The Boys are back in Town

Mo Camara und Sekou Koita kehrten heute nach Taxham zurück

Nach langer Wartezeit standen für Mo und Sekou die Pforten des Trainingszentrums wieder offen. Ihre Rückkehr war emotional.

Ausgesperrt und verbannt, die letzten Monate waren für unsere beiden Malier eine Tortur. Nach ihrer Dopingsperre, die nun mal nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen war, nahm man Mo und Sekou das, was sie am liebsten tun: das Fußballspielen. Während der letzten Wochen durften sie nicht einmal das Trainingsgelände in Taxham betreten. Jetzt, nach Ablauf von exakt drei Viertel ihrer Strafe, gab es die große Welcome Back Party. Die Sehnsucht war groß, darum war die Freude beim Wiedersehen umso größer. Neben Umarmungen, Handshakes und netten Worten wurde natürlich auch trainiert. „Mo und Sekou waren super im Training“, meinte Jesse Marsch in der Pressekonferenz. Es scheint, als hätten sie kein Quäntchen Talent verloren. Der Fokus der beiden liegt auf dem letzten Spiel in der Tipico Bundesliga. Am 18.05. läuft ihre Sperre ab. Somit könnten sie am 22. Mai gegen die WSG Tirol wieder auf dem Rasen stehen.

Auch wenn Sladdi checkt, ob Sekou in der Zwischenzeit Lovehandles gewachsen sind, unser Stürmer kam richtig lean zur Mannschaft, und das nicht nur, weil er und Mo zurzeit den Fastenmonat Ramadan begehen. Sie trainierten im Privaten Ausdauer, Schnellkraft und Stabilisation. Einen Abstecher ins Heimatland Mali gab es für die beiden auch.

Wir waren extrem glücklich, in einer solch schwierigen Zeit die Möglichkeit bekommen zu haben, bei unseren Familien sein zu können. Daraus haben wir auch Kraft geschöpft, diese Phase durchzustehen. Dafür sind wir dem Klub sehr dankbar.

So groß wie die Freude, daheim gewesen zu sein, war selbstverständlich auch die Freude über die Rückkehr nach Taxham.

Es hat uns natürlich gefreut, all unsere Teamkameraden wiederzusehen. Es ist lange her, dass wir hier waren. Sie haben sich mindestens genauso sehr gefreut, dass wir wieder da sind. Es war sehr herzlich. Die Stimmung war ausgezeichnet.

Das Feeling ist aber nicht wie noch vor der Sperre, denn Mo und Sekou ist es nach wie vor nicht erlaubt, Wettkämpfe zu bestreiten. Anstatt hechelnd dem Ball nachzujagen, müssen unsere Burschen im Moment noch Nägel kiefelnd vor dem Fernseher zusehen, denn auch in die Red Bull Arena dürfen sie nicht.

Das ist natürlich immens schwierig für uns. Wir fiebern zu Hause mit, obgleich wir wissen, dass wir eigentlich dafür da wären, alles für das Team zu geben und unseren Kollegen zu helfen, Spiele zu gewinnen. Wir haben ihnen geschrieben und telefoniert, um sie zu bestärken. Aber in der Zwischenzeit haben sie es auch ohne uns gut gemacht. Wir sind am besten Weg, Meister zu werden. Und auch im Cup-Finale haben wir gute Chancen.

Die Dopingsperre läuft ab, ehe das letzte Spiel in der Meistergruppe gespielt ist. Gegen die WSG Tirol wären unsere beiden Malier also wieder einsatzberechtigt. Es ist ihr großes individuelles Ziel, wie Sekou wissen lässt:

Diesem Spiel fiebern wir entgegen. Es ist so etwas wie ein Finale für uns. Ganz egal, ob es dann noch um den Meistertitel geht, er schon gewonnen oder verloren ist, wir wollen unbedingt dieses Spiel bestreiten und dieses leidige Kapitel damit abschließen.

Wie es im Moment aussieht, steht nach dem letztwöchigen Beschluss der Bundesregierung auch die Tür für eine Rückkehr der Fans zu genau diesem Spiel offen. Das wäre ein Sahnehäubchen für den großen Tag.

Das ist eine gute Nachricht. Wir lieben unsere Fans. Sie haben uns immer motiviert, auch in den schwierigen Zeiten. Darum werden wir für sie immer 90 Minuten lang alles geben.

Mo und Sekou zurück im Training - 15 Bilder