Spiele im Pappelstadion sind oft schwere Kost. Bringt Marsch die Verdauung in Gang?

Mattersburg ist unser persönliches Mordor. Schon oft kamen wir geschockt aus dem Burgenland nach Hause. Können wir diesmal den Mythos SVM bezwingen?

Für manche ist es die Schule, für andere das Fitnessstudio, für uns ist es das Pappelstadion. Es gibt Orte, die man gerne meidet. Österreichweit haben wir in der Arena des SVM die schlechteste Auswärtsbilanz der jüngeren Vergangenheit. In den acht Gastspielen seit dem Wiederaufstieg der Mattersburger gingen wir nur drei Mal siegreich vom Feld. Zwei der Siege errangen wir erst in der Nachspielzeit, den verbleibenden erst im Elfmeterschießen.

Dass das wohl mehr mit der Örtlichkeit, als mit dem Gegner zu tun hat, lässt sich schon rein statistisch belegen. Die letzten zehn Heimspiele gegen die Burgenländer gewannen wir en suite, das einzige in dieser Saison souverän mit 4:1. Mattersburg hat das zweitschlechteste Torverhältnis. Defensiv ist man nicht sattelfest, nur ein Mal blieb man ohne Gegentor. Und auch die viel besungene Festung Pappelstadion hat eher Ruinencharakter. Der SVM verbuchte erst einen Sieg in sechs Bundesliga-Heimspielen.

Offensiv präsentierte man sich aber durchaus Furcht einflößend. Die Dangermen Patrick Bürger (fünf Tore) und Andreas Gruber (sieben Tore) können jeder Abwehr wehtun. Die Offensive genießt bei Trainer Ponweiser großes Vertrauen. Die Abwehr-Viererkette ist jedoch Gegenstand von Rotation, weshalb sich wohl auch nur schwer Kontinuität einstellt.

Bei uns nimmt unterdessen die Zahl der Verletzten zu. Bereits fünf Spieler stehen auf der Liste der Rekonvaleszenten. Dennoch sieht sich Jesse Marsch, vor allem in der Offensive, mit einem Übermaß an Optionen konfrontiert. Haaland, Koita und Daka treffen am laufenden Band, Hwang glänzt als Vorbereiter. Auch wenn die letzten beiden Spiele enge Kisten waren, sind wir heuer in der Tipico Bundesliga noch immer ungeschlagen. Das gelang uns nach zwölf Runden nur 2013 und 2018. Um diese Unantastbarkeit aufrechtzuerhalten, müssen wir jetzt Vollgas geben. Das Spiel gegen den SVM ist das zweite von vier Auswärtsspielen in Serie.

Personelles

Verletzungsbedingt nicht einsatzbereit sind Antoine Bernede (Schienbeinbruch), Cican Stankovic (Muskelverletzung) und Patrick Farkas (gesundheitliche Probleme). Smail Prevljak fehlt wegen Nackenproblemen. Der Einsatz von Andreas Ulmer ist aufgrund eines Infektes fraglich.

Pressekonferenz

Pressekonferenz vor SV Mattersburg

Statements

Jesse Marsch über …
… die Auswärtsspiel-Serie mit vier Matches in der Fremde:

Ein großes Thema für uns ist vielmehr, dass wir alle drei, vier Tage ein Spiel haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir rotieren und jeder Spieler bereit für Top-Leistungen ist. Aber diese Situation hatten wir eigentlich schon die ganze Saison, und wir haben eigentlich immer geliefert. Das Selbstvertrauen in der Mannschaft ist deshalb sehr hoch.

… das Match in Mattersburg:

Es war schon das erste Spiel gegen Mattersburg nicht einfach. Sie sind in der ersten Halbzeit sehr tief gestanden und waren sehr intensiv gegen den Ball. Darauf müssen wir wieder vorbereitet sein. Sie haben in den letzten Spielen durchaus gut gespielt und waren gegen gute Mannschaften oft sehr nah dran. Es ist nicht einfach, viele Torchancen gegen sie zu finden. Außerdem haben sie fast immer mit der gleichen Grundordnung gespielt, oft auch mit der gleichen Aufstellung.
 

Carlos Coronel über …
… die Möglichkeit zu spielen:

Ich fühle mich sehr gut in meiner neuen Rolle. Ich bin sehr positiv und motiviert, weiterhin einen guten Job zu machen. Wir alle trainieren ja dafür, möglichst immer zu spielen. Wenn man nicht spielt, dann muss man noch mehr dafür arbeiten und sich dennoch so vorbereiten, als wenn man spielt. Ich habe es so gemacht und, glaube ich, gut trainiert und versucht, immer positiv zu bleiben. Mein Ziel war es, topfit zu sein für den Fall, wenn etwas passiert. Und so war es jetzt auch bei der Verletzung von Cican. Ich habe meine Chance bekommen und war bereit. Und wenn man spielt, hat man noch eine Extra-Motivation, jeden Tag noch besser zu arbeiten.

 … das Duell mit dem SVM:

Wir müssen nicht nur auf die Tabelle schauen und an die Platzierung von Mattersburg denken. Vielmehr müssen wir uns auf ein schwieriges Spiel gegen eine aggressive, robuste Mannschaft vorbereiten. Wir müssen intelligent spielen und ihnen möglichst wenige Chancen lassen.

Die letzten BuLi-Duelle mit dem SV Mattersburg:

04.08.2019     FC Red Bull Salzburg – SV Mattersburg    4:1 (3:0)
04.11.2018     FC Red Bull Salzburg – SV Mattersburg    2:1 (0:0)

04.08.2018     SV Mattersburg – FC Red Bull Salzburg    0:2 (0:0)
20.05.2018     FC Red Bull Salzburg – SV Mattersburg    1:0 (0:0)