Interview

Neben Stefan Ilsanker wird auch Tormann Peter Gulacsi im Sommer zu RB Leipzig wechseln. Der sympathische Ungar kam im Sommer 2013 vom FC Liverpool zum FC Red Bull Salzburg und konnte mit den Roten Bullen zwei Meistertitel und zwei Cup-Siege feiern. In der Saison 2013/14 wurde er zum besten Torhüter in der österreichischen Bundesliga gewählt und kam auf insgesamt 100 Pflichtspiele (65 Bundesliga, 6 CL-Qualifikation, 19 Europa League, 10 ÖFB-Cup).


Im Interview mit redbulls.com verrät er uns, warum er sich in Salzburg so wohlfühlt, was er hier gelernt hat, warum er dennoch eine neue Herausforderung sucht und was er vermissen wird.


Man kennt dich als einen sehr selbstkritischen, analytischen und ehrgeizigen Spieler. Das schätzen deine Trainer und Kollegen sehr an dir. Auch abseits des Trainings arbeitest du sehr viel im physischen und psychischen Bereich. Was hast du deiner Meinung nach beim FC Red Bull Salzburg an Erfahrung gewonnen?

Ja, das stimmt. Ich bin sehr selbstkritisch und möchte mich ständig weiterentwickeln. Ich glaube, dass ich mich hier bei Red Bull Salzburg besonders im mentalen Bereich weiterentwickelt habe. Ich arbeite regelmäßig mit unserem Sportpsychologen und spreche oft mit meinen Trainern Herbert Ilsanker, Heinz Arzberger und Tormann-Koordinator Hans Leitert. Wenn ich mich mit dem Pete von vor zwei Jahren vergleiche, kann ich sagen, dass ich viel selbstsicherer geworden bin und gelernt habe, mich besser in den Spielverlauf zu integrieren.


Man hat auch den Eindruck, dass du sehr großes Vertrauen zu Herbert Ilsanker und Alexander Walke hast.
Wir haben in der Mannschaft eine sehr gute Atmosphäre und im Tormann-Team ebenso. Wir pushen uns gegenseitig und obwohl – oder vielleicht sogar gerade weil – wir sehr unterschiedliche Charaktertypen sind, lernen wir immer enorm viel voneinander. Da ich auch schon die andere Seite kennengelernt habe, weiß ich das sehr zu schätzen.


Kannst du da ein Beispiel nennen?
Als junger Tormann in England kam ich trotz guter Trainingsleistungen nicht zum Zug. Ich wusste, dass ich etwas verändern musste, um Spielzeit zu bekommen. Damals habe ich mir geschworen, nie wieder in dieses Loch zu fallen.
Heute weiß ich, dass es für meine persönliche Entwicklung notwendig war, auch mal Niederlagen einzustecken und Enttäuschungen zu erleben. Wenn alles immer planbar und leicht gegangen wäre, wäre ich vermutlich nicht so weit gekommen.
Ich will meine Position als Nummer eins immer verdienen – und zwar mit der besten Leistung, im Training und auch im Spiel. Bei Herbert weiß ich, dass er ebenso denkt. Dadurch haben wir in unserem Team einen sehr guten Zusammenhalt und einen respektvollen Umgang miteinander.


Warum hast du dich dennoch entschieden, zu RB Leipzig zu wechseln?
Ich hatte einige Angebote, auch aus England. Obwohl ich immer gesagt habe, dass ich eines Tages wieder in England spielen möchte, wenn das Angebot kommen würde, habe ich das Gefühl, dass jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist.
Als ich vor zwei Jahren nach Salzburg zum Probetraining kam, war mir sofort klar, dass ich hier herkommen möchte. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und von der ersten Minute an gespürt, dass ich mich hier weiterentwickeln werde. Damals sagte ich auch meinem Manager, dass ich nur nach Salzburg wechseln möchte.
Ich bin überzeugt von dem sportlichen Konzept und der Philosophie von Red Bull und möchte weiterhin ein Teil davon sein. Ich habe nur eine neue Herausforderung in einer anderen Liga gesucht und diese Möglichkeit habe ich bei RB Leipzig.


Was wirst du in Salzburg vermissen?
Die Lebensqualität in Österreich ist sehr hoch, das weiß man immer dann besonders zu schätzen, wenn man mal im Ausland gelebt hat. Meine Zeit in Salzburg habe ich sehr genossen. Ich habe mit meiner Freundin eine Liste mit Orten oder Aktivitäten gemacht, die wir erleben wollten, und jedes Mal, wenn wir etwas abgehakt hatten, haben wir wieder etwas Neues entdeckt, das dann auf die Liste gekommen ist. Wir haben also bei Weitem nicht alles durch. Letztes Wochenende waren wir am Gaisberg zum Paragliding. Das war ein unglaubliches Gefühl.


Gibt es ein Spiel mit Red Bull Salzburg, das dir besonders in Erinnerung bleiben wird?
Da gibt es viele! Ein Spiel besonders hervorzuheben, ist schwierig. Ich denke, dass mir bestimmte Momente, die wir im Team zusammen erlebt haben, immer in Erinnerung bleiben werden.


Gibt es im Fußball ein ganz spezielles Ziel, das du erreichen möchtest?
Ja, natürlich habe ich Ziele, aber diese haben sich mit der wachsenden Lebenserfahrung sehr verändert. Als Spieler willst du immer Titel gewinnen, aber das kannst du im Fußball nicht alleine schaffen. Das geht nur im Team. Man gewinnt nur dann Titel, wenn jeder in der Mannschaft sein Bestes gibt, und manchmal braucht man auch noch ein bisschen Glück. Mein Ziel ist es, meine Performance über einen langen Zeitraum zu steigern. Ich will mit mir selbst, meiner Leistung und meiner Rolle im Team zufrieden sein und dauerhaft auf höchstem Niveau spielen können. Am Ende meiner Karriere möchte ich sagen können, dass mir genau das gelungen ist.

 

Wir Wünschen Pete Alles Gute für die Zukunft und bedanken uns für SEine Zeit bei den Roten Bullen!!!