Alan im kurzen Interview über seine Erinnerungen an den Celtic Park

Vor fast genau vier Jahren feierten wir im Celtic Park einen historischen Sieg. Mit dem 3:1-Erfolg gelang es uns nämlich, als erste(!) österreichische Mannschaft auf schottischem Boden zu gewinnen. Einer, der damals dabei war und zwei Treffer erzielte, ist Alan.

Aus diesem Grund haben wir kurz mit ihm gesprochen und ihn zu seinen Erinnerungen an diese Begegnung befragt.

Zum Abschluss der Gruppenphase geht es für unseren Klub erneut in den Celtic Park nach Schottland. Kannst du dich an das letzte Auswärtsduell gegen Celtic im Jahr 2014 noch erinnern?

Natürlich erinnere ich mich daran. Das war ein Abend, den man nur schwer vergisst. Es war ein großartiges Spiel und ein toller Sieg unserer Mannschaft.

Jetzt wollen wir es aber genauer wissen: Kannst du dich an deine beiden Tore im legendären Celtic Park noch erinnern bzw. wie sie gefallen sind?

Ja, meine Tore sind mir auch noch gut im Gedächtnis geblieben. Beim ersten Treffer hat ein Celtic-Verteidiger einen Schuss von uns steil in die Luft abgefälscht. Der Ball fiel mir direkt vor die Beine und ich schloss volley ab. Beim zweiten Tor verlängerte Andre Ramalho am ersten Pfosten per Kopf eine Ecke genau auf mich und ich übernahm erneut direkt und machte so das 2:0 – das war ein perfekter Start für uns.

Es war damals der erste Sieg einer österreichischen Mannschaft auf schottischem Boden. Zudem konnten wir mit 21 geschossenen Gruppenphase-Toren einen neuen Rekord aufstellen, und du bist in der UEFA Europa League Torschützenkönig geworden. Sind derartige Bestmarken und Rekorde für einen Spieler wichtig und ebenfalls ein Gradmesser für eine erfolgreiche Karriere?

Ich bin sehr, sehr glücklich und froh darüber, das Trikot des FC Red Bull Salzburg getragen zu haben. Dieser Klub – und Österreich an sich – haben mein Leben sehr geprägt, und ich bin unendlich dankbar dafür, was Salzburg aus mir gemacht hat. Wir haben damals in der UEFA Europa League Geschichte geschrieben, und es war ein sehr schönes Erlebnis für uns in Schottland. Ich wurde eben auch Torschützenkönig in diesem Bewerb, worüber ich sehr glücklich war. Ich denke schon, dass solche Dinge in einer Karriere einen Spieler sehr prägen. Und in Zukunft, wenn ich einmal aufhöre, Fußball zu spielen, werde ich meinen Kindern und Enkelkindern erzählen können, was ich alles erreicht habe.

Was erwartest du dir nun am kommenden Donnerstag für ein Spiel gegen die Schotten?

Ich glaube, dass es kein einfaches Spiel wird. Celtic Glasgow ist ein Verein, der über eine gute Mannschaft verfügt. Dennoch denke ich, dass euch auch dort ein Sieg gelingen wird. Ich werde jedenfalls meinem ehemaligen Klub die Daumen drücken und verfolge die Spiele jetzt noch häufiger, da Andre Ramalho – mein Freund und „Bruder“ – wieder nach Salzburg zurückgekehrt ist. Ich werde Andre die Daumen drücken, dass er vielleicht ein Kopfballtor macht und dann auch in Glasgow jubeln kann (lacht).

In der letzten Saison haben wir es bis ins Halbfinale der UEFA Europa League geschafft? Was traust du uns heuer zu?

Ich habe das Halbfinal-Spiel gesehen und fand es sehr schade, dass die Mannschaft es nicht ins Finale geschafft hat. Das ist leider echt unglücklich gelaufen. Ich habe absolut mitgefiebert und dem Team die Daumen gehalten, was ich auch in diesem Jahr machen werde. Und warum sollte man es nicht in dieser Saison schaffen, ins Finale einzuziehen und sogar die UEFA Europa League zu gewinnen?

Danach haben wir natürlich noch die Zeit genützt, um mit ihm ein wenig privat zu plaudern.

Du lebst nun seit fast vier Jahren in China, wie geht es dir dort?

Ich bin sehr glücklich und zufrieden hier, genauso wie meine Familie. Anfangs hatte ich zwar Pech, als ich nach China kam – ich verletzte mich relativ schnell erneut am Knie. Ich hatte aber Glück, da ich mich von dieser Verletzung sehr gut erholt habe. Daher geht es mir insgesamt sehr gut hier.

Du hast auch in China das Toreschießen nicht verlernt und hast eine beachtliche Scorerquote. Wenn du den Fußball in China mit dem Fußball in Österreich vergleichen müsstest, wie würde der Vergleich aussehen?

Das stimmt. Da ich nach meiner Pause keine Verletzungsprobleme mehr hatte und mittlerweile auch schon 100 Spiele für meinen Verein absolviert habe, habe ich es nicht verlernt, Tore zu schießen (lacht). Ich konnte hier einige schöne Treffer erzielen und damit meiner Mannschaft helfen. Was den Vergleich zwischen chinesischem und österreichischem Fußball betrifft, würde ich sagen, dass es in Österreich mehr um Taktik geht und es ein körperbetonterer Fußball ist. Dafür läuft man in China viel mehr und der Fußball ist schneller.

Zum Abschluss: Gibt es sonst noch etwas, das du loswerden möchtest?

Ich möchte allen Salzburg-Fans sagen, dass sie etwas ganz Besonderes in meinem Leben sind. Danke für alles, was ihr für mich gemacht habt, als ich in Salzburg war, und dass ihr mich mit offenen Armen aufgenommen habt. Wie schon gesagt, die Zeit in Salzburg hat mich sehr geprägt. Ich kam als junger Bub dort an und ging als ein erwachsener Mann. Es ist sicherlich eine ganz besondere Zeit meines Lebens gewesen, nur leider muss man manchmal eine Wahl treffen. Als ich mich entschieden habe, zu gehen, war dies ein Moment, der mein Leben und das meiner Familie verändert hat. Ich hoffe sehr, dass ihr das versteht und damals auch verstanden habt. Nochmals ein großes Dankeschön an alle, an die Fans, an die Vereinsführung und die Spieler, die mit mir gespielt haben. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich demnächst wieder in Salzburg, und ihr sollt noch wissen, dass ich ein ewiger Fan des FC Red Bull Salzburg sein werde.

Herzlichen Dank, Alan! Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und würden uns über einen Besuch in Salzburg natürlich sehr freuen!