Gegen Austria Lustenau um den ersten Titel der Saison

Ein schiefes Kräfteverhältnis, keine Zuseher im Stadion und amerikanischer Titelhunger. Doch gegen die Vorarlberger heißt es nicht David gegen Goliath, sondern Goliath gegen Goleador.

Es ist typisch und untypisch zugleich. Cup-Finale, das kennen wir. Die letzten sechs Jahre war stets eine Kabine im Wörthersee Stadion für uns reserviert. Unbekannt sind der Gegner und das Ambiente. Als erstes Nicht-Bundesligateam seit St. Pölten 2014 schaffte es Austria Lustenau ins Endspiel. Das erste Mal überhaupt muss das Finale ohne Publikum auskommen. Der Umstand, dass das letzte Bewerbsspiel beinahe drei Monate zurückliegt, könnte der große Equalizer am Freitag werden.

Rhythmus gibt es im Moment keinen, das gab auch unser Trainer Jesse Marsch vor dem großen Finale zu verstehen. Wahrlich, auch das Testspiel gegen die WSG Tirol war ein Haufen Puzzleteile, aber kein fertiges Bild. Das schmerzt speziell als Favorit, weil man in dieser undankbaren Position das Spiel machen muss und in Ballbesitz ein Vielfaches an Fehlern begehen kann. Schon allein deshalb wird Austria-Coach Roman Mählich versuchen, möglichst lang die Null zu halten. Lustenau ist geradezu prädestiniert dazu, das Geduldsspiel zu spielen und im richtigen Moment das Ass zu ziehen. Und die Glückskarte hat einen Namen: Ronivaldo. Der Goleador traf auf der Road to Klagenfurt in fünf Spielen schon sieben Mal. Der Brasilianer ist einer, der Spiele alleine entscheiden kann und wird, wenn man ihn nicht entschieden stoppt.

Mixed-Zone vor Lustenau

Darauf können wir uns einstellen, sonst auf wenig. Bis auf das letztjährige Aufeinandertreffen im Cup kennen wir Lustenau nur aus dem Videostudium. Umgekehrt kennen die drei Ex-Salzburger Stumberger, Berger und Mayer unsere Spielphilosophie. Ein Überraschungsmoment könnte aber die Formation geben. Im Testspiel gegen die WSG experimentierte Jesse Marsch mit einem 4-2-2-2/4-3-3-Hybrid. Bis auf die beiden Verletzten Kristensen und Seiwald hat unser Coach, für den es um seinen ersten Titel in Europa geht, das volle Sortiment zur Verfügung. Das könnte auch hinsichtlich einer engen Partie hilfreich sein. Morgen, Donnerstag, könnte die Abstimmung zugunsten eines vierten und fünften Spielerwechsels ausgehen.

Das Cup-Finale ist am Freitag ab 20:45 Uhr im ORF zu sehen und ab 20:35 Uhr in unserem Bullenfunk zu hören.

Personelles

Verletzungsbedingt nicht einsatzbereit sind Rasmus Kristensen (Oberschenkel) und Masaya Okugawa (Oberschenkel). Aufgrund von Gelb-Rot im Halbfinale ist Enock Mwepu gesperrt.

Statements

Jesse Marsch zum …

… ersten Spiel nach der langen Corona-Pause:

Es ist etwas seltsam, gleich zu Beginn so ein wichtiges Spiel zu haben. Aber es ist spannend und wir sind für einen harten Kampf bereit, denn wir erwarten einen starken Gegner. Wir sind Favorit, müssen dafür aber auch eine entsprechende Leistung zeigen und dürfen Lustenau keinesfalls unterschätzen. Wir müssen bereit für einen aggressiven, tief stehenden Gegner sein und generell das richtige Gefühl für dieses Spiel entwickeln. Wenn wir denken, dass unsere Qualität allein für den Sieg reicht, werden wir Ärger bekommen.

Andi Ulmer über …

… sein fünftes Cup-Endspiel:

Wir freuen uns alle riesig, dass es endlich wieder losgeht. Das ist es, was wir gern machen, und wir sind auch bereit dafür. Es ist ein Finalspiel, es geht gleich um einen Titel. Und diesen zu holen, ist unser großes Ziel.

Das letzte Duell mit Austria Lustenau

31.10.2018 Austria Lustenau – FC Red Bull Salzburg 0:1 (0:0)