Alberts Weg zurück

Vallci spricht nach seiner schweren Verletzung

Setbacks pave the way for comebacks. Kein Blick zurück, nur der nach vorne, in Richtung harter Monate. Auf Albert wartet die schwierigste Zeit seiner Karriere.

Rmpf, da war es passiert. Ein dumpfer Klang, kein Schmerz, ein  Griff an die Ferse, das war’s wohl, für längere Zeit. Diagnose: Achillessehnenriss! Für Albert Vallci ist es die zweite größere Verletzung nach seinem Bänderriss vor zwei Jahren. Sie hält die Karriereuhr an, lässt dafür die biologische umso schneller ticken. Sechs bis acht Monate muss er nun in Spitalzimmern, Physioräumen und Kraftkammern schmoren. Die Frage „Wann bist du wieder zurück?“ als ständiger Wegbegleiter. Was macht das mit einem Fußballer? Und was macht der Betreuerstab, damit er wieder das tun kann, was ihm am meisten Spaß macht?

Zum Nichtstun verdammt

„Abwarten! Erst einmal nichts machen.“, das war die erste Anweisung. Bertl trägt Gips, nun schon für die zweite Woche. Das Knöchelgelenk ist zu einem sogenannten Spitzfuß gestreckt, sodass selbst im Gips keine Belastung auf die Achillessehne kommt. Sportliche Bewegung ist strengstens verboten. Bertl darf nicht einmal schwitzen. Erst wenn das Bein aus dem Gips in die Schiene kommt, kann er langsam beginnen. Die Uhr tickt. Jeder Tag der Untätigkeit macht die Rückkehr beschwerlicher.

„Ich habe den Arzt beim Wort genommen. Ich mache keinen Handgriff. Im Moment kommandiere ich deshalb meine Freundin durch die Wohnung. Alle paar Minuten brauche ich etwas“, Bertl nimmt es mit Humor. Das ist die einzig richtige Handhabe, denn der Weg ist lang. So lang, dass er ihn in Etappen eingeteilt hat. Die Behandlungen bis zum ersten Training, alle zwei Wochen mehr Belastung, Aufbautraining, Mannschaftstraining. Alles für sich und seine Rückkehr. Es ist schon komisch. In nur einer Sekunde wurde Bertl vom Mannschaftssportler zum Einzelkämpfer. Wenn er in Taxham auf Krücken in den Behandlungssaal humpelt, sind die Kollegen da. Das liebevolle Necken mit Andre Ramalho darf nicht fehlen. Aber irgendwie ist der ganze Rummel dann doch in weiter Ferne. Bertl sieht die Mannschaft draußen trainieren, während er drinnen alleine schuftet.

Was sich vor allem verändert hat, ist Bertls Freizeit. Sonst läuft er gerne Berge hoch, ist sportlich. Gleich nach seiner Verletzung kratzte er einen Haufen Bücher zusammen und verschlingt seither Seite um Seite. Das Cafe am Rande der Welt steht als Nächstes auf dem Programm. Was Albert sonst macht und wie sein Genesungsweg aussieht, hat er uns bei einem kleinen Plausch im Trainingszentrum Taxham erzählt, den ihr euch hier anhören könnt.