Interessante Zahlen, Daten und Fakten zur 8. Runde in der Tipico Bundesliga

Kratzen, beißen, kämpfen – das Spitzenduell in Pasching war mehr Fightclub als Bundesliga-Spiel. Zu Beginn noch kalt erwischt, zeigten wir, wie gute Rote (Bullen), einen starken Abgang.

Es war ein Spiel der anderen Sorte. Eines von jener, in der man sich einen Punkt erkämpft, anstatt drei zu erspielen. Von einer anderen Sorte auch deshalb, weil der LASK dem Motto von Frank Underwood nachkam: „Wenn dir die Karten auf dem Tisch nicht gefallen, wirf den Tisch um!“ Und in der Tat, es war wie Tarockieren mit UNO-Karten, weil wir unser Spiel nicht auf den Platz brachten. Die Linzer verschoben im Kollektiv, schafften Überzahl in Ballnähe und führten ihre Zweikämpfe mit Konsequenz. Unsere spielerische Finesse erwies sich als ungeeignetes Mittel, zumal der LASK unsere Ballstafetten mit Härte unterband. Nur 61,6 % unserer Pässe kamen an. Das ist Tiefstwert seit 2016. Der LASK brachte seinerseits nur 50 % der Pässe an den Mann. Bezeichnend: Die meisten Pässe in die gegnerische Hälfte spielte ausgerechnet LASK-Goalie Alexander Schlager. Das Kalkül war klar: Viele Zweikämpfe provozieren und sobald die Pille gewonnen ist, ab mit der Post, vertikal in die Spitze. Beide Tore der Athletiker verliefen exakt nach diesem Muster. Joao Klauss band durch seine körperliche Präsenz unsere beiden Innenverteidiger. Die kompakte Grundordnung im 3-4-3 schuf eine dauerhafte Überzahl in den zentralen Räumen, die den Linzern erlaubte, die zweiten Bälle zu gewinnen und schnell zum Abschluss zu kommen.

Diese brachial-vertikale Spielidee manifestiert sich in der Passstatistik. Mit 328 Pässen spielten sich die Athletiker den Ball ganze 120 Mal seltener zu als unsere Roten Bullen. Trotzdem hielt sich die Zahl von 148 Pässen ins letzte Drittel bei beiden Teams die Waage.

Es war augenscheinlich ein Spiel, das über die körperliche Präsenz im Mittelfeld entschieden werden würde. Ebenso offensichtlich war, dass der LASK die Schlagzahl der ersten halben Stunde nicht würde halten können. So bekamen wir wieder einen Fuß in die Tür. Der Assist von Enock Mwepu ging aus einem Ballgewinn nach von uns geschaffener Überzahl im Mittelfeld hervor. Sein Pass auf Patson Daka kam genau dorthin, wo es für den LASK am schmerzhaftesten war, in die Tiefe. Über den gesamten Spätnachmittag beackerte Daka den Raum zwischen Trauner und Filipovic, die klare Temponachteile gegenüber unserem Sambier aufwiesen. Das führte nicht nur zum ersten Treffer, sondern zwang die Abwehrrecken auch zu Foulspielen, die in der Gelb-Roten für Filipovic gipfelten.

Zudem blieb Daka vor dem Tor kaltschnäuzig. Von seinen vier Torschüssen brachte er zwei im Kasten unter und rettete so nicht nur einen Punkt, sondern gab auch die Marschrichtung auf dem Platz vor: Zentrum meiden, vertikal in die Räume spielen. Vor allem Max Wöber schaltete sich als Außenverteidiger in den Spielaufbau ein. Seine 74 Ballaktionen wurden nur von Jerome Onguene und Enock Mwepu übertroffen, seine Zweikampfquote von 83,3 % markierte den Bestwert im Kader der Roten Bullen.

Die Einwechslungen unserer Angriffsturbos Erling Haaland und Takumi Minamino erlaubten uns, die wachsende Müdigkeit der Linzer maximal auszunützen. Der unwiderstehliche Antritt unseres Japaners im Vorlauf des 2:2 war nicht nur die Leistung seiner selbst, sondern auch Produkt eines guten Händchens von Jesse Marsch.

Resümierend muss man ein Lob an die Linzer aussprechen, die es verstanden, ihre Zweikampfstärke auszuspielen und unsere Spielfreude zu brechen. Diese Taktik forderte aber angesichts der EL-Müdigkeit in der zweiten Halbzeit ihren Tribut, weshalb das 2:2 ein beiderseits befriedigendes Resultat ist.

BL-8: LASK vs. RBS