Vorgestellt: David Affengruber

Der Youngster im Porträt

„Salzburger Burschen“ stellt unsere vielversprechendsten Talente in die Manege.

Vorname: David. Nachname: Affengruber. Unter Freunden: Affi, einer wie du und ich, keine Allüren, grundsolide. Alles nicht ohne Grund, so wie Affi aufwuchs, mittelständisch, ländlich, österreichisch, könnte er auch gar nicht anders sein. 2001 kam er zur Welt, im niederösterreichischen Mostviertel. Mit sechs Jahren begann er, in seiner Heimatstadt Wieselburg zu kicken. Die Inspiration kam von seinen beiden älteren Brüdern, die ihrerseits auch für den SC Wieselburg aufliefen. Wenn man Davids Nachnamen bei Youtube eintippt, findet man Videos von ihnen im Trikot ihrer Heimatstadt, nicht aber von David. Er ist kein Highlight-Spieler, keiner, der über Social Media-Hypes schon früh Begehrlichkeiten im Ausland weckt.

Geerdet erlebt man Affi, wenn man ihn persönlich trifft. Der frühe Auszug aus dem Elternhaus steht ihm ins Gesicht geschrieben. Schon mit zwölf musste er, 200 Kilometer von daheim, Verantwortung übernehmen. Heute wirkt die Verantwortung wie eine Selbstverständlichkeit, so, als ob er nicht mehr ohne könnte. Wenn Daniel Antosch beim FC Liefering nicht aufläuft, trägt Affi die Kapitänsbinde, ist laut, kommandiert. Man fühlt sich an Carles Puyol erinnert. Paradox, weil David erst seit eineinhalb Jahren Innenverteidiger ist.

David Affengruber

Sein Leben lang war er ein Kreativer, als Zehner und Sechser im Mittelfeld. Erst Ex-Liefering-Trainer Bo Svensson erkannte Affis Eignung zum BPD, zum Ball Playing Defender. Sein erstes Spiel für unseren Kooperationsklub war zugleich sein erstes im Herzen der Abwehr. So änderten sich auch die Vorbilder: War es früher Marco Reus, sind es heute Mats Hummels und Martin Hinteregger. „Wegen deren Einstellung und Spieleröffnung“, meint Affi.

Körperbetont sieht man den 19-Jährigen sich mit viel älteren und erfahreneren Gegnern messen. Trotz seiner 1,85 m hat er einen tiefen Schwerpunkt. Er ist kaum umzuwerfen und trägt für seine Jugend erstaunlich viel Muskelmasse auf das Grün. Affi ist das beste Beispiel für das, was man alpenländisch als reschen Burschen betiteln würde. Verletzung ist für ihn ein Fremdwort, Konstanz sein zweiter Vorname. Seine acht Länderspiele für das österreichische U19-Nationalteam spielte alle er durch. Nur zwei der 41 Spiele für den FC Liefering bestritt er nicht über die vollen 90 Minuten. Selbst Brenden Aaronson meinte nach einer Handvoll Trainingseinheiten mit dem Jungspund: „Affi is a beast!“ Schöner könnten auch wir ihn nicht adeln.