Benjamin Sesko

Der Youngster vorgestellt

„Salzburger Burschen“ stellt unsere vielversprechendsten Talente in die Manege.

Vorname: Benjamin. Nachname: Sesko. Aussprache: Scheschko. Gestalt: karg-schroff, wie die slowenischen Kalkalpen. Dort ist er geboren, in Radece, Region Unterkrain, einem Ort, den man wegen seiner Fachwerkbrücke über die Save kennt. Sie war so etwas wie die Lebensader des ehemaligen Jugoslawiens, die als wasserreichster Nebenfluss bei Belgrad rechts in die Donau fließt. Man sagt, Wasser sucht sich immer seinen Weg. Und so ist es auch mit Benjamin. Seine Jugend verlief nicht auf stringenten Pfaden. Was fußballerisch in Radece begann, fand in Trbovlje seine Fortsetzung, in Krsko sein erstes Highlight und in Domzale seine vorzeitige Krönung. Jedes Jahr korrigierte der slowenische Schlacks sein Niveau nach oben, bis pünktlich zum Sweet 16 Christoph Freund anrief.

Was ihn so beeindruckte? Ben verbindet zwei Komponenten, die man bei Stürmern selten in Kombination sieht. Er ist Target Man, mit jedem Körperteil anspielbar, der perfekte Dreh- und Angelpunkt für schnelle Angriffe. Aber eben nicht nur das, nachdem er den Ball abtropfen lässt, sucht er den direkten Weg in die Tiefe. Drei seiner gazellenbeinigen Schritte reichen und der Bursche ist in vollem Tempo und nicht aufzuhalten. Kommt er, leicht gebückten Laufs, vor das Tor, hat er die Wahl, rechts oder links, ganz egal, beide Hufe verfügen über Schmackes.

Salzburger Burschen

Dieser baumlange Körper, der über so viel Kraft und Dynamik verfügt, dass die koordinative Fähigkeit des 17-Jährigen sie manchmal noch gar nicht bändigen kann, erinnert ein wenig an Erling Haaland. Der wurde von der internationalen Presse einmal als physiologischer Freak beschrieben, als Junge im Körper eines Mannes. Und ja, manchmal wirkt es auch bei Ben so, als müsste man Mitleid mit seinen gleichaltrigen Gegenspielern haben, wenn der slowenische Stürmerbüffel heranrauscht. Auch seine Trainer sahen das stets so. Für Sesko war es normal, mit Älteren zu spielen. Mit 15 debütierte er für Sloweniens U17, mit 17 wurde er in die U19 einberufen.

Drei Tore und drei Assists zählt er in zwölf Saisonspielen für den FC Liefering. Das ist zwar bemerkenswert, zeigt aber nicht einmal zur Hälfte, wie wichtig er für den Erfolg ist. Seine Funktion als Target Man ermöglicht umso mehr Scorerpunkte für seine Mitspieler. Teamplayer und trotzdem eiskalter Vollstrecker, Benjamin Sesko ist einer, der Gegensätze vereint.