Tinnitus

Ein dumpfes Rauschen begleitet uns am Tag danach

Es war ein harter Abend, das spüren wir auch noch heute. Nichts fühlt sich leicht an, die Gefühle eine Mischung aus Hilflosigkeit und Argwohn. Wäre dieser Text ein Gespräch, würde er mit den Worten: „Wir müssen reden!“ beginnen.

Diagramme, Analysen, Wortglaubereien, manchmal kann der Fußballsport so wunderschön komplex sein. Diesmal ist er ganz einfach. Die einzige Statistik, die zählt, verrät alles: 1:4. Mehr muss man nicht sagen. Im Gegensatz lässt sich festhalten, dass Statistiken nicht lügen, in diesem Zusammenhang aber zumindest täuschen. Blickt man auf Zweikämpfe, Pässe und Ballbesitz könnte man denken, wir wären auf Augenhöhe gewesen. Die Realität ist eine andere. Und die erfährt man nur, wenn man ins Detail blickt. Die überwiegende Mehrzahl der erfolgreichen Pässe ging nach hinten oder in die Quere. Die Präsenz im letzten Drittel war geringer als an gewohnten Tagen und es gab weniger Schüsse aufs Tor als in jeder anderen Begegnung der laufenden Saison.

Fußball ist ein Sport der Emotionen, der Ort, wo nicht nur mit dem Ball, sondern auch mit den Gefühlen Tausender gespielt wird. Deswegen lassen wir das Gelaber in Zahlen und sprechen stattdessen aus der Seele: Augenscheinlich waren wir nicht voll da. Das waren nicht die gewohnten 100 % unserer Roten Bullen. Wir waren kollektiv abgemeldet, zu oft Zweiter, phasenweise wirkte es wie ein Spiel zwischen zwei verschiedenen Altersgruppen.

Auch psychisch waren wir nicht komplett bei der Sache. Konzentration und Organisation sind da die Stichwörter. Speziell die ersten beiden Tore kassierten wir zu einfach. Da stimmten weder die Seiten- oder Tiefenabstände noch die räumliche Zuordnung. Folglich waren Pässe in die Tiefe ein mehr als probates Mittel gegen uns.

Eintracht Frankfurt vs. FC Salzburg

Die To-do-Liste, sie ist lang, die Zeit hingegen kurz. Schon am Sonntag wartet eine ausgeruhte Wiener Austria, die drei Punkte dringender braucht als jeder andere. Bereits am Donnerstag empfangen wir die Frankfurter Eintracht, die sich vermeintlich nur noch den Aufstieg abholen muss. Wider Erwarten brachten uns die beiden Auftaktniederlagen in ein Do-or-Die-Szenario. In der Liga müssen wir mit dem LASK Schritt halten, in der UEFA Europa League für einen Aufstieg unser letztes Hemd riskieren. Es wird gewiss kein Leichtes. Aber wer, wenn nicht wir, sind imstande, mit dem Rücken zur Wand zu liefern? Für alle, die es schon vergessen haben, sollte ein Wort reichen: Lazio!

Das Spiel in voller Länge:

Erste Halbzeit:

plus
Eintracht Frankfurt vs. FC Salzburg Halbzeit 1

Zweite Halbzeit:

plus
Eintracht Frankfurt vs. FC Salzburg Halbzeit 2