Nicht zu stoppen

Nächsten Prüfstein unbeeindruckt überwunden

Mit allen Wassern gewaschen. Für die Wiener Austria waren wir gestern zu erhaben, zu ausgefuchst. Und das, obwohl die Stöger-Truppe fast alles richtig machte.

Auch gegen gute Matchpläne stark genug

Es passiert nicht alle Tage. Zwei Mal, back to back, gegen den gleichen Gegner, das sind Umstände, an die man nicht gewöhnt ist. Und auch wenn es Fußballspiele wie alle anderen waren, der Fakt, dass sie direkt aufeinander folgten, änderte mehr, als man bei erster Betrachtung vermuten würde.

Profifußball ist ein Players game, sagte Thomas Tuchel bei einem Vortrag, der schon ein paar Jahre zurückliegt, während Jugendfußball ein Coaches game wäre. Was er damit meinte: Die Menge an Talent und die Fähigkeit von Profifußballern, auf unzählige Arten Spiele zu beeinflussen, spielen den Akteuren, im Verhältnis zum Coach, eine viel größere Rolle in der Entscheidung über Sieg oder Niederlage zu. Oder anders erklärt: Je höher das Level, desto weniger Einfluss kann man durch taktische Vorgaben nehmen. Das zeigte sich auch gestern.

Peter Stöger, beileibe keiner, der taktisch naiv wäre, lernte natürlich aus der verlorenen Cup-Partie. Dass seine Mannschaft lange standhielt, gefährlich war und schließlich auch in Führung ging, war bestimmt auch eine Konsequenz der Adaptionen, die Stöger seinen Mannen auf den Weg gab. Dass das aber nicht reichte, spricht für Tuchels These. Unsere Burschen schafften es, ob ihrer Klasse, die passende Antwort zu geben und innerhalb von nur sieben Minuten das Spiel zu drehen, ohne dass Jesse Marsch von der Seitenlinie großartig hätte eingreifen können. Unsere Klasse zeigte sich.

Charakterbildender Rückstand

Es war kein Geheimnis. Die Serie fehlerloser Spiele, ohne Gegentreffer und somit auch ohne Rückstand, würde nicht ewig andauern. So stellte sich natürlich auch die folgerichtige Frage danach, wie unser Team reagieren würde, wenn es zum ersten Mal nach der Winterpause eng wird. Test bestanden. Nur sechs Minuten hielt der 0:1-Rückstand an. Gut, denn so steil die Formkurve in den letzten Wochen stieg, so klar ist auch, dass in den kommenden Prüfungen gegen Villarreal und Rapid auch schwierige Momente zu erwarten sind.

Debüttore läuten neue Epoche ein

Aaronson und Sucic, remember the names. Beide trafen jeweils zum ersten Mal in der Tipico Bundesliga, der eine in seinem erst zweiten Startelfeinsatz, der andere mit gerade einmal 18 Jahren. Doch sie sind nur die Speerspitzen einer neuen Generation. Amar Dedic saß gestern erstmals in einem Ligaspiel auf der Bank. Benjamin Sesko und David Affengruber erhielten schon beim Auswärtsspiel in Hartberg ihre ersten Einsatzminuten. In der zweiten Reihe warten noch weitere Namen, deren Potenzial weit über unsere nationalen Sphären hinausreicht. Die kommenden Monate versprechen nicht nur erfolgreiche Spiele, sondern auch Interessantes auf dem Sektor der Jugend.

BL-16: RBS vs. FAK