Interessante Zahlen, Daten und Fakten zur 11. Runde in der Tipico Bundesliga

Mit mourinhoeskem Auftreten brachte uns Sturm Graz in Verlegenheit. Das leistungsgerechte Remis dient der Reifung und als Weckruf.

Leicht ist es uns in Graz zuletzt selten gefallen. Überraschend kam es also nicht, als Ljubic das Nachtkästchen zum Vibrieren brachte. Ein Weckruf, der sehr wohl eine passende Reaktion zur Folge hatte, uns aber auch Hausaufgaben in die Trainingstasche legte. Als völlige Antithese zum momentan allseits beliebten Pressing und Gegenpressing konterte die El Maestro-Elf aus tief sitzender Kompaktheit. Low Block nennt das Jose Mourinho, der das erklärte Vorbild El Maestros ist. Und gegen ebensolchen fehlte uns am Samstag die passende Werkzeugkiste. Nur vier Schüsse feuerten wir auf den Kasten von Jörg Siebenhandl ab. Das ist unser Tiefstwert in der diesjährigen Bundesliga-Saison.

Die Ursachen sind leicht gefunden. Unser 4-2-2-2 funktioniert vor allem in der Vertikale sehr gut. Doch die war verbauter als Neapels Innenstadt. Sturm verstand es, die Räume, aus denen die meiste Torgefahr hervorgeht, clever zu besetzen und durch Aggressivität und Überzahl in und vor der eigenen Box unsere Angriffsmaschinerie zu lähmen. Das 5-3-2 war ein kluger Kniff. Nur die beiden Außenverteidiger sicherten die weiten Räume, die von uns zu wenig bespielt wurden. Die acht restlichen Feldspieler blockierten das Zentrum, und das keineswegs passiv. Bei Pässen ins Drittel der Blackies reagierten die Steirer bissig und nutzten sofort die offenen Räume. So der Fall bei der ersten Chance durch Röcher, wie auch beim 1:0 durch Ljubic. Das waren zwei von gleich sieben Kontern, denen wir uns ausgesetzt sahen. Selbst verbuchten wir nur zwei.

Mit 135 mussten wir auch exorbitant viele Ballverluste hinnehmen. Nur gegen den LASK waren es mehr. Der Grund: Sturm zwang uns, Ballbesitzfußball zu spielen, der nicht zu unserer Grundformation passte. Alleine der Fakt, dass nur unsere Verteidiger Max Wöber, Marin Pongracic und Andre Ramalho über 80 Pässe verbuchten, steht dafür, dass wir uns in der Merkur Arena nicht sonderlich wohlfühlten.

Im zweiten Durchgang eröffneten sich für uns aber mehr Gelegenheiten als zuvor. Dank der Geistesgegenwart von Sekou Koita gelang uns der Ausgleich noch vor der hektischen Schlussphase. Unser Malier traf in seinen letzten drei Bundesliga-Auftritten en suite. Koita stand in den letzten vier Bundesliga-Spielen in der Startelf. Sein malischer Kumpel Mo Camara in den letzten drei. Unser Youngster füllt die Schuhe des verletzten Antoine Bernede bislang maßgerecht. Auch gegen Sturm war seine Passquote mit 88 % angekommenen Zuspielen die beste.

Im Finale agierten wir mit offener Klinge, hatten die Chance auf dem Schneidbrett, doch Majeed Ashimeru fehlte beim Schnittball gegen Jörg Siebenhandl die nötige Präzision. Am anderen Ende des Platzes verschätzte sich unser Schlussmann Cican Stankovic beinahe bei einem Freistoß von Despodov.

Ein leistungsgerechtes Remis, das zugleich ein Weckruf in Hinblick auf Mittwoch ist, wenngleich gegen Napoli ein absolut anderer Spielverlauf erwartet werden kann.

BL-11: STU vs. RBS