Alex Walke über seinen Weg zurück

Nach seiner Fußwurzelverletzung hat sich Alex Walke mühsam zurückgekämpft. Zu Beginn der letzten Woche ist er wieder vollständig ins Mannschaftstraining eingestiegen. Wir haben mit ihm über seinen Weg zurück gesprochen.

Deine Verletzung liegt nun schon einige Zeit zurück. Du hast sie dir im Urlaub zugezogen. Beschreibe uns diesen Moment.

In dem Moment war es eigentlich nicht schlimm. Es hat nicht sonderlich wehgetan. Erst als ich zwei Tage später beim Arzt war und er meinte, dass da doch etwas mehr kaputt ist, hat bei mir die Ernüchterung eingesetzt.

Welche Gedanken gingen dir da durch den Kopf?

Ich habe mich kurz geärgert und dachte: „Blöd gelaufen.“ Aber dann hatte ich gleich den Fokus nach vorne. Ich wollte so schnell wie möglich wieder fit werden.

Du hast bereits eine sehr lange Karriere hinter dir, musstest dich aber nie mit langwierigen Verletzungen herumschlagen. Ist das vielleicht auch die Ironie bei der Sache, dass du 36 Jahre alt werden musstest, um das einmal durchstehen zu müssen?

Ja, wahrscheinlich. Gott sei Dank bin ich während meiner gesamten Karriere immer glimpflich davongekommen. Wenn es dann passiert, kann man auch nichts ändern. Da muss man durch, ob mit 20 oder 36.

Wie war der Verlauf der Genesung?

Zunächst wurde ich operiert, dann habe ich einen Gips getragen. Das Gelenk wurde auch mit zwei Stäben fixiert, sodass keine Bewegung möglich ist. Als die rauskamen, konnte ich den Gips auch temporär abnehmen. Das hat mir beim Aufbautraining geholfen. Dann musste ich mich Schritt für Schritt herantasten … Katastrophe (lacht).

Katastrophe? Warum?

Es ist nervig. Über drei Monate jeden Tag vier oder fünf Stunden Behandlungen, Therapie und das wenige Training, was möglich war. Ich konnte nicht einmal Auto fahren. Meine Frau musste mich jeden Tag herumchauffieren. Das war schon sehr anstrengend.

Als verletzter Spieler ist man natürlich auch ein Sonderling, der nicht bei der Gruppe dabei ist. Wie schwer war das für dich?

Klar, ich hatte immer andere Zeiten. Wenn die Jungs auf den Trainingsplatz gegangen sind, bin ich in die Kraftkammer gehumpelt. Das war natürlich nicht so einfach. Da musst du einfach durch. Ich denke, meine Frau hatte es mit mir schwerer (lacht).

Du bist doch schon 36. Hattest du jemals den Gedanken, dass du von der Verletzung nicht zurückkommen würdest?

Nein, der Arzt hat zu mir gesagt: Alex, wir bekommen das alles wieder hin. Damit war für mich alles klar.

Seitdem du wieder im Mannschaftstraining bist, läuft alles gut?

Ich bin jetzt seit etwas mehr als einer Woche wieder mit der Mannschaft am Feld. Bisher gab es keine Rückschläge. Auch der Körper fühlt sich schon an wie vorher.

Welche Ambitionen hast du nach deiner Verletzung? Wann willst du wieder Spiele bestreiten?

Am besten schon morgen (lacht). Nein, wichtig ist, dass ich wieder dabei bin. Da kann ich meine Leistung zeigen. Den Rest muss der Trainer entscheiden.

Danke für das Interview!