Albert Vallci im Interview

Albert Vallci steht, wie seine Teamkollegen, wieder voll im Training. Nach den ersten Einheiten berichtet er uns von der Lage in Taxham.

Ihr seid nun seit mehr als einer Woche wieder im Training. Wie haben sich die ersten Tage am Rasen, nach der doch sehr langen Wartezeit, angefühlt?

Die erste Trainingseinheit war etwas Besonderes, etwas Befreiendes. Einfach dieses Gefühl, wieder am Platz zu stehen, war wirklich toll. Du siehst deine Teamkameraden wieder und führst mit ihnen wieder Schmäh. Eigentlich wie immer, aber dadurch, dass es so lange nicht der Fall war, war das Gefühl komplett neu.“

Im Moment sind eure Möglichkeiten aber noch limitiert. Du siehst nur die Hälfte des Teams, die Hälfte davon – aufgrund der Trainingsgruppen – nur aus der Distanz. Wie ist das Training im Vergleich zu gewöhnlichen Einheiten?

Im Moment sind wir in Sechsergruppen, das ist der große Unterschied. Außerdem ist kein Kontakt erlaubt, da müssen die Trainer schon sehr kreativ sein, aber das waren sie bislang auch. Natürlich arbeiten wir sehr viel im Athletikbereich, aber immer mit Ball, was es auch für uns erfreulich macht. Mit Abstand am besten sind aber die neuen Übungen, wie zum Beispiel die Coronahösche.“

Wie darf man sich die vorstellen?

Jeder steht in seinem Feld und darf es nicht verlassen. Der Ball wird zirkuliert, bis ein Fehlpass passiert. Clever, eigentlich!“

Wie ist die Dynamik innerhalb der Trainingsgruppen?

Sehr, sehr gut. Das hat das Trainerteam toll gelöst. Alle Gruppen trainieren dasselbe Programm, somit sind manche Inhalte gut vergleichbar. So sind dann Wettbewerbe entstanden, im Schießen, bei der Technik, im Sprinten. Alle Werte werden schließlich am Ende des Tages in eine Tabelle eingetragen.“

Wie schneidet da die Trainingsgruppe Vallci ab?

(Lacht) Die Trainingsgruppe Vallci hat ein Wahnsinnscomeback gefeiert. Wir haben uns in den ersten Tagen erst finden müssen. Das soll keine Ausrede sein, aber wir waren abgeschlagener Letzter. Mittlerweile sind wir Zweiter, der Vorsprung auf den Dritten wächst an. In den nächsten Tagen nehmen wir uns die Führenden vor.“

Wer ist das im Moment?

Das ist die Gruppe A mit Andi Ulmer. Ob das alles fair ist, ist natürlich die Frage. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Kapitän da die Finger im Spiel hat. (lacht)“

Da geht schon viel weiter, aber durch die Trainingsgruppen könnt ihr noch keine Automatismen als Elf trainieren. Wie viel fehlt euch auf das volle Wettkampflevel?

„Das Heimprogramm hat schon eine sehr gute Grundlage geschaffen, dementsprechend haben wir sehr gute Fitnesswerte. Wenn das Mannschaftstraining beginnt, wird es sehr schnell gehen. Wenn die Grundlagen stimmen, kommt der Rest für gewöhnlich auch schneller. Das Gefühl können wir sehr schnell finden, das ist ein wenig wie Rad fahren, das verlernt man nicht.“

Es geht also nur noch um den Feinschliff?

„Ja, vor allem aber auch um die taktischen Elemente, die man im 5+1 einfach nicht trainieren kann. Aber das kennen wir ja schon von davor. Das haben wir nicht vergessen. Wir reden auch jetzt ständig darüber. Es ist also präsent, obwohl wir es nicht trainieren können.“

Wenn es wieder losgeht, könnte gleich zu Beginn das Cup-Finale auf dem Plan stehen. Da heißt es alles oder nichts.

„Und das ist auch gut so. Seit dem ersten Trainingstag haben uns die Trainer gesagt, dass wir mit dem Cup-Finale beginnen. Dementsprechend groß sind auch die Freude und Gier darauf. Ich glaube, nach so einer Zeit gäbe es nichts Besseres, als gleich im ersten Spiel einen Titel zu holen.“

Als Spielrhythmus in der Tipico Bundesliga werden derzeit englische Wochen kolportiert. Inwieweit hilft es euch da, dass ihr das aus der UEFA Champions League gewöhnt seid?

Ich denke schon, dass das ein Vorteil sein könnte. Wir müssen jedenfalls topfit sein. Gut ist auch, dass wir im Moment keine Verletzten haben, denn ohne Rotation wird es nicht gehen. Elf Spiele in knapp fünf Wochen sind schon sportlich, da müssen wir auf jeden zählen können.“

Können wir somit auch mit dem besten Albert Vallci aller Zeiten rechnen?

(Lacht) Das ist schwer zu sagen! Ich fühle mich fit, ich fühle mich gut und bin bereit. Für mich ist wichtig, dass wir eine gute Rückrunde der gesamten Mannschaft sehen und am Ende Meister sind.“

Darauf hoffen wir alle. Danke für das Interview!