Torschützen: Koita (5.), Daka (11., 24., 59.), Prevljak (81.), Hwang (86.)

Unsere Roten Bullen agieren auch nach den Reisestrapazen der letzten Wochen in Topform. Mit der passenden Formation und einer abgezockten Leistung zeigten wir dem SCR Altach klar seine Grenzen auf.

Spielbericht

Auf sieben Positionen zu unserem Spiel in Liverpool verändert, starteten wir in gewohnter Manier in das Duell mit dem SCR Altach. Wir waren dominant bei Ballbesitz und kompromisslos in defensiven Umschaltsituationen. Die merklich verunsicherten Vorarlberger hatten zunächst keinen Zugriff auf das Spiel. Der SCR war nicht griffig in den Zweikämpfen. So glitt Mo Camara durch das Mittelfeld, ehe er das Leder gefühlvoll Sekou Koita in die Gasse schickte, der es nur noch an Durakovic vorbei in das Tor legen musste. Eine frühe erste Duftmarke in der Partie (5.). Am Charakter des Spiels sollte das nichts ändern. Wie in einer Einbahnstraße ging es nur in Richtung des Altacher Tors. Nach elf Minuten chippte Majeed Ashimeru das Spielgerät butterweich in den Lauf von Patson Daka, der von zwei Verteidigern nicht zu halten war und in einer Kopie des ersten Tores zum 2:0 einschoss.

Es war ein ungleiches Duell, das sich in der ersten Halbzeit zutrug. Die Altacher standen tief, aber die Staffelung ihrer Ketten war lückenhaft, weshalb sie trotz ihres defensiven Spielzugangs kaum in die Zweikämpfe kamen. So auch beim 3:0 in Minute 24, das wieder dem Stil der beiden zuvor geschossenen Treffer folgte. In Manier eines jungen Usain Bolt war Patson Daka wieder einmal schneller als die versammelte Vorarlberger Abwehr. Der Sambier legte wieder flach an Durakovic vorbei, der bei allen drei Treffern keine gute Figur abgab.

Da erkannte man jedoch auch die Vorzüge des 3-5-2. Die Formation erlaubt die Bildung vieler Dreiecke, die das Spiel zwar in die Horizontale ziehen, aber eine hohe Ballsicherheit garantieren. Im Spielaufbau lief alles über Mo Camara, der sich immer wieder gut zwischen die Linien fallen ließ und die Bälle verteilte. Eine Antithese zu unserer sonstigen Vertikalität, die allerdings wie klassischer Favoritenfußball anmutet.

Nach Wiederanpfiff war ein wenig die Luft draußen, das Tempo konnte mit jenem der ersten Halbzeit nicht mehr mithalten. So gelang es auch Altach wieder, am Spiel teilzunehmen und aus einem Freistoß seinen ersten Torschuss zu verbuchen. Im Gegenzug segelte Sekou Koita nach einem Kontakt von Thurnwald ahndungswürdig durch den Strafraum. Der folgerichtige Penalty von Ashimeru war allerdings weder platziert noch durchschlagskräftig genug, um Durakovic in Verlegenheit zu bringen. Der Keeper parierte.

Doch es sollte nicht lange dauern, ehe unsere Roten Bullen Revanche nahmen. Mit einem öffnenden Pass spielte Albert Vallci den eingelaufenen Masaya Okugawa frei, der vor dem Altacher Keeper für Patson Daka quer legte. Der Sambier hatte keine Mühe, seinen Hattrick zu schnüren. Ein klassisches Sweaty Goal (59.).

Fortlaufend wurde das Spiel immer statischer. Die Altacher bunkerten sich ein, und wir hatten Mühe, ohne das Tempo der ersten Halbzeit, Löcher zu finden. Jesse Marsch sorgte mit einem taktischen Wechsel für einen Impuls. Jerome Onguene verließ für Hee Chan Hwang das Feld. Die Dreierkette wurde zur Viererkette – und unser Offensivspiel pulsierte wieder.

Und zwischen dem Gebälk krachte es wieder. Patrick Farkas fand Smail Prevljak im Strafraum. Der Bosnier fackelte nicht lange, drehte sich im Stile von Gerd Müller und nagelte das Ding mit einem wuchtigen Schuss zum 5:0 in die Maschen (81.).

Und es war noch nicht Schluss. Hee Chan Hwang machte genau das, wofür er von Jesse Marsch auf das Spielfeld geschickt worden war. Der Koreaner hatte den Ball in Halbdrehung empfangen, zog mit diesem unentwegt in die Box und zimmerte das Ding über den Kopf des Keepers hinweg in den Kasten (86.).

Das konkludierte eine abgezockte, zugleich auch trockene Leistung unserer Burschen an diesem feucht-kalten Fußballnachmittag, die sich, anders als in den meisten Fällen, nicht auf schnellem Angriffsfußball, sondern Ballbesitz gründete.

BL-10: RBS vs. ALT

Statement

Jesse Marsch

Das war ein sehr gelungener Abschluss für eine harte Spielperiode. Wir haben eine gute Gruppe beieinander, die zu vielen Zeitpunkten Charakter gezeigt hat. Es zeigt auch, dass wir keine A- und B-Elf haben. Bei uns kann jeder Spieler den Unterschied ausmachen. Dennoch dürfen wir uns nicht darauf ausruhen, wir müssen jeden Tag noch besser werden.

Wechsel

Prevljak für Daka (60.), Hwang für Onguene (70.), Junuzovic für Koita (79.)

Gelbe Karte

Farkas (56.)

Nicht einsatzbereit

Walke (Fußwurzel), Bernede (Schienbein), Haaland (Hüfte), Szoboszlai (Rücken)