„Verbinde Fußball nur mit dem FC Red Bull Salzburg“

Nicolas Seiwald im Interview

Nicolas Seiwald klopft oben an. Der 19-jährige Kuchler, der bereits im Sommertrainingslager einige Talentproben ablegen konnte, war in einem sonst verkorksten Spiel gegen Sturm Graz einer der wenigen Lichtblicke. Mit der besten Passquote in der gegnerischen Hälfte (81,8 Prozent) und den mit Abstand meisten geführten Zweikämpfen (13) übernahm er in seinem Bundesliga-Debüt eine Rolle, die sonst für gewöhnlich erfahrene Spieler in schwierigen Situationen einnehmen. Dass sich der Defensiv-Allrounder sein erstes Spiel natürlich trotzdem anders vorgestellt hatte, ist klar. Im Interview spricht das Eigengewächs über seine Gefühlswelt am Tag danach. 

Servus Nici, lass uns die letzten Tage chronologisch Revue passieren. Wann hat der Trainer dich informiert, dass du in der Startelf stehst?

Jesse hat mir schon am Dienstag Bescheid gegeben, dass ich auf jeden Fall im Kader stehe und es sein kann, dass ich auch spiele. Dann habe ich mich physisch und mental auf das Spiel vorbereitet. Am Donnerstag habe ich die Info bekommen, dass ich von Beginn an spiele und mich riesig auf mein Debüt gefreut.

In welchem Moment war die Vorfreude am größten? Als dir Jesse die Info übermittelte oder am Spieltag?

Ein paar Stunden vor dem Spiel in der Matchvorbereitung habe ich so richtig gemerkt, jetzt geht es los. Man stellt sich auf das Spiel ein und freut sich richtig. Das war der Moment.

Kam der Einsatz für dich insgesamt überraschend oder hat es sich schon ein Stück weit abgezeichnet?

Ich habe es mir schon ein bisschen erwartet, ehrlich gesagt. Durch die englischen Wochen mit Bundesliga, Champions League, Cup und auch noch Länderspielen für die meisten ist die Chance natürlich größer, dass ich zum Zug komme. Ich habe die Länderspielpause genutzt, um mich im Training zu beweisen.

Nicis BL-Debüt - 8 Bilder

Wir wollen gar nicht zu viel über das Spiel reden. Was lief gestern schief?

Man sagt ja, aus Niederlagen lernt man am meisten. Wir müssen die Fehler so mitnehmen, das Positive daraus ziehen und die nächsten Wochen anders auftreten. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und sind nicht so aufgetreten, wie wir es uns vorgenommen hatten. 

Wie beurteilst du deine persönliche Leistung? Wie war das Feedback vom Trainer?

Der Trainer hat zu mir gesagt, dass es von mir ein gutes Debüt war. Natürlich geht es immer besser, aber ich glaube, für mein erstes Spiel war es ordentlich.

Du verkörperst den Salzburger Weg wie kein anderer. Du hast alle Jugendteams durchlaufen und über die Red Bull Fußball Akademie und den FC Liefering den Sprung zum FC Red Bull Salzburg geschafft. Wie sehr identifizierst du dich mit dem Klub selbst?

Natürlich sehr. Der FC Red Bull Salzburg ist einer der größten Teile meines Lebens. Ich spiele seit der U9 in Salzburg und verbinde Fußball eigentlich nur mit dem FC Red Bull Salzburg.

Wann hast du gemerkt, dass es hoch hinaus gehen kann?

Als ich zu Liefering gekommen bin und meine ersten Schritte im Profifußball gesetzt habe, habe ich gemerkt, dass jetzt alles möglich ist und ich umso mehr mein Bestes geben und mich voll reinhauen möchte.

Hast du ein Vorbild in der Mannschaft bzw. Teamkollegen, die dir als junger Spieler mit ihrer Erfahrung helfen?

Sladdi und Andi. Sie bringen einfach schon unglaublich viel Erfahrung und Qualität mit. Man kann viel von ihnen lernen. Auch was die Mentalität angeht, kann ich mir viel von ihnen abschauen. Andi ist jeden Tag schon 1,5 Stunden vor dem Training da und ist dahingehend ein großes Vorbild.

Danke, Nici! Alles Gute für deine nächsten Einsätze bei uns!