschäftigte standen auf dem Rasen. Einem Gipfeltreffen würdig gab es von Anfang an Action. Patson Daka sorgte nach drei Minuten für den ersten gefährlichen Abschluss. Vom frischen Anfangswind übermotiviert ließ sich unser Goalie Cican Stankovic von Thomas Goiginger auf dem falschen Fuß erwischen. Der LASK-Stürmer überhob unseren Keeper aus rund 25 Metern sehenswert zum 1:0 (4.). Eine ungewöhnliche Lage für unsere sonst erfolgsverwöhnten Kicker, die sich nun im Schockzustand befanden, während die Linzer in den Zweikämpfen griffiger blieben und die Begegnung zu einem Spiel auf ein Tor machten. 

Auch wenn wir nach etwa 15 Minuten ein Plus an Ballbesitz verbuchen konnten, waren die Linzer präsenter. Beinahe jeder zweite Ball landete bei den Hausherren. So auch in der 18. Minute, als Joao Klauss gegen Jerome Onguene die Lufthoheit behauptete, Dominik Frieser das Leder geistesgegenwärtig an der Strafraumgrenze übernahm, schoss und Cican Stankovic zum 2:0 überwand (18.). Der Schlusspunkt hinter einer Startphase, in der uns der LASK mit großem Kraftaufwand erdrückte.

Erwartungsgemäß ließ die Konsequenz der Linzer aber nach und unsere Ballstafetten wurden länger. Max Wöber schaltete sich in seinem ersten Auftritt als Außenverteidiger federführend in das Aufbauspiel ein. In unserer gewohnten Kaltschnäuzigkeit benötigten wir nur eine Chance, um zurückzuschlagen. In einem unachtsamen Moment stand die Hintermannschaft der Linzer zu hoch. Ein Umstand, den Enock Mwepu gnadenlos ausnützte, als er Patson Daka das Spielgerät butterweich in die Gasse schickte. Der Sambier hatte keine Mühe, der oberösterreichischen Abwehr davonzuziehen und den Ball zum 1:2 in die Maschen zu rollen (32.).

Unbeeindruckt davon spielte der LASK weiterhin mit. Goiginger vergab in der 36. Minute nur knapp gegen Stankovic, der uns in der ersten Halbzeit im Spiel hielt.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs meldeten wir uns präsenter aus der Pause zurück. Die erste Chance gehörte Smail Prevljak, der eine Wöber-Flanke volley nicht ganz auf den Kasten brachte. Und wir blieben dran. Ashimeru wirbelte, Daka ballerte, zunächst aber nur auf den Linzer Goalie Schlager. Die Lücken im Pressing der Athletiker klafften mit der zunehmenden Müdigkeit immer größer. Der Abwehrblock rund um Gernot Trauner grätschte regelmäßig in höchster Not.

In der 58. Minute war es dann Zeit für mehr Offensivpower. Jesse Marsch schickte Erling Haaland auf den Rasen, und ein erkennbarer Ruck ging durch die Mannschaft. Ashimeru sprang der Ball nach einer Ecke vor die Füße. Der Ghanaer betätigte sofort den Abzug. Schlager brachte gerade noch die Finger an das Brachialgeschoss.

Aber auch der LASK bekam noch einmal die zweite Luft. Marvin Potzmann setzte nach knapp 70 Minuten den Ball aus zehn Metern an die Latte. Das wäre der Matchball gewesen. Das brachte noch einmal Hitze in die Begegnung, unglaublich, mit welcher Vehemenz hier selbst in der Schlussphase die Zweikämpfe geführt wurden. Zu vehement für den LASK, der nach 75 Minuten Petar Filipovic mit Gelb-Rot verlor.

Das Spiel wurde zum Powerplay. Die Linzer konnten sich in Unterzahl kaum aus dem eigenen Strafraum befreien. Die wütenden Versuche unserer Roten Bullen brachten zunächst aber keinen Erfolg. Neben Takumi Minamino scheiterte auch Erling Haaland am Linzer Schlussmann. Eine demütige Botschaft an all jene, die dem jungen Norweger schon die Übermenschlichkeit angedichtet hatten. 

Doch dann kam Junuzovic mit einem Pass aus der Schmuckkiste, Minamino mit dem Stangler und Daka mit dem Abschluss. 90 Minuten und es stand verdienterweise 2:2. Und es war noch nicht vorbei. Minamino hatte den Lucky Punch auf der Fußspitze, vergab aber aus kurzer Distanz.

Ein Remis, das am Ende unglücklich daherkommt, in Anbetracht der beiden Halbzeiten allerdings ein leistungsgerechtes ist. Nichtsdestotrotz sind wir weiterhin ungeschlagen und unangefochtener Tabellenführer.

Statements

Jesse Marsch

Unser Start war heute sehr schlecht. Wir haben nicht verstanden, was dieses Spiel bedeutet. Wir sind zum Fußballspielen gekommen, mussten uns aber einem Kampf stellen. Ich bin stolz, dass wir diesen frühen Schock abschütteln konnten und zurückgekommen sind.

Patson Daka

Meine Performance war sehr gut, aber mit dem Remis sind wir am heutigen Tag nicht zufrieden. Den Umständen entsprechend müssen wir aber heute mit dem Punkt leben. Die erste Halbzeit war von uns einfach nicht gut genug, um mehr aus Linz mitzunehmen.

Wechsel

Haaland für Prevljak (59.), Junuzovic für Bernede (70.), Minamino für Koita (81.)

Gelbe Karte

Mwepu (32.)

Nicht einsatzbereit

Walke (Fußwurzel)