Das ganz große Ding

Keine Angst! Gegen die Bayern können wir nur gewinnen

Wer 8:2 über den FC Barcelona triumphiert, ist über jeden Zweifel erhaben. Die Bayern schlägt man auch an deren schlechten Tagen nur selten. Trotzdem ist eines klar: Sie müssen, wir können ... überraschen!

Als man Louis van Gaal einst fragte, wofür der FC Bayern stünde, antwortete er: „Dominant, arrogant, mia san mia!“ Die Münchner, die liebt oder hasst man, doch egal, von welcher Sorte man ist, man konnte ihnen nur applaudieren. Wer innerhalb eines halben Jahres Kritiker nicht nur verstummen lässt, sondern zu Fans macht, hat nichts als den allergrößten Respekt verdient. Kein volles Jahr ist es her, da stand man unter Beschuss. Kovac ließe nicht offensiv genug spielen, der Kader wäre zu alt und Hasan Salihamidzic wisse nicht, wie man Spieler verpflichtet. Ein Dreivierteljahr später war auf einmal alles anders. Hansi Flick, zuvor noch Co-Trainer, ist der Messias, der Kader ist der beste der Welt und Brazzo strahlt in einer Tour.

Wie die Maschinen

Das Bemerkenswerteste an all dem ist nicht etwa die Perfektion, mit der die Flick-Truppe Sieg um Sieg holt. Es ist die schiere Konstanz, die, ob formstark, ob ersatzgeschwächt, immer eines verspricht: Siege. Die Bayern spielen keinen Zauberkick. Sie machen alles richtig, was man richtig machen muss, um unter allen Umständen gewinnen zu können, sprich: die Basics. Zweikämpfe gewinnen, ballsicher sein, effizient bleiben. Aus dem Stoizismus ihres perfektionistischen Schaffens sind die Deutschen nur ganz schwer zu reißen. Aber es geht.

Hoffenheim hat mit seinem 4:1-Erfolg gegen die Bayern die Blaupause geliefert, die schon so viele nachzuzeichnen versucht haben. Es gelang bisher niemandem. Das überrascht nicht, denn man ist auf nicht beeinflussbare Grundfaktoren angewiesen. Schlicht gesagt: Man braucht den perfekten Tag, die Bayern einen schlechten. Wer gewinnen will, muss, rein statistisch gesehen, in Führung gehen. Der FCB hat seit Dezember letzten Jahres nicht verloren, wenn er in Führung lag. Hat das einmal geklappt, gilt eine Devise: Nicht passiv werden, aber auch nicht übermütig. Wer ein Shootout riskiert, wird abgeschlachtet. Die Bayern sind einfach effizienter. Man muss früh stören, aber nicht im Eifer zu viele Spieler in waghalsige Pressingsituationen schicken. Balance ist alles. Wer ihnen zu viel Ballbesitz überlässt, wird ebenfalls bestraft. Angiffsaktionen haben immer ihren Plan, und der wird auf den Zentimeter genau exerziert, wie die Maschinen eben.

Pressekonferenz vor FC Bayern München

Dominator gegen Provokateur

All diese Dinge wissen nicht nur wir, das ist branchen- und fanbekannt. Das macht die Aufgabe aufregend. Das macht die Ausgangslage perfekt. „You’ve got to have a chip on your shoulder“, ist ein Wahlspruch unseres Coaches Jesse Marsch, der nicht mehr bedeutet, als dass man sich täglich neu beweisen muss. Was könnte ein besserer Beweis für die eigene Qualität sein als ein Spiel gegen den FC Bayern? Alles, was wir gegen die Bayern holen, egal, ob Erfahrung, Respekt oder gar Punkte, ist ein Gewinn. Alles, was die Münchner gegen uns zulassen, ist ein Verlust, ähnlich einem Einserschüler, der plötzlich zum Gespött der Klasse wird, wenn er einmal einen Zweier schreibt.

Unsere Ausgangslage und unsere Werkzeuge sind perfekt, um die Bayern zu ärgern. Das Underdogimage steht uns. Noch jedes Mal, wenn wir das deutlich kleinere Team der Begegnung waren, zeigten wir in der UEFA Champions League auf. Unsere Kenntnis vom Pressing ist mittlerweile europaweit bekannt. Es gilt dabei aber, die Balance zwischen frech und schlau zu finden. Alle Verteidiger haben die Qualität mit nur einem vertikalen Pass nicht nur eine, sondern zwei Pressinglinien zu überspielen. Dann läuft man ins offene Messer. Das 4-2-3-1 scheint, schon wie gegen Atletico, als das perfekte System für die schwierige Aufgabe, wobei die Solospitze eher über den linken Halbraum kommen sollte. Routinier Boateng hat Tempoprobleme, die gilt es auszunützen.

 

Die Mannschaften werden nach den Ereignissen in Wien mit Trauerflor auflaufen und eine Gedenkminute vor dem Anpfiff abhalten.

 

Champions Lounge

Sie ist neu, und du bist mit ihr LIVE dabei. Unsere Champions Lounge bringt euch unser Spiel gegen FC Bayern München ins Wohnzimmer. Ab 20:40 Uhr schildern wir das Spielgeschehen im Livestream auf Youtube, App und Webseite. Unsere Bullenfunk-Moderatoren Andreas Grassl und Manuel Buckel kommentieren und analysieren den CL-Kracher zusammen mit Thomas Morgenstern, enthusiastische Wortspenden garantiert. Anschauen und nichts verpassen!

Unsere Champions Lounge ist 20 Minuten vor Ankick on air!

Personelles

Antoine Bernede fällt weiterhin aus (Schienbeinbruch), Patson Daka fehlt aufgrund einer Muskelverletzung.

Statements

Jesse Marsch:

Die Aufgabe in der Gruppe ist schwierig, das haben wir von Anfang an gesagt. Aber es ist noch alles möglich, denn es sind noch zwölf Punkte zu vergeben. Unsere bisherigen Leistungen sind bisher sicher besser, als es der eine Punkt aussagt. Aber wir haben auch gesehen, dass Lok Moskau gegen Bayern gut gespielt hat. Allerdings brauchen wir gegen die Bayern eine Topleistung. Das ist doch eine super Ausgangsposition für Dienstag. Und ich glaube, dass wir aus dem Atletico-Spiel viel Selbstvertrauen gewonnen haben, was uns am Dienstag helfen kann.

Rasmus Kristensen:

Wir spielen gegen eine unglaublich gute, selbstbewusste und abgeklärte Mannschaft. Selbst bei den Videoanalysen war es schwierig, Möglichkeiten zu finden, wie wir ihnen wehtun können. Sie sind definitiv die derzeit beste Mannschaft der Welt. Dies ist für uns eines der wenigen Spiele, in denen wir nicht Favorit sind und überraschen können.

Die letzten Duelle mit Teams aus Deutschland:

28.02.2020  FC Salzburg – Eintracht Frankfurt 2:2
20.02.2020  Eintracht Frankfurt – FC Salzburg 4:1
29.11.2018  FC Salzburg – RB Leipzig 1:0
20.09.2018  RB Leipzig – FC Salzburg 2:3